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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Sehr geehrte Damen und Herren, Ich habe von meinem unterdessen

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe von meinem unterdessen verstorbenem Vater einen kleinen Erbevorbezug erhalten. Dann bem Tod vom Vater einen kleinen Teil Erbe. Meine Mutter lebt noch. Jetzt kommt ans Tageslicht, dass mein Bruder zur Gründung einer Firma ungleich viel mehr erhalten hat. Habe ich das Recht auf Ausgleich?

Vielen Dank
Freundliche Grüsse
S. Seifert
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ihre Frage wird durch die Art. 626 ff. ZGB grundsätzlich beantwortet. Nach Art. 626 ZGB sind die gesetzlichen Erben gegenseitig verpflichtet, gegen seitig alles zur Ausgleichung zu bringen, was ihnen der Erblasser (Ihr Vater) bei Lebzeiten auf Anrechnung an ihren Erbteil zugewendet hat.
Diese Vorschrift besagt demnach, dass grundsätzlich auch Schenkungen und Erbvorbezüge die zu Lebzeiten Ihres Vaters getätigt wurden, bei der Erbteilung berücksichtigt werden müssen.

Allerdings wird nicht jeder Franken, der Ihr Vater zu Lebzeiten Ihnen oder Ihrem Bruder zugewendet hat, berücksichtigt. Übliche Gelegenheitsgeschenke und Zuwendungen die auf einer gesetzlichen Pflicht beruhten (z.B. Unterhalt) unterliegt grundsätzlich nicht der Ausgleichung.

Ausserdem stand es Ihrem Vater natürlich frei, selber über sein Vermögen zu entscheiden. So ist es ihm von Gesetzes wegen möglich, seine Kinder nicht gleich zu behandeln und nicht zu gleichen Teilen als Erben zu begünstigen. Ein solcher Wunsch müsste er allerdings in einem Testament oder Erbvertrag festgehalten haben. In Bezug auf Zuwendungen zu Lebzeiten wäre zu prüfen, ob die Ungleichbehandlung von Ihrem Vater gewollt war. Ist letzteres der Fall besteht aber eine Vermutung, dass grundsätzlich auszugleichen ist, sofern Ihr Vater nicht ausdrücklich etwas anderes festgehalten hat.

Der Ausgleichungsanspruch ist grundsätzlich unverjährbar. Da eine Teilung des Nachlasses Ihres Vaters aber offenbar bereits erfolgt ist, wäre zu prüfen, ob Sie den Anspruch auf Ausgleichung heute noch geltend machen können, bzw. ob in Ihrem bisherigen Handeln nicht ein Verzicht auf Ihr Ausgleichungsrecht zu sehen ist.

Da Ihr Bruder offenbar deutlich mehr als Sie erhalten hat, würde ich Ihnen empfehlen, sich persönlich an einen Rechtsanwalt zu wenden, der Ihre Ansprüche und die Erfolgsaussichten im konkreten Fall prüft. Beachten Sie, dass Ihnen in einem Prozess die Pflicht obliegt, die Ungleichbehandlung bzw. die Ausgleichungspflicht Ihres Bruders sowie die Ausgleichungspflicht betreffend die jeweiligen Zuwendungen zu beweisen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -