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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Wie entscheidet VORAUSSICHTLICH ein Schweizer Richter, wenn

Kundenfrage

Wie entscheidet VORAUSSICHTLICH ein Schweizer Richter, wenn bei einer Erbteilungsklage, zwei Parteien das gleiche Objekt (in diesem Fall ein typisches Rustico-Stil Haus im Tessin mit zwei kleinen Wohnungen, von schönen Terrassen umgeben) haben wollen, der eine aber 14 Anteile (weil anderen Erben der EG abgekauft), der andere nur 4 Anteile hat, derjenige mit nur 4 Anteilen aber auch bereit ist, das Haus seinem Wert entsprechend zu kaufen?
Ich weiss, dass mehr Anteile nicht gleichbedeutend ist mit grösseren Chancen, ein Objekt auch tatsächlich zu bekommen; Anrechte sind unabhängig von Anzahl Anteilen.
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ihre Frage wird durch die Art. 611 und 612 ZGB (Zivilgesetzbuch) beantwortet.

Unter den Erben gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Das heisst, jeder Erbe hat den gleichen Anspruch, eine einzelne Erbschaftssache zugewiesen zu erhalten.

Ein Richter entscheidet darüber nicht. Falls der Nachlass so gross ist, dass sich das Haus in einem sog. Los unterbringen lässt, kann die Zuweisung durch Losziehung erfolge (Art. 611 Abs. 2 ZGB). Da der Wert des Hauses aber wohl den Wert eines Loses erheblich übersteigen dürfte, scheidet die Losziehung (nach dem Zufallsprinzip) aus.

Kann eine Erbsache, wie das Tessiner Haus, nicht einem einzelnen Erben durch Los zugewiesen werden, hat der Erblasser nicht verfügt, welcher der Erben das Haus erhalten soll und können sich die Erben über die Zuweisung des Hauses nicht einigen, so wird das Haus verkauft und der Erlös geteilt.

Der Verkauf erfolgt in diesem Fall durch öffentliche Versteigerung.

Zwar ist der Verkauf und die Teilung des Verkaufserlöses das letzte Mittel (ultima ratio) in der Erbteilung. Damit es dazu kommt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  1. Das Haus würde durch Teilung eines wesentliche Werteinbuss erleiden
  2. es lässt sich wertmässig nicht in einem Los unterbringen und
  3. es kommt keine abweichende Einigung der Erben über die Zuweisung Teiluzng oder Veräusserung der Sache zustande.
Ein Richter wird daher nicht über die Zuweisung entscheiden, sondern bei Uneinigkeit die Versteigerung anordnen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrter Herr Aschwanden,

Besten Dank für Ihre Antwort. Möchte sie zuerst mit meiner Frau besprechen können und komme später, voraussichtlich wieder auf sie zurück

mfG

DS

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Jahren.
Das würde mich freuen. Freundliche Grüsse