So funktioniert JustAnswer:

  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.

Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.

Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Ein Neffe und seine Familie betreute fürsorglich über mehrere

Kundenfrage

Ein Neffe und seine Familie betreute fürsorglich über mehrere Jahre seine Tante und ihr Ehemann (ohne eigene Kinder) Die Verstorbenen Eheleute ( Tod beider innerhalb 1 Monates)
haben zu Lebzeiten sich mehrmals geäussert, dass sie ihrem Neffen nach ihrem Tod ihr Haus vermachen wollen. Testament wurde keines gemacht. Kann nach dem Tod vor der Erbteilung
im Sinne der Verstorbenen dem Neffen, der auch Erbberechtigt ist, eine Abgeltung oder Zuwendung gemacht werden zumindest für das Organisieren zweier Beerdigungen.
Danke XXXXX XXXXX Antwort
Hans
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst muss ich vorausschicken, dass der vom verstorbenen Ehepaar offenbar mehrfach mündlich geäusserte Wunsch, dem sie pflegenden Neffen das Haus zu vermachen, rechtlich unverbindlich ist.
Verbindlich wäre nur ein handschriftliches Testament, ein öffentlich beurkundeter Schenkungs- oder Erbvertrag über das Grundstück oder ein schriftlicher Schenkungsvertrag über eine Geldsumme.

Da kein rechtsgültiges oder verbindliches Schenkungs- oder Erbversperechen abgegegen worden war, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung. Der Neffe hat keine besonderen Ansprüche; insbesondere hat er auch keinen durchsetzbaren Anspruch auf das Haus.

Aus juristischer Sicht liegt zwar ein Auftrag zwischen betreuter und pflegeleistender Person vor. Doch Geld gibts dafür nur auf ausdrückliche Vereinbarung hin oder wenn das so üblich ist. In den meisten Fällen, indenen Verwandte Ihre Angehörigen betreuen (wohl auch im Falle des Neffen) gilt die Pflege als kostenloser Liebesdienst.
Ein Anspruch auf eine Entschädigung für die erbrachten Pflegedienstleistungen besteht soweit hier beurteilbar nicht.

Gleiches gilt grundsätzlich in Bezug auf den (Zeit-)Aufwand für das Organisieren der Beerdigung. Will der Neffe hierfür eine Entschädigung aus dem Nachlass, hätte dies irgendwo nachweisbar vereinbart werden müssen, entweder bereits mit den Erblassern zu Lebzeiten oder nachträglich mit der Erbengemeinschaft. Wurde nichts vereinbart, so wird auch die Arbeit für das Organisieren der Beerdigungen als (kostenloser) Liebesdienst bzw. als Gefälligkeit angesehen.

In Bezug auf die Todesfallkosten (Beerdigungskosten) gilt allerdings, dass diese vom Nachlass zu bezahlen sind. Hat der Neffe Todesfallkosten vorgeschossen (z.B. Bestatterkosten, Grabschmuck, Pfarrer, Kosten für Leidzirkulare und Todesanzeige etc.), so kann er diese Kosten von der Erbengemeinschaft zurückfordern. Die Beweislast für die tatsächlich entstandenen Kosten liegt beim Neffen.

Mit dem Tod des Erblassers ist der Neffe offenbar gesetzlicher Erbe und somit Teil der Erbengemeinschaft geworden. Als Mitglied der Erbengemeinschaft hätte er etwaige Forderungen gegenüber den übrigen Erben bzw. gegen die Erbengemeinschaft zu richten.

Wie oben ausgeführt besteht ein Anspruch auf Entschädigung für die geleistete Pflege oder das Organisieren der Beerdigung aber nicht (Ausnahme: Todesfallkosten).

Könnte er einen bestehenden Anspruch geltend machen und beweisen, wäre es freilich möglich, ihm vor der Teilung des Nachlasses seine Aufwendungen zu ersetzen bzw. zu bezahlen. Einer solchen Zahlung müssten alle Mitglieder der Erbengemeinschaft zustimmen, da das Einstimmigkeitsprinzip gilt. Andernfalls besteht nur der Weg der Leistungsklage gegen die Erbengemeinschaft bzw. gegen den Nachlass. Ein solcher Anspruch würde nicht an seinen Erbteil angerechnet.

