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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Ich hatte im Dez. 13 eine grosse Schulteroperation und bin

Kundenfrage

Ich hatte im Dez. 13 eine grosse Schulteroperation und bin bei der SUVA versichert. Kann also nicht arbeiten (100%). Mein Sohn ist auch der Arbeitgeber Fa. Obrist Oliver Illi in Affoltern. Er hat ^mir schriftlich mitgeteilt, dass ich ab dem 1. Febr. also heute am Arbeitsplatz erscheinen soll sonst wird mir per sofort gekündigt. Der Lohn vom Jan. 2014 habe ich bis heute nicht erhalten. Frage, was kann ich tun???
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Solange Sie infolge Unfall oder Krankheit zu 100% arbeitsunfähig sind, ist eine ordentliche Kündigung ungültig (sog. Kündigung zur Unzeit nach Art. 336c Abs. 1 lit. c OR.

Beachten Sie, dass Sie als Arbeitnehmer Ihre Arbeitsunfähigkeit beweisen müssen. Sie müssen also ein Arztzeugnis vorlegen, das bescheinigt, dass Sie 100% nicht arbeitsfähig sind.

Ausserdem sollten Sie beachten, dass alleine der Umstand, dass Sie eine Operation hatten, noch keine absolute Arbeitsunfähigkeit begründen muss. Entscheidend ist jeweils, dass Ihnen aufgrund von Schmerzen oder verschriebener Nachbehandlung (Bettruhe, Schonung der operierten Schulter) die Arbeit nicht möglich bzw. nicht zumutbar ist.

Trotz der Schulteroperation ist Ihnen zumindest zuzumuten, am Arbeitplatz anzurufen, um Ihre Absenz zu melden. Zudem sind Sie wie gesagt verpflichtet, dem Arbeitgeber ein Arztzeugnis auszuhändigen. Gegebenenfalls sollten Sie schriftlich mitteilen, dass Sie bereit seien, ein Telefongespräch über die wichtigsten Belange Ihrer Arbeit zu führen.

Sofern Sie nachweislich arbeitsunfähig sind, sich wahrheits- und pflichtgemäss krankgemeldet haben und Ihrem Arbeitgeber auch ein ärztliches Zeugnis vorliegt, müssen Sie nicht zur Arbeit erscheinen. (Ausnahme: falsches Arztzeugnis. So wurde z.B. eine Kündigung gerichtlich bestätigt, als ein nach seiner Knieoperation krank gemeldeter Arbeitnehmer während der "Arbeitsunfähigkeit" sein Dach neu gedeckt hat).

Selbstverständlich ist jederzeit eine fristlose Kündigung möglich und gültig. Wenn Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos kündigt, ist das Arbeitsverhältnis per sofort wirksam beendet.
Die fristlose Kündigung wäre zwar gültig aber ungerechtfertigt. Nach Art. 337c OR muss der Arbeitgeber im Falle einer ungerechtfertigten fristlosen Kündigung dem Arbeitnehmer den Lohn bezahlen, den dieser ohne ungerechtfertigte Kündigung verdient hätte. In Ihrem Fall würde Ihr Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist (ab Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit) bzw. zur Beendigung der Lohnfortzahlungspflicht verurteilt.
Zudem können Sie vom Arbeitgeber eine Strafzahlung von 0 - 6 Monatslöhnen verlangen. Die Höhe dieser sog. Pönale wird ebenfalls vom Richter unter Berücksichtigung der Schwere der Missbräuchlichkeit des Arbeitgebers festgesetzt.

Eine fristlose Kündigung können Sie natürlich nicht verhindern.

Ich empfehle Ihnen, Ihrem Arbeitgeber schriftlich (per Einschreiben) nochmals mitzuteilen, dass Sie infolge der Operation noch immer 100% arbeitsunfähig seien. Sie könnten der Aufforderung zur Arbeit zu erscheinen daher keine Folge leisten.
Verweisen Sie darauf, dass eine Kündigung trotz nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit nichtig sei (Kündigung zur Unzeit nach Art. 336c OR).
Sie sollten dem Schreiben unbedingt nochmals ein Arztzeugnis beilegen.

 

(Vereinbaren Sie nötigenfalls nochmals eine Konsultation beim Arzt der Ihnen ein offizielles Arztzeugnis ausstellt. Ob die "Meldungen und Berichte", die Sie bereits eingereicht hatten, ausreichen, um eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen, kann ich hier nicht beurteilen.)

Falls Ihnen trotzdem (fristlos) gekündigt wird, sollten Sie sich sofort persönlich an einen Rechtsanwalt wenden, der Ihre Interessen vor Gericht vertritt. Falls Ihnen tatsächlich fristlos gekündigt wird, bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig, als Ihre Rechte vor Gericht (Friedensrichter und Arbeitsgericht) geltend zu machen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -