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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Mein Mann und ich leben seit 10 Jahren zusammen, verheiratet

Kundenfrage

Mein Mann und ich leben seit 10 Jahren zusammen, verheiratet sind wir seit 10/2005. wir haben uns 11/2002 ein Haus gekauft, welches wegen der
damaligen Insolvenz meines Mannes nur auf meinen Namen läuft ebenso wie die Darlehen. Ich habe ein Konto auf meinem Namen laufen, worauf wir beide einen Anteil einzahlen, von diesem werden alle Kosten für Haus und Lebensunterhalt bestritten. Mein Mann ist von heute auf morgen ausgezogen und spricht nicht mehr mit mir, durch mehrere auch gemeinsame Gepräche mit unserem Hausarzt ist mein Mann aller Wahrscheinlichkeit nach psychisch erkrankt. Er will sich nun eine Wohnung nehmen und nicht mehr für unsere Schulden, Abtrag, Hausunterhalt etc. aufkommen. Er will seinen Dauerauftrag kündigen. Kann er einfach so gehen und muss tatsächlich nichts mehr bezahlen? Allein kann ich die Immobilie nicht halten. Gibt es rechtlich gesehen einen Unterschied ob er Psychisch erkrankt ist? MFG H.Stefanidis
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrte Frau Stefanidis,



vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Ob Ihr Ehemann rechtlich verpflichtet ist weiterzuzahlen, hängt davon ab, wer sich gegenüber dem jeweiligen Vertragspartner, also zum Beispiel im Hinblick auf den Abtrag gegenüber der darlehensgebenden Bank, verpflichtet hat.

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung haben Sie sich selber gegenüber der Bank verpflichtet bzw. das betreffende Darlehen aufgenommen, sodass Sie auch der Vertragspartner sind und die Bank der keiner rechtliche Handhabe hat, um gegen Ihren Mann vorzugehen.

Im Grundsatz müssen Sie also für die Zahlungen selber aufkommen, da nur Sie sich verpflichtet haben. Etwas anderes würde dann gelten, wenn Ihr Mann sich Ihnen gegenüber verpflichtet hätten, die Hälfte dieser Kosten zu tragen.

Hier kommt die psychologische Situation Ihres Mannes zum Tragen. Zum einen kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen, dass sich Ihr Mann Ihnen gegenüber rechtsverbindlich verpflichtet hat (also etwa in einem Vertrag) und selbst falls er sich hierzu verpflichtet hätte wäre die Frage, ob er überhaupt in der Lage ist, einen rechtsverbindlichen Vertrag zu schließen, also ob er überhaupt geschäftsfähig ist.

Dies kann ich aus der Ferne leider nicht abschließend beurteilen, hierzu wäre die Einholung eines psychologischen Gutachtens erforderlich. Nach Ihrer Schilderung sind hierfür aber eindeutige Anhaltspunkte gegeben.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch ein angenehmes Weihnachtsfest!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774

Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ich bin die alleinige Vertragspartnerin, da zum Vertragsabschlußzeitpunkt mein Mann eine Insolvenz laufen hatte. Wir zahlen aber beide seit 2002 auf ein separates Konto ein, von welchem unser beider Lebensunterhalt sowie sämtliche mit dem Haus verbundene Kosten bestritten werden. Ist hier nicht ein Recht abzuleiten? Schriftlich haben wir nichts vereinbart nur mündlich.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Frau Stefanidis,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

EIn Recht können Sie meines Erachten hieraus nicht direktabzuleiten, die gemeinsamen Zahlung sind höchstens ein Indiz für den mündlichen Vertragschluss.


Zwar ist auch eine mündliche Vereinbarung grundsätzlich wirksam, sodass Sie aus dieser mündlichen Absprache ein Recht gegenüber Ihrem Mann herleiten könnten, damit er die Hälfte der Kosten trägt. Es wird aber hier vorliegend um die Nachweisbarkeit dieser mündlichen Vereinbarung geben.

Sofern Sie hierfür Zeugen haben, sind Sie auf der sicheren Seite. Sollten Sie keine Zeugen haben, so könnten die Zahlungen auf das Konto als Indiz angeführt werden. Ich sehe hier eine gewisse Unsicherheit zu Ihren Lasten.

Sie müssen sich einmal in die Situation eines Richters versetzen. Dieser müsste nun entscheiden, und sich Ihr Mann rechtsverbindlich (das heißt notfalls soll es auch einklagbar sein) Ihnen gegenüber verpflichten wollte oder ob es sich mehr oder weniger um Gefälligkeitszahlungen im Zusammenhang mit der Ehe gehandelt hat.

Diese Frage ist in der Praxis sehr schwer zu beurteilen und von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich. Sie sollten jedenfalls auf den mündlichen Vertragschluss bestehen und als Argumentation die Zahlungen auf das Konto anführen, die meines Erachtens zwar kein vollwertiges Beweismittel sind, jedoch zumindesten Indizcharakter haben.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Heiligenabend!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774