Auch möglich ist eine Zuwendung (auf Anrechnung an den Erbteil), bevor der gesamte Nachlass geteilt wird. Dies würde dann einer vorab-Teilung eines Teils des Nachlasses entsprechen. Auch hier bedrüfte es aber der Zustimmung aller Mitglieder der Erbengemeinschaft.

Zusammenfassend dürfte der Neffe also für seine Pflegedienstleistungen keinen besonderen Anspruch geltend machen können. Auch das Organisieren der Beerdigungen dürfte aus juristischer Sicht als Gefälligkeit bzw. kostenloser Liebesdienst zu werten sein.
Einen solchen Anspruch könnte er gegenüber der Erbengemeinschaft geltend machen und durchsetzen, wenn ein gültiger Vertrag (z.B. ein öffentlich zu beurkundender Verpfründungsvertrag) zustande gekommen wäre. Ledliglich seinen privaten Aufwendungen für Todesfallkosten (Beerdigungskosten) kann er sich von der Erbengemeinschaft bzw. aus dem Nachlass ersetzen lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
„JustAnswer, die weltweit führende Online-Plattform für Expertenfragen und -antworten, bietet ab sofort noch mehr Sicherheit und Qualität für Verbraucher."
„Ob Vorbereitung, Notfall oder Reklamation nach dem Urlaub - JustAnswer bietet jederzeit schnelle, kompetente Antworten"
„Die Online-Plattform JustAnswer bringt Ratsuchende und Experten in über 200 Fachgebieten zusammen."
 
 
 

Was unsere Besucher über uns sagen:

 
 
 
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
< Zurück | Weiter >
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
  • Herzlichen Dank! Hab durch Ihre Antwort viel Geld gespart! Ben R. Deutschland
  • Sehr schnelle und kompetente Hilfestellung. Besonders für mich als Laien wurde alles sehr verständlich erklärt. Gerne wieder! Rosengl Bad Tölz
  • Vielen Dank für die schnelle und gute Beratung. Sie haben uns gut weitergeholfen. Wir kommen gerne wieder auf Sie zu. Birgit H. Kempten
  • Hervorragende und außerordentlich liebenswürdige Hilfe! Ich werde bei Bedarf bestimmt wieder auf JustAnswer zurückgreifen und bin sehr dankbar, dass es so etwas gibt! Dr. Gert Richter Verl
  • Danke für die schnelle Hilfe. Sehr schön, auch an einem Sonnabend ist jemand zu erreichen. Janine Gaus Bielfeld
  • Für mich persönlich war die Antwort sehr hilfreich. Vielen Dank an den Experten! Daniela H. Dortmund
 
 
 

Lernen Sie unsere Experten kennen:

 
 
 
  • Advokaturbüro

    Advokaturbüro

    Rechtsanwalt, LL.M.

    Zufriedene Kunden:

    3823
    Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
< Zurück | Weiter >
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/Eika03101981/2010-11-23_17305_BHF_1466_3.jpg Avatar von Advokaturbüro

    Advokaturbüro

    Rechtsanwalt, LL.M.

    Zufriedene Kunden:

    3823
    Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/JA/Jason2016/2013-3-17_141035_IMG1566.64x64.JPG Avatar von RA Schröter

    RA Schröter

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    93
    Studium des schweizer und französischen Rechtes
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/OT/oth/2016-5-30_10346_.64x64.jpg Avatar von RAKRoth

    RAKRoth

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    85
    Rechtsanwalt
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/raschwerin/2009-12-08_112115_RA_Steffan_-_neu_Large.jpg Avatar von raschwerin

    raschwerin

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    283
    Rechtsanwalt
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/TR/troesemeier/2012-8-30_105621_IMG4178.64x64.JPG Avatar von Tobias Rösemeier

    Tobias Rösemeier

    Rechtsanwalt

    Zufriedene Kunden:

    86
    Fachanwalt für Familienrecht
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/SC/SchiesslClaudia/2013-11-27_153731_unnamed2.64x64.jpg Avatar von ClaudiaMarieSchiessl

    ClaudiaMarieSchiessl

    Rechtsanwältin

    Zufriedene Kunden:

    219
    19 Jahre Anwaltserfahrung
 
 
 

Ähnliche Fragen in der Kategorie Schweizer Recht