So funktioniert JustAnswer:

  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.

Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.

Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Staatsangehörigkeit Schweiz möchte einen Palestinenser vom

Kundenfrage

Staatsangehörigkeit Schweiz möchte einen Palestinenser vom Gazastreifen, der zur Zeit eine Aufenthaltsbewilligung für Ägypten hat, dort lebt und studiert, für 6 Wochen in die Schweiz einladen. Ein Visum wurde schon 3 mal abgelehnt. Was kann weiter unternommen werden.
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Palästina ist ein von der Schweiz nicht anerkannter Staat. Dennoch gelten für Palästinenser besondere Visumvorschriften: Angehörige von Palästina benötigen ein Visum, um in die Schweiz bzw. den Schengenraum zu reisen, auch wenn der Aufenthalt weniger als 90 Tage beträgt.

Von dieser Visumpflicht sind jene Personen ausgenommen, die einen gültigen Aufenthaltstitel eines Schengen-Mitgliedstaats oder ein gültiges D-Visum besitzen.

Ägypten gilt aus Sicht der Schweiz und aus Sicht von Schengen ebenfalls als Drittstaat. Dass Ihr palästinensischer Bekannter/Freund vermutlich einen gültigen Aufenthaltstitel für Ägypten hat, ändert daher an der Visumspflicht nichts.

Um legal vorübergehend in die Schweiz (oder in den Schengenraum) einreisen zu können, gibt es daher grundsätzlich keine anderen Möglichkeiten, als weiterhin zu versuchen, ein Visum zu beantragen.

Zu prüfen wäre im Einzelfall, mit welcher Begründung das Visum bisher abgelehnt wurde. Erfahrungsgemäss gehe ich davon aus, dass das Visum mit der allgemein gehaltenen Begründung abgelehnt wurde, dass der Antragstellende nicht hinreichend Gewähr dafür biete, nach Ablauf des Visums wieder auszureisen. Dies ist der häufigste Grund, welcher zu einer Ablehnung des Visums führt.

Diesem Ablehenungsgrund kann man z.B. durch den Nachweis von familiären oder anderen sozialen Bindungen im Herkunftsland begegnen. Auch das Vorweisen eine Rückflugtickets ist hilfreich. Auch diese Gründe sind jedoch keine Garantie für eine Visumerteilung, da die Behörde hier einen weiten Ermessensspielraum hat.

Das Visahandbuch I mit Anmerkungen des Bundesamts für Migration führt hierzu aus:

Vom Konsulat ist zu prüfen, ob das Risiko einer illegalen Einwanderung des Antragstellers in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten besteht (d. h. ob der Antragsteller unter dem Vorwand einer Urlaubs-, Geschäfts- oder Studienreise oder eines Familienbesuchs versucht, sich illegal im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten niederzulassen) und

ob der Antragsteller beabsichtigt, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf des beantragten Visums zu verlassen.


Die Konsulate sollten im Rahmen der Schengen-Zusammenarbeit vor Ort „Profile“ von Antragstellern erstellen, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der allgemeinen Lage im Wohnsitzstaat (z. B. politisch instabile Region, hohe Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Armut) ein besonderes Risiko darstellen. Die Profile könnten auf die Stabilität der sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Antragsteller gestützt werden, wobei jedoch jeder Antrag nach den Umständen des Einzelfalls unabhängig von einem etwaigen Profil zu prüfen ist.


Die Stabilität der Lebensumstände hängt von einer Reihe von Faktoren ab:
  • Familiäre oder persönliche Bindungen im Wohnsitzstaat
  • familiäre oder persönliche Bindungen in einem Mitgliedstaat,
  • Familienstand,
  • Beschäftigung (Höhe des Verdiensts),
  • Regelmässigkeit des Einkommens (aus abhängiger Beschäftigung oder selbstständiger Erwerbstätigkeit, Rente oder Pension, Anlageerträge usw.) des Antragstellers oder seines Ehegatten, seiner Kinder oder der von ihm abhängigen Personen,
  • Höhe des Einkommens,
  • sozialer Status im Wohnsitzstaat (z. B. gewählter Amtsträger, Vertreter einer NRO, Mitglied eines Berufsstands von hohem sozialen Ansehen: Rechtsanwalt, Arzt, Hochschulprofessor),
  • Immobilienbesitz.

Je nach Wohnsitzstaat des Antragstellers können andere Faktoren eine Rolle spielen.

 

 

Auch die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände können unterschiedliche Aspekte aufweisen: So kann sich die Finanzlage eines Antragstellers trotz Arbeitslosigkeit als sehr stabil erweisen, während ein gut bezahlter Angestellter eine illegale Einwanderung aus per- sönlichen Gründen in Erwägung ziehen könnte. Um eine objektive Beurteilung zu gewährleisten, sollten alle Aspekte einbezogen werden.


