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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Hallo Ich habe im April 2009 mit der Bank eine Hypothek von

Kundenfrage

Hallo
Ich habe im April 2009 mit der Bank eine Hypothek von 300000 Franken abgeschlossen. Im September 2009 habe ich geheiratet und im Oktober 2009 mit dem Hausbau begonnen. Im Grundbuchamt bin nur ich als Eigentümer eingetragen. Der Wert des Hauses wurde auf 510000 Franken geschätzt. Finanziert habe ich das Haus aus Erbgeld und voreherlichen Ersparnissen.
Meine Frage: Was müsste ich bei einer Scheidung auszahlen.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Dies lässt sich aus heutiger Sicht nicht abschliessend beurteilen.

Vorausschicken möchte ich, dass der Eintrag im Grundbuch für die güterrechtliche Auseinandersetzung bei einer Scheidung nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Aus dem Umstand, dass das Haus grundbuchlich nur auf Sie lautet, lässt sich nicht ableiten, dass das Haus alleine von Ihnen finanziert wurde.

Relevant ist hingegen, dass Sie den Kaufpreis für das Haus aus Geld Ihrer Erbschaft und einer auf Sie lautenden Hypothek finanziert haben. Güterrechtlich gesprochen, handelt es sich daher beim Haus um eine sog. Ersatzanschaffung für Eigengut.

Selbst also wenn Sie das Haus erst während bereits lange dauernder Ehe gekauft bzw. gebaut hätten, würde das Haus im Falle einer Scheidung Ihrem Eigengut zufallen. Dies deshalb, weil das Vermögen das Sie in die Ehe eingebracht haben, wie auch vor und während der Ehe empfangene Erbschaften in das Eigengut des Erbenden fallen; es stellt also keine Errungenschaft dar, an der der Ehepartner partizipieren würde.

Ihr Ehepartner wird im Rahmen einer Scheidung also nicht am Kaufpreis für das Haus partizipieren.

Anders verhält es sich hingegen in Bezug auf die Wertsteigerung, welche das Haus während der Dauer der Ehe erlebt. Dabei wird zwischen sog. industriellem und konjunkturellen Mehrwert unterschieden.

Ihr Ehegatte partizipiert im Rahmen der Errungenschaftsbeteiligung grundsätzlich am Mehrwert des Hauses, der während der Dauer der Ehe eingetreten ist (Wertsteigerung des Eigengut, vgl. Art. 206 ZGB). Unbestrittenermassen hat Ihr Ehegatte ein Anspruch an industriellen (selbsterschaffenen) Mehrwerten, sofern diese vom Ehegatten oder aus Errungenschaft geschaffen wurden; also z.B. ein wertsteigernder Um- oder Ausbau während der Dauer der Ehe, der mit Errungenschaft finanziert wurde.
Auch am konjunkturellen Mehrwert, also einer marktbedingten Wertsteigerung, partizipiert Ihre Ehegatte in einem gewissen Umfang, sofern er einen Betrag zur Wertsteigerung geleistet hat.

Zu konkreten Beantwortung Ihrer Frage kommt es also darauf an, wie lange Sie verheiratet sein werden, welche Wertsteigerung das Haus während der Dauer der Ehe erfäht und welchen Beitrag Ihre Ehegatte während der Dauer der Ehe leistet.

Die Grundsubstanz bzw. der ursprünglich bezahlte Kaufpreis bzw. Investitionswert bleibt Ihnen aber erhalten, da dieser allein aus Eigengut finanziert wurde. Achten Sie darauf, dass Sie die Art der Finanzierung auch in 20 Jahren noch belegen können (z.B. mit Steuererklärung vor und nach der Eheschliessung, Belege über die empfangene Erbschaft, usw.).

Um eine Partizipierung Ihres Ehegatten am Haus vollständig und mit Sicherheit zu verhindern, haben Sie nur die Möglichkeit, dies mit einem Ehevertrag auszuschliessen. Denkbar wäre die Vereinbarung einer Gütertrennung oder einer beschränkten Errungenschaftsbeteiligung (Vereinbarung, dass Erträge aus dem Eigengut nicht in die Errungenschaft fallen gemäss Art. 199 Abs. 2 ZGB).

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -