So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an raschwerin.
raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17101
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
raschwerin ist jetzt online.

Betreff Auszahlung Wohngeld berschussSehr geehrte Damen

Diese Antwort wurde bewertet:

Betreff: Auszahlung Wohngeldüberschuss Sehr geehrte Damen und Herren, Für meine Eigentumswohnung, die ich nicht selbst bewohne, zahlte ich über die Jahre mehr Wohngeld ein, als notwendig, um evtl. eine künftige höhere Sonderumlage zu finanzieren. Der Überschuss entstand ab dem Jahr 2004. Nach dem Wechsel des Hausverwalters Anfang 2009 will ich den Überschuss ausgezahlt bekommen. Jedoch verweigert mir der „alte“ Hausverwalter mit Hinweis auf die Zuständigkeit des neuen Hausverwalters die Auszahlung. Der „neue“ Hausverwalter verweist mich auf die „alte“, teilt mir sogar mit, dass es eine Verjährungsfrist für einen nichtausgezahlten Wohngeldüberschuss gäbe, wonach ich evtl. keinen Anspruch mehr darauf hätte. Bei der letzten Eigentümerversammlung mit dem „neuen“ Hausverwalter wurde der „alte“ Hausverwalter nicht entlastet. Fragen: 1. Gibt es tatsächlich eine solche Verjährungsfrist? 2. Wer ist der rechtmäßige Verantwortliche für die Auszahlung des Überschusses? 3. Wie muss ich vorgehen, um an mein Geld zu kommen? 4. Auf welche Vorschriften/Paragraphen kann ich mich berufen? Mit freundlichem Gruß RP
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Frage 1: Gibt es tatsächlich eine solche Verjährungsfrist?

Es gibt keine Sonderregelung im WEG.

Grundsätzlich gilt für alle Ansprüche nach dem WEG auch die Dreijahresfrist des § 195 BGB.

Danach verjähren auch die Amsprüche auf Auszahlung des Hausgeldes 3 Jahre nach Entstehen. Die Verjährung beginnt immer mit Beginn des Folgejahres und endet 3 Jahre später.

Die Überschüsse aus den Jahren 2004, 2005 und 2006 wären schon verjährt. Hier kommt es aber auf Ihre Kenntnis an. Wenn Sie nachweisen können, erst 2007 oder später Kenntnis von den Überschüssen erlangt zu haben, würde auch dann erste die Verjährung laufen.

Für 2007, 2008 und 2009 ist definitiv noch keine Verjährung eingetreten.


Frage 2: Wer ist der rechtmäßige Verantwortliche für die Auszahlung des Überschusses?

Der aktuelle Verwalter ist verantwortlich. Der alte Verwalter wäre nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn er das Hausgeld veruntreut hätte.

Ansonsten zeichnet aktuell nur der neue Verwalter verantwortlich und ist zur Auszahlung verpflichtet.


Frage 3: Wie muss ich vorgehen, um an mein Geld zu kommen?

Schreiben Sie den Verwalter an und fordern das Geld. Setzen Sie dazu eine Frist von 14 Tagen. Senden Sie das Schreiben per Einschreiben.

Zahlt der Verwalter nicht sollten Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Interessenvertretung beauftragen.


Frage 4: Auf welche Vorschriften/Paragraphen kann ich mich berufen?

Für die Verjährung greift § 195 BGB. Für das Hausgeld findet sich eine Regelung in § 16 WEG. Die Rückzahlung ist nicht ausdrücklich geregelt, ergibt sich aber aus dem Sinn und Zweck. Zu viel gezahltes Hausgeld wird zurück gezahlt, etwaige Fehlbeträge müssen nachgezahlt werden.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.

Aus welchem Paragraphen ergibt sich die Rechtsnachfolge und damit die Verantwortung des "neuen" Hausverwalters?

Sehr geehrter Fragesteller,

die Verwalterstellung ergibt sich aus den §§ 21, 26 und 27 WEG.

Die Rechtsnachfolge ist nicht ausrücklich gereget, ergibt sich aber auch aus der Natur der Sache.

Der neue Verwalter tritt in die Aufgaben, Rechte und Pflichten des alten Verwalters ein.
raschwerin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.