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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Als Psychotherapeutin berate ich einen Vater eines

Kundenfrage

guten Tag Als Psychotherapeutin berate ich einen Vater eines 5 jährigen Mädchens. Er ist verheiratet mit einer Frau aus einem afrikanischen Land. Diese hat die Familie schon ein halbes Jahr nach der Geburt immer wieder für Monate verlassen um ins Ausland zu gehen. Sie kommt sporadisch nach Hause bleibt ein paar Tage, verreist dann wieder für unbekannte Zeit (mehrere Monate). Telefoniert manchmal.  Der Vater ist quasi alleinerziehend. Arbeitet 100%, Tochter geht jeden Tag in Tagesschule. Nun hat der Vater genug, überlegt sich eine Scheidung, hat jedoch Angst bzgl. dem Sorgerecht der gemeinsamen Tochter. Sind seine Ängste berechtigt? Wie würde in diesem Fall entschieden bzgl. Sorgerecht? Vielen Dank ***** ***** Grüsse ***

Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst ist es wichtig, zwei Begriff zu unterscheiden: Einerseits das Sorgerecht, andererseits die Obhut.

Unter Sorgerecht (= elterliche Sorge) versteht man, das Recht, sein Kind rechtlich vertreten zu können. Es umfasst das Recht, von Schulen, Krankenhäusern, Behörden usw. über alle das Kind betreffenden Belange informiert zu werden. Die elterliche Sorge umfasst aber auch das Recht, den Aufenthaltsort des Kinds zu bestimmen. Die elterliche Sorge bringt aber auch Pflichten, wie z.B. die Betreuungs-, Erziehungs- und Fürsorgepflicht mit sich (vgl. v.a. Art. 301 ff. ZGB, Zivilgesetzbuch).

Unter der Obhut versteht man, an welchem Ort bzw. unter wessen "Dach" sich das Kind hauptsächlich aufhält. Die Obhut bringt auch die Verantwortung für die Handlungen des Kinds mit sich.

Sowohl das Sorgerecht als auch die Obhut kann einem Elternteil allein (Vater oder Mutter) oder beiden Eltern gemeinsam zugeteilt werden. Verheiratete Eltern haben bis zur Scheidung grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht. Solange die Eltern im gleichen Haushalt wohnen, steht das Kinds unter der gemeinsamen Obhut der Eltern.

Bei einer Trennung der Eltern bzw. einer Auflösung des ehelichen Haushalts kann das Kind unter die alleinige Obhut eines Elternteils gestellt werden. Es ist aber auch möglich, dass die gemeinsame Obhut belassen wird, z.B. wenn das Kind sowohl beim Vater als auch bei der Mutter lebt.

Seit dem 1. Juli 2014 gilt in der Schweiz neu, dass auch im Fall einer Scheidung der Eltern beiden Elternteilen die gemeinsame elterliche Sorge belassen wird. Nur noch ausnahmsweise wird die elterliche Sorge bei der Scheidung einem Elternteil allein übertragen.

Der Massstab für die Entscheidung, ob eine Ausnahme von der gemeinsamen elterlichen Sorge möglich ist, richtet sich danach, was dem Kindeswohl am besten dient. Nur wenn die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl schaden könnte, wird das Sorgerecht nach neuem Recht einem Elternteil alleine zugewiesen.

Bis zum 1. Juli 2014 war es in den meisten Fällen so, dass die alleinige elterliche Sorge demjenigen Elternteilt zugewiesen wurde, der die Kinder hauptsächlich betreut. in einem Grossteil der Fälle war dies die Mutter (klassisches Rollenverständnis).

Im von Ihnen geschilderten Fall kann der Vater – soweit hier beurteilbar – damit rechnen, dass er und seine Frau die gemeinsame elterliche Sorge auch nach einer Scheidung beibehalten. Das bedeutet im Übrigen nicht, dass alle das Kind betreffenden Entscheidungen über das Kind gemeinsam getroffen werden müssten. Jeder sorgeberechtigte Elternteil kann auch alleine wirksame Entscheidungen treffen, sofern der andere Elternteil nicht ausdrücklich widerspricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gericht der Mutter das alleinige Sorgerecht zuspricht, halte ich – soweit hier beurteilbar – für sehr gering. Zum einen müsste die Mutter dies beantragen und gute Gründe liefern, warum ihr das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden sollte. Solche Gründe sind nicht ersichtlich. Der Umstand, dass der Vater einen Vollzeittätigkeit nachgeht, genügt nicht. Im Gegenteil spricht die regelmässige Auslandsabwesenheit und das Risiko, dass die Mutter mit den Kindern das Land verlassen könnte, gegen ein alleiniges Sorgerecht.

Für sehr wahrscheinlich halte ich ein gemeinsames Sorgerecht und die Zuteilung der Obhut an den Vater (Kinder leben beim Vater).

Natürlich könnte der Vater das alleinige Sorgerecht beantragen. Hierzu müsste er belegen, dass das gemeinsame Sorgerecht dem Kindeswohl schadet. Etwa weil die Mutter über Wochen nicht erreichbar sei, schon während der Ehe auch unangemeldet für Monate nach Afrika ging usw. Ihre Unzuverlässigkeit, der sporadische Kontakt mit den Kindern usw. scheinen nicht geeignet, der Mutter die Rechte und Pflichten einer Sorgerechts(mit)inhaberin zu überlassen.

Die Chancen, dass der Vater das alleinige Sorgerecht erhält, sind intakt. Konkrete Erfolgsaussichten sind hier aber schwierig auszumachen.

Zusammenfassend braucht der Vater aus meiner Sicht und soweit hier beurteilbar sich keine Sorgen zu machen, dass ihm das Kind "weggenommen" wird. Seit der Rechtsänderung im Juli 2014 hat er mit allergrösster Wahrscheinlichkeit mindestens Anspruch auf ein gemeinsames Sorgerecht und die Zuweisung der Obhut.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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