Zu prüfen ist darüber hinaus, ob

  • sich der Antragsteller zuvor illegal in den Mitgliedstaaten aufgehalten hat,
  • er zuvor missbräuchlich Sozialleistungen in den Mitgliedstaaten in Anspruch genommen hat,
  • zuvor bereits eine ganze Reihe unterschiedlicher Visa (Kurz- und Langzeitvisa) mit jeweils unterschiedlicher Begründung beantragt worden sind,
  • im Fall einer Einladung die Einladung von einer vertrauenswürdigen Person ausgesprochen wurde.
In jedem Fall müssen auch die übrigen Voraussetzung für die Erteilung eines Visum erfüllt sein.So sind dem Visumantrag neben einem gültigen Reisedokument (Pass) und einer Reisekrankenversicherung auch weitere Unterlagen beizufügen, die den Reisezweck belegen. In den meisten Fällen wird vom Gastgeber auch eine sog. Verpflichtungserklärung verlangt. Damit verpflichtet sich die Garantin oder der Garant, die ungedeckten Kosten (einschliesslich Unfall, Krankheit, Rückreise), die dem Gemeinwesen oder privaten Erbringern von medizinischen Dienstleistungen durch den Aufenthalt der ausländischen Person entstehen könnten, bis zu einem Betrag von CHF 30'000.- zu übernehmen.

Allenfalls wäre ein abschlägiger Entscheid an die nächste Instanz weiterzuziehen, wenn die Voraussetzungen für die Visumerteilung gegeben sind bzw. die Ablehnung zu Unrecht erfolgte.

Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass ein Anspruch auf ein Visum nicht besteht. Insofern besteht nie eine Garantie, dass ein Visum erteilt werden kann. Sollte ein Visum weiterhin nicht erhältlich gemacht werden können, wären Alternativen zu prüfen: So wäre z.B. denkbar, dass man über ein universitäres Austauschprogramm versucht ein Visum zu erhalten. Denkbar wären freilich auch Asylgesuch oder gar ein längerfristiger Aufenthalt (Aufenthaltsbewilligung), wobei auch diesbezüglich zu prüfen wäre, was für einen Zweck der Aufenthalt haben soll.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
„JustAnswer, die weltweit führende Online-Plattform für Expertenfragen und -antworten, bietet ab sofort noch mehr Sicherheit und Qualität für Verbraucher."
„Ob Vorbereitung, Notfall oder Reklamation nach dem Urlaub - JustAnswer bietet jederzeit schnelle, kompetente Antworten"
„Die Online-Plattform JustAnswer bringt Ratsuchende und Experten in über 200 Fachgebieten zusammen."
 
 
 

Was unsere Besucher über uns sagen:

 
 
 
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
< Zurück | Weiter >
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
  • Herzlichen Dank! Hab durch Ihre Antwort viel Geld gespart! Ben R. Deutschland
  • Sehr schnelle und kompetente Hilfestellung. Besonders für mich als Laien wurde alles sehr verständlich erklärt. Gerne wieder! Rosengl Bad Tölz
  • Vielen Dank für die schnelle und gute Beratung. Sie haben uns gut weitergeholfen. Wir kommen gerne wieder auf Sie zu. Birgit H. Kempten
  • Hervorragende und außerordentlich liebenswürdige Hilfe! Ich werde bei Bedarf bestimmt wieder auf JustAnswer zurückgreifen und bin sehr dankbar, dass es so etwas gibt! Dr. Gert Richter Verl
  • Danke für die schnelle Hilfe. Sehr schön, auch an einem Sonnabend ist jemand zu erreichen. Janine Gaus Bielfeld
  • Für mich persönlich war die Antwort sehr hilfreich. Vielen Dank an den Experten! Daniela H. Dortmund
 
 
 

Lernen Sie unsere Experten kennen:

 
 
 
  • Advokaturbüro

    Advokaturbüro

    Rechtsanwalt, LL.M.

    Zufriedene Kunden:

    3823
    Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
< Zurück | Weiter >
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/Eika03101981/2010-11-23_17305_BHF_1466_3.jpg Avatar von Advokaturbüro

    Advokaturbüro

    Rechtsanwalt, LL.M.

    Zufriedene Kunden:

    3823
    Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/JA/Jason2016/2013-3-17_141035_IMG1566.64x64.JPG Avatar von RA Schröter

    RA Schröter

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    93
    Studium des schweizer und französischen Rechtes
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/OT/oth/2016-5-30_10346_.64x64.jpg Avatar von RAKRoth

    RAKRoth

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    85
    Rechtsanwalt
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/raschwerin/2009-12-08_112115_RA_Steffan_-_neu_Large.jpg Avatar von raschwerin

    raschwerin

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    283
    Rechtsanwalt
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/TR/troesemeier/2012-8-30_105621_IMG4178.64x64.JPG Avatar von Tobias Rösemeier

    Tobias Rösemeier

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    86
    Fachanwalt für Familienrecht
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/SC/SchiesslClaudia/2013-11-27_153731_unnamed2.64x64.jpg Avatar von ClaudiaMarieSchiessl

    ClaudiaMarieSchiessl

    Rechtsanwältin

    Zufriedene Kunden:

    219
    19 Jahre Anwaltserfahrung
 
 
 

Ähnliche Fragen in der Kategorie Schweizer Recht