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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Ich werde nach 30Jahren Ehe ein Schlussstrich machen. Was muss

Kundenfrage

Ich werde nach 30Jahren Ehe ein Schlussstrich machen. Was muss ich im Vorfeld beachten und erledigen?

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  hoellering hat geantwortet vor 3 Jahren.

hoellering :

Guten Tag, Sie haben diese Frage in "Psychiatrie" gestellt. Möchten Sie aber wissen, was Sie finanziell, vertraglich vorbereiten müssen, gehört sie eher in die Jura- Rubrik. Soll ich sie verschieben lassen?

Experte:  SchiesslClaudia hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

soll die Frage nach Schweizer Recht beantwortet werden ?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

ja


 

Experte:  SchiesslClaudia hat geantwortet vor 3 Jahren.
Ich leite es weiter

vielen Dank XXXXX XXXXX Geduld
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Ihre Frage wurde zwischenzeitlich in die Kategorie Schweizer Recht weitergeleitet. Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ihren Schilderungen entnehme ich, dass Sie sich von Ihrem Ehegatten nach 30 Jahren Ehe trennen oder scheiden lassen wollen. Im Vorfeld muss aus rechtlicher Sicht nicht zwingend etwas unternommen werden. Allerdings sind folgende Überlegungen zu treffen:

1.
Besprechen Sie mit dem Ehegatten, ob eine einvernehmliche Trennung und/oder Scheidung in Betracht kommt (Scheidung auf gemeinsames Begehren). Dies ist dann der Fall, wenn beide Ehegatten die Ehe beenden wollen. Eine Einigung über die Scheidungsfolgen (Unterhalt, güterrechtliche Auseinandersetzung, Sorgerecht, Hausratsaufteilung etc.) ist nicht erfoderlich.

1a.)
Falls Einigkeit darüber besteht, dass die Ehe getrennt oder geschieden werden soll, sollten Sie versuchen, sich gemeinsam über so viele Punkt wie möglich zu einigen:
1. Wer erhält die eheliche Wohnung
2. Wer erhält was aus dem während der Ehe ersparten Vermögen
3. Wer erhält das Sorgerecht über (falls vorhanden) über noch minderjährige Kinder
4. Bei wem leben die Kinder nach der Trennung/Scheidung
5. Wer zahlt wem wieviel Unterhalt nach der Trennung oder Scheidung (nachehelicher Unterhalt)
6. Wie wird das während der Ehe geäufnete Vorsorgeguthaben der Pensionskassen geteilt (in der Regel hälftige Teilung)
7. Wer trägt die Kosten der Scheidung

Zur Unterstützung bei der Besrpechung bzw. der Verhandlung über diese Punkte können Sie sich zu zweit gemeinsam an einen Rechtsanwalt oder einen Mediator wenden. In diesem Zusammenhang möchte ich anregen, die Möglichkeit einer Trennungs-/Scheidungsmediation zu überlegen.

Sobald eine Einigung über die Scheidung als solche (Teileinigung) und allenfalls sogar über alle Scheidungsfolgen (umfassende Einigung) getroffen wurde, ist diese (Teil-)konvention zusammen mit einem Begehren um Scheidung der Ehe dem Gericht am Wohnsitz eines Ehegatten zu übergeben. Dieses Gericht wird dann zur Anhörung vorladen. Einigt man sich über alle Punkte, findet nach dieser Anhörung kein weiterer Termin statt und die Ehe wird vom Gericht geschieden. Andernfalls setzt das Gericht Frist zur Einreichung von Anträgen über die Scheidungsnebenfolgen, was ein längeres Verfahren zur Folge haben kann.

1.b)
Falls keine Einigkeit darüber besteht, dass die Ehe geschieden werden soll, bleibt Ihnen nur der Weg der Scheidungsklage. Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass die Ehe seit mindestens zwei Jahren tatsächlich getrennt ist (sog. Trennungsjahre). Vorher kann die Ehe gegen den Willen des anderen Ehegatten grundsätzlich nicht geschieden werden (Ausnahme: Härtefallscheidung).

In diesem Falls sollten einer der Ehegatten aus der ehelichen Wohnung ausziehen. Besteht keine Einigkeit darüber, wer ausziehen soll oder wer wem wieviel Trennungsunterhalt bezahlen muss, so ist auch hier entweder eine Trennungsmediation durchzuführen oder ein sog. Eheschutzbegehren beim Gericht am Wohnsitz des anderen Ehegatten einzureichen.
Auf das Eheschutzbegehren hin, entscheidet das Gericht über die für die Trennung wesentlichen Punkte: vorläufige Zuteilung der ehelichen Wohnung, Trennungsunterhalt, allenfalls Kindesunterhalt, Obhut über minderjährige Kinder. Nur ausnahmsweise wird im Eheschutzverfahren die Gütertrennung verfügt oder bereits (vorläufig) über das Sorgerecht entschieden.

Damit ein Scheidungsverfahren, eine Mediation oder ein Eheschutzverfahren durchgeführt werden kann, werden insbesondere folgende Unterlagen benötigt:
1. Mietverträge und allenfalls weitere gemeinsame Verträge (Schulden)
2. Aktuelle Einkommensnachweise (Lohnausweis/Lohnabrechnungen)
3. Aktuelle Steuererklärungen
4. Allenfalls Grundbuchauszüge über gemeinsame Liegenschaften
5. Auszug aus dem Familienregister (erhältlich bei der Heimtortgemeinde)
6. Nachweise über den Lebensbedarf (Meitvertrag, Krankenkassenbelege, Versicherungen, Nebenkostenabrechnung, ÖV-, Strom- und Telefonkosten etc.)
7. Berechnung der Austrittsleistungen der Pensionskassen (per Scheidungszeitpunkt)

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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