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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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ich muss für die minderjährige tochter bis sie volljährig

Kundenfrage

ich muss für die minderjährige tochter bis sie volljährig wird 800 fr bezahlen! wenn sie volljährig ist nur 200 fr. solange sie bei mutter wohnt! Meine tochter will aber seit einem jahr nicht mehr bei mutter wohnen sondern ist jetzt bei mir und will auch im zukunft bei mir wohnen!Was muss ich ändern und muss meine ex in zukunft zahlen?und ab 2015 ist die tochter volljährig ich sollte nur 200fr bezahlen!..wir haben gemeinsame sorgerecht!


Meine ex arbeitet 100 prozent und verdient das dopelte!

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Offenbar ist die Unterhaltsregelung in Ihrem Scheidungsurteil etwas verunglückt. Anscheinend hat man damals nicht vorausgesehen, dass Ihre Tochter nicht bis zur Volljährigkeit bei der Mutter leben will.

Um beurteilen zu können, ob der Unterhaltsbeitrag weiterhin geschuldet ist, müsste ich die konkrete Regelung im Unterhaltsvertrag bzw. im Scheidungsurteil einsehen.

Gemäss Gesetz gilt folgendes:
Die Eltern eines Kindes sind unbahängig von der Sorgerechtsverteilung verpflichtet, gemeinsam für den Unterhalt des Kindes aufzukommen.
Der Kindesunterhalt kann in natura (in Form von Pflege, Unterkunft und Erziehung) und/oder in Bar geleistet werden.

In der Regel ist derjenige Elternteil bar-unterhaltspflichtig, bei dem das Kind nicht wohnt. Dies deshalb, weil der andere Elternteil, bei dem das Kind wohnt, ja auch die Lebenshaltungskosten (Mietanteil, Kleidung, Nahrung, Alltagsbedarf usw.) für das Kind erbringt.

Da die Tochter nun bei Ihnen wohnt, muss die Vereinbarung bzw. das Scheidungsurteil angepasst werden. Dies ist nach Art. 286 Abs. 2 ZGB bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse möglich.

Art. 286 Abs. 2 ZGB sieht vor, dass das Gericht bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse auf Antrag eines Elternteil dden Unterhaltsbeitrag neu festsetzen oder aufheben kann.

Da die Tochter (unvorhergesehenerweise) nun dauerhaft bei Ihnen wohnt, liegt eine erhebliche Veränderung der Verhältnisse vor.

Daher müssten Sie nun beim zuständigen Zivilgericht beantragen, dass der Unterhaltsbetrag den neuen Verhältnissen entsprechend angepasst wird. Dabei kann es durchaus dazu kommen, dass die Mutter des Kindes (welche offenbar wirtschaftlich genügend leistungsfähig ist, um bar-Unterhalt zu leisten) fortan Unterhalt für die Tochter an Sie zahlen muss.

Natürlich können Sie mit der Mutter auch eine von der Unterhaltsregelung abweichende Vereinbarung treffen. Allerdings muss eine neue Unterhaltsvereinbarung vom Gericht genehmigt werden, damit diese gültig ist (Art. 287 Abs. 3 ZGB).

Ob und in welchem Umfang die Mutter fortan an Sie Bar-Unterhalt für die Tochter wird leisten müssen, kann ich hier nicht abschliessend beurteilen. Sollte eine Einigung zwischen Ihnen und der Mutter nicht möglich sein, wird das Gericht unter Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse und der Bedürfnisse der Tochter den Unterhaltsbeitrag neu festsetzen.

Vor Einreichung einer Abänderungsklage bei Gericht, empfehle ich Ihnen, sich persönlich von einem Anwalt beraten zu lassen, damit auch sicher gestellt werden kann, dass nicht mit einer Klageabweisung zu rechnen ist, etwa mit dem Argument, die Verhältnisse hätten sich nicht genügend verändert.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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