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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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guten abend , ich habe mich selbstendig gemacht als coiffuer

Kundenfrage

guten abend , ich habe mich selbstendig gemacht als coiffuer , mein arbeigeber hat mein lezte lohn nicht bezahlt ,,weil er meinte ich habe seine kunde abwerben , meine frage ist ... kann er dass machen ? bekomme ich mein loihn???

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst wäre zu prüfen, ob Sie mit Ihrem ehemaligen Arbeitgeber ein (nachvertragliches) Konkurrenzverbot vereinbart haben. Falls dies der Fall ist, wäre dieses zu berücksichtigen. Im Falle eines Verstosses gegen dieses Konkurrenzverbots könnte eine Konventionalstrafe geschuldet sein, welche unter Umständen sogar höher ist, als ein Monatslohn (vgl. Art. 340 ff. OR).

Auch wenn vertraglich kein Konkurrenzverbot vereinbart wurde, sind Sie nicht berechtigt, dem Arbeitgeber absichtlich Schaden zuzufügen. Insbesondere wäre es nicht zulässig, schon vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezielt Kunden des Arbeitgebers anzuschreiben und die eigenen Dienste anzupreisen. Auch nicht erlaubt wäre das Mitnehmen von Kundenlisten und gezieltes Abwerben von Kunden.

Nicht verboten allerdings, wenn Sie Ihren Kunden mitgeteilt hatten, dass Sie die Stelle verlassen und sich selbständig machen würden.

Es kommt also darauf an, ob Sie Ihre Treuepflicht gegenüber Ihrem ehemaligen Arbeitgeber verletzt haben, ihm absichtlich Schaden zugefügt haben, indem Sie schon vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezielt Kunden abgeworben haben oder Kundenlisten mitgenommen haben, um diese gezielt abzuwerben (vgl. dazu Art. 321a OR).

Allerdings muss grundsätzlich Ihr Arbeitgeber beweisen, dass Sie ihn schon während dem Arbeitsverhältnis konkurrenziert haben oder z.B. Kundenlisten mitgenommen haben, um diese während oder nach Beendigung des Arbeitsvertrages gezielt für Ihre eigene Firma abzuwerben.

Falls die Vorwürfe des Arbeitgebers begründet sind und Sie ihm durch gezieltes Abwerben von Kunden absichtlich Schaden zugefügt haben, ist er grundsätzlich berechtigt, den ihm entstandenen Schaden als Gegenforderung mit Ihrem Lohn zu verrechnen (Art. 323b OR).

Haben Sie allerdings Ihre Treuepflicht weder während noch nach dem Arbeitsverhältnis verletzt, keine Kundenlisten mitgenommen oder gezielt abgeworben, darf Ihr Arbeitgeber den Lohn nicht zurückhalten.
Alleine aus dem Umstand dass Coiffeur-Kunden nun von sich aus zu Ihnen in den Salon kommen, kann der Arbeitgeber nichts für sich beanspruchen.

Im letzten Fall sollten Sie Ihren Arbeitgeber auffordern, Ihnen den Lohn zu zahlen, da es nicht zuträfe, dass Sie ihm aktiv Kunden abgeworben hätten. Zahlt er nicht, können Sie bei der Schlichtungsstelle am Ort Ihres Arbeitgebers (je nach Kanton: Friendesrichter) ein Schlichtungsgesuch einreichen und verlangen, dass Ihnen der ausstehende Lohn gezahlt wird.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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