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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Hallo weiß nicht ob ich hier richtig bin! Mein Freund ist mazedonischer

Kundenfrage

Hallo weiß nicht ob ich hier richtig bin! Mein Freund ist mazedonischer Staatsbürger ist in der Schweiz Zürich mit einer mazedonischen Staatsbürgerin die einen aufenthaltstitel c hat, verheiratet. Er will die Scheidung hat so einem aufenthaltstitel b der bis Sept 2013 gilt! Aber ich bin seine Freundin bin schwanger von ihm und er will zu mir nach Deutschland..... Kann er so einfach hier in München bleiben er muss die Vaterschaft anerkennen oder? Bekommt er in Deutschland einem aufenthaltstitel denn heiraten will ich erst mal nicht! Und seine Exfrau im Zürich droht mit allem möglichen die hat ihn angezeigt wegen Gewalt in der ehe .... Was nicht stimmt die Polizei weiß da Bescheid... Ich bitte um Rat i d Hilfe
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ich kann Ihr Frage hier nur aus Sicht des Schweizer Ausländerrechts beantworten. Für die Frage nach einem (neuen) Aufenthaltstitel in Deutschland ist deutsches Recht massgeblich.

Ich vermute, Ihr Freund hat seine Aufenthaltsbewilligung (B) Schenken, d.h. er darf sich im ganzen Schengenraum aufhalten, mithin auch nach Deutschland einreisen. Diese Aufenthaltsbewilligung hat er allerdings nur aufgrund der Ehe mit seiner Frau, welche eine Niederlassungsbewilligung (C) besitzt.

Wird die Ehe getrennt, wird die im September 2013 auslaufende Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich nicht mehr verlängert und Ihr Freund wird aus der Schweiz weggewiesen. Mit anderen Worten wird die Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich nur dann verlängert, wenn die Ehe noch nicht geschieden ist und Ihr Freund mit seiner Frau zusammenwohnt.
Falls die Ehe mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht oder wichtige persönliche Gründe (eheliche Gewalt, soziale Wiedereingliederung im Heimatland nicht möglich u.ä.) vorliegen, kann die Aufenthaltsbewilligung ausnahmsweise auch ohne Zusammenleben verlängert werden (Art. 50 AuG).

Über die Frage der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung entscheidet die kantonale Migrationsbehörde.

Natürlich könnte Ihr Freund eine (neue) Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland beantragen. Diese Frage richtet sich dann nach deutschem Recht (vgl. §§ 27 ff. Aufenthaltsgesetz).
Falls feststeht, dass das Kind von Ihrem Freund stammt, könnte ihm im Rahmen des Familiennachzuges eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland wohl erteilt werden, sofern er sich auch um das Kind kümmert; vgl. dazu § 28 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG:

§ 28 Familiennachzug zu Deutschen


(1) Die Aufenthaltserlaubnis ist dem ausländischen

  1. Ehegatten eines Deutschen,

  2. minderjährigen ledigen Kind eines Deutschen,

  3. Elternteil eines minderjährigen ledigen Deutschen zur Ausübung der Personensorge

zu erteilen, wenn der Deutsche seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet hat. Sie ist abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 in den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 und 3 zu erteilen. Sie soll in der Regel abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 erteilt werden. Sie kann abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 dem nicht personensorgeberechtigten Elternteil eines minderjährigen ledigen Deutschen erteilt werden, wenn die familiäre Gemeinschaft schon im Bundesgebiet gelebt wird. § 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2, Satz 3 und Abs. 2 Satz 1 ist in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 entsprechend anzuwenden.


Voraussetzung dafür ist, dass die Vaterschaft Ihres Freundes feststeht. Das heisst, er müsste das Kind nach deutschem Recht als sein eigenes anerkennen.
Für eine konkrete Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Aufenthaltserlaubnis Ihres Freundes in Deutschland sollten Sie sich an einen deutschen Kollegen wenden, der sich auf Fragen des Ausländerrechts spezialisiert hat. Informationen erhalten Sie auch bei der zuständigen Ausländerbehörde (in München: Kreisverwaltugnsreferat, Abteilung Auländerangelegenheiten, Ruppertstrasse).

Die Situation dürfte nicht allzu einfach bzw. zumindest administrativ aufwendig sein, zumal es sich nicht um einen gewöhnlichen Fall des Familiennachzugs handelt. Unter Umständen würde eine Heirat die Situation vereinfachen. Wie bereits oben ausgeführt, sollten Sie sich diesbezüglich aber konkret in Deutschland beraten lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -