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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Meine Kollegin fuhr mit 120 km/h laut Tacho durch eine Zone

Kundenfrage

Meine Kollegin fuhr mit 120 km/h laut Tacho durch eine Zone mit 80 km/h Begrenzung. Nach Abzug der Toleranz bleiben netto 35 km/h Übertretung. Es ist das erste Vergehen dieser Art. Der Führerausweis ist noch in der Probezeit. Meine Fragen: Wird der Ausweis unbedingt entzogen, wenn ja, wie lange ca. ? Der Strafbefehl wird in etwa welche Geldbusse beinhalten ? Wie hoch werden ca die Verfahrenskosten? Danke für eine rasche Antwort Freundliche Grüsse xxxx

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Um Ihre Frage beantworten zu können, benötige ich noch weitere Angaben:

1. Wo (Kanton) wurde die Geschwindigkeitsüberschreitung begangen?
2. Wo (Kanton) ist das Auto zugelassen?
3. War die Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn oder ausserorts?


Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Anwalt,

 

ad 1: Kanton Zürich

ad 2: Kanton Luzern

ad 3 auf der Autobahn

 

Gruss

 

xxxx

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Davon ausgehend, dass es sich beim Blitzkasten tatsächlich um ein Radargerät gehandelt hatte bzw. die Messtoleranz von 5 km/h zur Anwendung gelangt, gehe ich für die Beurteilung Ihrer Frage von einer Geschwindigkeitsüberschreiten (ausserorts) von 35 km/h aus.

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass die Praxis der regionalen Staatsanwaltschaften unterschiedlich ist und diesen ein gewisser Ermessensspielraum zusteht, insbesondere was die Höhe einer Geldstrafe angeht. Daher sind folgende Ausführungen nur als Richtwert zu verstehen:

Nach den Strafmassrichtlinien der Oberstaatsanwaltschaft Zürich stellt die Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn um 35 km/h eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG (Strassenverkehrsgesetz dar). Eine solche wird in der Regel (bei Ersttätern) mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen und einer zusätzlichen Busse von ca. CHF 800.00 geahndet.

Hinzu kommen die Verfahrenskosten. Diese betragen je nach Aufwand und Auslagen der Behörde in der Regel ca. CHF 400.00.

Falls Ihre Kollegin Glück im Unglück hat, hat sie aufgrund der Tachoeichung nur eine Geschwindikeitsüberschreitung um 34 km/h oder weniger begangen. Dies würde gerade noch eine einfache Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG darstellen und mit einer Busse von CHF 600.00 geahndet.

Zusaätzlich zu diesem Straf(befehls)verfahren kommt es zu einem sog. Administrativverfahren. Zuständig für den Entzug ist gemäss Ihren Angaben das Strassenverkehrsamt Luzern (bzw. Führerschein ausstellende Behörde).

Handelt es sich um eine grobe Verkehsregelverletzung (35+ km/h), wird der Führerausweis zwingend für mindestens 3 Monate entzogen (Art. 16c SVG). Bei Ersttätern begnügt sich das Strassenverkehrsamt in der Regel mit einem 3-monatigen Entzug, wenn keine erschwerenden Umstände (Gefährdung) vorliegen.

Handelt es sich "nur" um eine einfache Verkehrsregelverletzung (unter 35 km/h), wird der Führerausweis zwingend für mindestens 1 Monat entzogen (mittelschwerer Fall nach Art. 16b SVG).

Nach § 27 der Luzerner Verordnung über den Gebührenbezug des Strassenverkehrsamts betragen die Gebühren für den Ausweisentzug zwischen CHF 50.00 und CHF 800.00. In der Regel wird für ein Administrativverfahren mit Führerausweisentzug eine Gebühr von ca. CHF 350.00 verlangt.

Der Führerausweis auf Probe wird genau gleich wie der (definitive) Führerausweis entzogen und nach Ablauf der Entzugsdauer wiedererteilt. Dies jedenfalls bei Ersttätern.
Wird der Führerausweis auf Probe erstmals entzogen, verlängert sich allerdings die Probezeit um ein Jahr. Dauert der Entzug über das Ende der (eigentlichen) Probezeit hinaus, so beginnt das Zusatzjahr bei Rückgabe des Führerausweises auf Probe (Art. 15a Abs. 3 SVG).

Kommt es innerhalb der Probezeit zu einem zweiten Entzug, verfällt der Führerausweis auf Probe ganz (Art. 15a Abs. 4 SVG).

Zusammenfassend muss Ihre Kollegin also im schlimmsten Fall und soweit hier beurteilbar mit einer bedingten Geldstrafe von ca. 10 Tagessätzen und einer Zusatzbusse von ca. CHF 800.00 sowie mit Verfahrensgebühren von ca. CHF 400.00 rechnen.
Im Administrativverfahren wird ihr der Führerausweis auf Probe für 3 Monate entzogen, danach aber unter Verlängerung der Probezeit wiedererteilt. Die Verfahrenskosten dürften ca. CHF 350.00 betragen.

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