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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Guten Tag meine Damen und Herren An meinem letzten Arbeitstag

Kundenfrage

Guten Tag meine Damen und Herren
An meinem letzten Arbeitstag habe ich allen Daten/ E-Mail, Protokolle usw. auf meinem PC gelöscht. Nun habe ich eine Strafanzeige vom Arbeitgeber bekommen und muss am Dienstag auf dem Polizeiposten antreten zur Befragung.
Wie verhalte ich mich, was beantworte ich,was kommt alles auf mich zu?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Art. 144bis StGB (Strafgesetzbuch) regelt die Strafbarkeit der Datenbeschädigung.


Art. 144bis StGB – Datenbeschädigung

1. Wer unbefugt elektronisch oder in vergleichbarer Weise gespeicherte oder übermittelte Daten verändert, löscht oder unbrauchbar macht, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Hat der Täter einen grossen Schaden verursacht, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden. Die Tat wird von Amtes wegen verfolgt.

2. Wer Programme, von denen er weiss oder annehmen muss, dass sie zu den in Ziffer 1 genannten Zwecken verwendet werden sollen, herstellt, einführt, in Verkehr bringt, anpreist, anbietet oder sonst wie zugänglich macht oder zu ihrer Herstellung Anleitung gibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Handelt der Täter gewerbsmässig, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden.


Zunächst kann es darauf ankommen, was für Daten Sie gelöscht haben und ob diese für den Arbeitgeber unwiederbringlich verloren sind.

Sodann kommt es auch darauf an, ob die Löschung der Daten unbefugt erfolgt. Erforderlich ist, dass Sie gegen den ausdrücklichen oder zumindest mutmasslich vorhandenen Willen des Datenberechtigten gehandelt haben. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die alleine Berechtigung an Daten, die in Zusammenhang mit Ihrer Arbeitsleistung stehen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Löschung unbefugt war.

Damit die unbefugte Datenlöschung auch strafbar ist, ist erforderlich, dass Sie auch vorsätzlich handelten. Das heisst, Sie müssen insbesondere wissentlich und willentlich die Datenlöschung veranlasst haben und auch gewusst haben, dass Sie dies nicht dürfen.
Falls Sie tatsächlich oder fahrlässig davon ausgegangen waren, dass Sie zur Löschung befugt sind (etwa weil der Arbeitgeber ja alle Daten Ihres Rechners auch auf dem Firmenserver hat), liegt ein Strafbarkeitsirrtum vor.

Der Tatbestand der Datenbeschädigung dürfte wohl erfüllt sein. Allerdings könnten Sie straflos ausgehen, wenn Sie glaubhaft aussagen, dass Sie davon ausgegangen seien, Sie dürften oder müssten die Daten an Ihrem letzten Arbeitstag löschen, da die Daten ja auch auf dem Zentralserver des Arbeitgebers vorhanden seien.

Auf keinen Fall sollten Sie einräumen, dass Sie die Datenlöschung deshalb vorgenommen haben, um sich am Arbeitgeber zu rächen oder um ihm zu schaden. Falls Sie nicht glaubhaft begründen können, warum Sie davon ausgegangen waren, zur Datenlöschung befugt oder gar verpflichtet gewesen zu sein, rate ich, die Aussage zu verweigern.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -