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Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag wir haben ein ERBSCHAFTSPROBLEM ist das möglich das

Beantwortete Frage:

Guten Tag wir haben ein ERBSCHAFTSPROBLEM ist das möglich das eine enkelin nach 10 Jahren noch ihren Erbteil einfordern kann? tod von Grossvater. Jetzt ist die Grossmutter verstorben und hatt sie ja auch noch ihren anteil zugut.
Grüsse S.Sa
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

In dieser allgemeinen Form ist es schwierig, hier die Rechtslage abschliessend zu beurteilen.

War die Erbin gesetzliche Erbin der Grossmutter, ist es durchaus möglich, dass Sie auch heute noch die sog. Ausgleichung verlangt. Ausgleichungsansprüche der gesetzlichen Erben verjähren nicht.

War die Enkelin hingegen als testamentarische Erbin oder Vermächtnisnehmerin eingesetzt, wäre zu prüfen, wann der Anspruch auf Herausgabe ihres Erbes von der Grossmutter entstanden ist bzw. wann ihr ein Vermächtnis hätte ausgerichtet werden müssen. Auch hier ist es allerdings möglich, dass dieser Anspruch noch nicht verjährt ist. Der Anspruch des Vermächtnisnehmers verjährt mit Ablauf von 10 Jahren seit der Mitteilung der letztwilligen Verfügung der Erblasserin oder seit dem Zeitpunkt, seit dem das Vermächtnis auszurichten wäre (Art. 601 ZGB). Denkbar ist auch, dass die Enkelin vorliegend eine Erbschaftsklage vorbringen kann. Diese verjährt mit Ablauf eines Jahres, seit dem die Enkelin Kenntnis erlangt hat, dass jemand falsches gutgläubig im Besitze "ihrer" Erbschaft ist. Hätte der Erbschaftsbesitzer allerdings wissen müssen, dass auch die Enkelin am Erbe berechtigt ist, beträgt die Verjährungsfrist sogar 30 Jahre.
Hatte die Enekelin keine Kenntnis davon, dass ihre Erbschaft in "falschem" Besitz ist und hat der Erbschaftsbesitzer zu Recht geglaubt, ihm gehöre die Erbschaft, so beträgt die Verjährungsfrist 10 Jahre (Art. 598 ff. ZGB).

Insgesamt ist es also durchaus möglich, dass die Enkelin Ihre Erb- oder Vermächtnisansprüche heute noch geltend macht, da eine Verjährung unter Umständen noch nicht eingetreten ist.

Fraglich ist hingegen, ob Sie neben ihrem Erbanspruch auch Zins/Verzugszinse geltend machen kann. Dies halte ich eher für unwahrscheinlich, es sei denn, es wäre klar, an welchem Tag ihr ein Vermächtnis hätte ausgerichtet werden müssen oder sie hätte bereits vor langer Zeit die Erbschaftsbesitzer mit einer Mahnung in Verzug gesetzt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
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