So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.
Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten AbendBildungspflicht:wie

Kundenfrage

Guten Abend Bildungspflicht: wie sehen die Rechte und Pflichten der Eltern aus, die ihre Kinder nicht in die öffentliche Schule schicken, sondern anderweitig (also nicht schulhausgebunden) schulen: unschooling, homeschooling, sudbury valley Schulmodell (freiheitlich-demokratisches Konzept www.sudval.ch) müssen diese Kinder Prüfungen wie Kokpit erfüllen? Was, wenn diese Prüfungen nicht abgegeben werden? mit bestem Dank für Ihre Bemühungen und freundlichen Grüssen XXX

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Das (Volks)Schulwesen ist grundsätzlich kantonal geregelt.

Die Bundesverfassung (BV) normiert lediglich den verfassungsmässigen Anspruch, aber auch die Pflicht auf Volksschulunterricht (Art. 62 BV).

Die Kantone haben daher das Volksschulwesen in ihren kantonalen Volksschulgesetzen geregelt. Dort sind auch Vorschriften zu den Mindestanforderungen an Privatschulen und an den Privatunterricht enthalten (vgl. zum Beispiel §§ 68 ff. des Volksschulgesetzes des Kantons Zürich, VSG).

Das Volksschulgesetz schreibt sowohl für öffentliche, wie auch für Privatschulen und Privatunterricht eine Qualitätskontrolle vor.

Eine gesetzliche Vorschrift zur Durchführung des sog. Klassencockpits durch die Schule gibt es nicht. Auch in Kantonen in denen HarmoS gilt, wird nicht ausdrücklich vorgeschrieben, wie Qualitätskontrolle und -sicherung zu geschehen hat. Prüfungen wie das Klassencockpit sind eines von zahlreichen Instrumenten zur Leistungsbeurteilung bzw. Qualität der Schüler, sind aber für Privatschulen nicht zwingend vorgeschrieben.

Die kantonalen Gesetze schreiben lediglich vor, dass eine Qualitätssicherung und -kontrolle zu erfolgen hat und wer dafür zuständig ist. Im Kanton Zürich z.B. ist der Bildungsrat zur Festlegung der Qualitätsstandards zuständig, die Überprüfung der Schulqualität obliegt der Fachstelle für Schulbeurteilung (vgl. § 47 VSG/ZH).

Der Verband Schweizerischer Privatschulen (VSP) kennt ein eigenes (privatschulinternes) Qualitätssicherungssystem. Allerdings unterliegen auch Privatschulen und Privatunterricht der Aufsicht durch den Kanton (ZH: Volksschulamt); der Betrieb von Privatschulen bedarf auch einer Bewilligung (vgl. § 70 Abs. 2 VSG/ZH).

Im Kanton Zürich sieht das Reglement über die Aufsicht des Privatuntersichts vor, dass die Aufsichtsinstanz Schultests anordnen kann. Als geeignetes Testsystem
bietet sich zurzeit das Klassencockpit des Lehrmittelverlags des Kantons St. Gallen an.

Eine Pflicht zur Durchführung des Klassencockpits durch die Privatschule bzw. den Privatlehrer selbst besteht aber nicht.

Falls Sie als Elternteil den Eindruck haben, dass die Schule Ihres Kindes die Qualitätsanforderungen nicht erfüllt, können Sie sich an die Fachstelle für Schulberurteilung wenden, welche bei Feststellen von Qualitätsmängel den Bildungsrat bzw. die zuständige kantonale Behörde orientiert.

Insgesamt unterscheiden sich die Rechte und Pflichten von Eltern, die Ihre Kinder privat unterrichten lassen, nicht wesentlich von jenen anderer Eltern, die Ihr Kinder in öffentliche Schulen schicken. Insbesondere besteht das Recht zum unentgeltlichen Bezug der obligatorischen Lehrmittel. Freilich bestehen natürlich je nach Privatschule Unterschiede bei den Leistungen und Gegenleistungen (Schulgeld, Bildungsangebot etc.).

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -