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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Ich war ca. 55 Jahre Pflegekind in einer Familie mit 2 leiblichen

Kundenfrage

Ich war ca. 55 Jahre Pflegekind in einer Familie mit 2 leiblichen Kindern. Mir wurde auch der Nachname der Pflegeeltern übertragen. Ich hätte adoptiert werden sollen, konnte aber nicht, weil meine Pflegeeltern vorgenannte Kinder hatten. Mir wurde mündlich und schriftlich dargelegt, dass ich zu gleichen Teilen wie die vorgenannten Kinder am Erbe partizipieren werde. Meine Pflegeeltern starben nacheinander und ich wurde in keinem Testament erwähnt. Habe ich einen Anspruch?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Leider nicht. Pflegekinder sind im Gegensatz zu leiblichen Kindern oder zu Adoptivkindern nicht von Gesetzes wegen erbberechtigt.

Da ein Erbvertrag oder ein Testament nicht besteht, haben Sie auch keinen anderen erbrechtlichen Anspruch.

Der Umstand, dass Sie hätten adoptiert werden sollen und den Familiennamen der Pflegefamilie tragen, ändert daran leider nichts.

Auch dass man Ihnen mündlich immer wieder in Aussicht gestellt hatte, dass Sie zu gleichen Teilen wie die leiblichen Kinder an der Erbschaft partizipieren werden, hilft leider nicht weiter. Selbst wenn sich diese (mündliche) Aussage noch beweisen liesse, würde dies keine gültige letztwillige Verfügung darstellen. Ein Testament muss nämlich handschriftlich sein, damit er gültig ist. Ein Erbvertrag müsste sogar öffentlich beurkundet werden, um Rechtswirkung zu entfalten.

Zu prüfen wäre allerdings, ob die schriftliche Mitteilung der Absicht, Sie zu gleichen Teilen am Nachlass partizipieren zu lassen, ein gültiges Testament bzw. eine gültige Erbeinsetzung darstellen könnte. Dies könnte dann der Fall sein, wenn diese schriftliche Mitteilung von Hand geschrieben wurde und datiert ist. Ist diese schriftliche Mitteilung nicht von Hand geschrieben (also z.B. von Computer oder Schreibmaschine getippt), kommt ihm keine rechtsverbindliche Qualität zu (Formmangel).

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -