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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Eine sehr gute Kollegin von mir hat heute eine schriftliche

Kundenfrage

Eine sehr gute Kollegin von mir hat heute eine schriftliche Verwarnung erhaltenb. Man hat sie gezwungen, die Kenntnisnahme zu unterschreiben. Der Verwarnungsbrief ist voller Lügen, boshafter Unterstellungen und Verdrehungen. Ihr Chef hat sie schon länger im Visier. Was er vorwirft, ist vor allem Projektion. Er hat sogar Informationen aus einem Coaching verwendet, wo doch vorher über das Coaching Stillschweigen vereinbart wurde. Sie ist völlig aufgelöst gewesen. Was den Job betrifft, hat sie nun das Verfalldatum auf der Stirn. Gerne würde ich ihr einen Anwalt empfehlen, der gegen diese Verwarnung vorgeht.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

In der Praxis ist es sehr schwierig, gegen Verwarnungen vorzugehen, da der Verwarnte irgendwie beweisen sollte, dass die Verwarnung als solche ungerechtfertigt war.

Tatsächlich aber, muss gegen die Verwarnung vorgegangen werden, zumal offenbar auch gegen eine Stillschweigervereinbarung verstossen und der Arbeitgeber dadurch möglicherweise seine Fürsorgepflicht gegenüber der Arbeitnehmerin verletzt hat.
Daher empfiehlt es sich, gegen die Verwarnung schriftlich per Einschreiben vorzugehen, bzw. dieser gegenüber dem Arbeitgeber zu widersprechen.

Der Umstand, dass Ihre Kollegin den Empfang der Verwarnung unterschriftlich bestätigt hat, ist unschädlich. Es bestätigt nicht, dass Ihre Kollegin den Inhalt der Verwarnung als solcher akzeptiert hat.

In vielen Fällen wird erst bei einer Kündigung einer Verwarnung widersprochen. Dann ist es oft leider zu spät. Daher sollte unverzüglich reagiert werden.

Ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass eine Kündigung nicht verhindert werden kann. Selbst eine ungerechtfertigte oder missbräuchliche Kündigung ist wirksam, und beendet das Arbeitsverhältnis. So kann vor Arbeitsgericht also nicht auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses geklagt werden. Bestenfalls kann bei einer ungerechtfertigten oder missbräuchlichen Kündigung vom Arbeitgeber eine Entschädigung von 0 bis 6 Monatslöhne verlangt werden.
Anders sieht es aus bei nichtigen Kündigungen. Diese entfalten keine Rechtswirkung. Nichtig ist eine Kündigung zur Unzeit, also z.B. während Krankheit oder Unfall oder wenn die vertraglich vereinbarte Form (z.B. Schriftlichkeit) nicht eingehalten wird.

Für die Suche nach einem Anwalt für Ihre Kollegin empfehle ich Ihnen gerne die Suchmaske des Schweizerischen Anwaltsverbandes, wo sie selbst nach einem Anwalt in ihren Nähe suchen kann:
http://swisslawyers.begasoft.ch/Anwaltssuche.13.0.html

Auch ich bin schwerpunktmässig im Arbeitsrecht tätig. Bei Interesse stehe ich ebenfalls gerne zur Verfügung. Vor Kontaktaufnahme mit einem Anwalt sollte sich Ihre Kollegin aber noch mit Ihrer Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzten (falls vorhanden), da diese in vielen Fällen die Anwaltskosten übernehmen oder selber einen Anwalt bzw. eine Rechtsberatung stellen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -