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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag Meine Partnerin hat ein unehliches Kind. Das Kind

Kundenfrage

Guten Tag

Meine Partnerin hat ein unehliches Kind. Das Kind ist 10 Jahre alt. Der Kindsvater hat noch nie Alimente bezahlt. Nun ist meine Partnerin unverschuldet mit Ihrer kleinen Firma Konkurs tfgegangen. Den angesammelten Schuldenberg hat sie abbezahlt. Da der Kindsvater immer wieder gegen den Willen des Kindes das Sorgerecht zu bekommen und meine Partnerin schlecht hinstellt bei der Vormundschaftsbehörde verlangt diese nun von meiner Partnerin eine Bargeldrücklage von 85'000 CHF welche sie bei der Vormundschaftsbehörde zu deponieren hat um das fortkommen des Kindes zu sichern. Es reicht noch nicht einmal ein Bankkontoauszug. Es wird ihr angedroht, das Kind fremd zu platzieren, sollte sie diese Bargeldrücklage nicht innert 1 Woche abliefern. Meine Frage lautet nun, darf die Vormundschafts behörde dies und mit welchem Gesetzesartikel lässt sich dies begründen?
Besten Dank für Ihre Antwort
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Die rechtliche Grundlage für das Vorgehen der Kindesschutzbehörde befindet sich in Art. 324 ZGB (Zivilgesetzbuch):

Art. 324 ZGB
1 Ist die sorgfältige Verwaltung nicht hinreichend gewährleistet, so trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindesvermögens.
2 Sie kann namentlich Weisungen für die Verwaltung erteilen und, wenn die periodische Rechnungsstellung und Berichterstattung nicht ausreichen, die Hinterlegung oder Sicherheitsleistung anordnen.
3 Auf das Verfahren und die Zuständigkeit finden die Bestimmungen über den Kindesschutz entsprechende Anwendung.


Bei der verlangten Bargeldrücklage handelt es sich soweit hier beurteilbar um eine Hitnerlegung oder Sicherheitsleistung im Sinne von Art. 324 Abs. 2 ZGB.

Die Kindesschutzbehörde darf dies nicht nur, sonder MUSS sogar eine solche Massnahme von Amtes wegen verfügen, wenn eine konkrete Gefährdung des Kindesvermögens vorliegt. Es handelt sich dabei um eine sog. Kindesschutzmassnahme.
Tatsächlich kann die Nichteinhaltung dieser Kindesschutzmassnahme das Ergreifen von noch schärferen Massnahmen (Obhuts- oder Sorgerechtsentzug) zum Schutze des Kindes nach sich ziehen.

Insgesamt ist es also – z.B. infolge des Konkurses der Kindsmutter – durchaus möglich, dass das Kindesvermögen so geschützt werden muss. Allerdings ist die KESB gehalten, verhältnismässig zu handeln. Das heisst, solch drastische Massnahmen dürften nur ergriffen werden, wenn mildere Massnahmen nichts nützen oder zum Vorneherein aussichtslos scheinen.

Ob im konkreten Fall diese Massnahme geboten und verhältnismässig ist, kann ich ohne Detailskenntnisse der Gesamtsituation nicht beurteilen. Die Möglichkeit besteht aber durchaus. Ich empfehle Ihrer Partnerin, sich für die Beurteilung der Rechtmässigkeit des Handelns der KESB bzw. der Hinterlegungsverfügung persönlich an einen Rechtsanwalt zu wenden.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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