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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Abend, ich habe vor einem Monat meinen Vater verloren.

Kundenfrage

Guten Abend, ich habe vor einem Monat meinen Vater verloren. Er ist durch einen tragischen Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Er arbeitete in der Schweiz, wo auch der Unfall passiert ist. Im Moment ermittelt die Staatsanwaltschaft, Fahrlässige Tötung gegen Unbekannt. Ich und meine Mutter (deutsche Staatsbürgerinnen, meine Mutter wohnt in Deutschland, ich in der Schweiz) wurden von der Staatsanwaltschaft gefragt, eine Privatklage (unterteilt in Zivilklage und/oder Strafklage) einzureichen oder zu verzichten. Wir würden gerne klagen, wissen jedoch nicht genau, was in diesem Fall auf uns alles zukommt. Vorallem wissen wir nicht, welcher Anwalt in dieser Situation der Richtige wäre, ein deutscher Anwalt, oder ein schweizerischer? Und muss dieser sich im Strafrecht gut auskennen oder ist es nicht unbedingt nötig? Ich hoffe Sie können mir etwas weiterhelfen und bedanke XXXXX XXXXX Voraus! Julia M.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Zunächst möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid zum tragischen Verlust Ihres Vaters aussprechen. Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Grundsätzlich würde ich Ihnen in jedem Fall empfehlen, am von der Staatsanwalt einzuleitenden oder bereits eingeleiteten Strafverfahren (wegen fahrlässiger Tötung) als Privatkläger teilzunehmen. So haben Sie das Recht, an Einvernahmen teilzunehmen, Fragen zu stellen und/oder auch eigene Anträge zu stellen.

Ausserdem gibt es die Möglichkeit im Strafverfahren einen zivilrechtlichen Anspruch (Schadensersatz, Genugtuung etc.) geltend zu machen (im sog. Adhäsionsverfahren). In der Regel müssen Sie aber damit rechnen, dass Sie mit Ihrer Zivilforderung ans Zivilgericht verwiesen werden, da die Strafgerichte nur selten über zivilrechtliche Ansprüche entscheiden. So kommt es im Strafverfahren in der Regel nur zu einem Freispruch, einer Einstellung des Verfahrens oder zu einer Verurteilung, nicht aber zu einem Urteil über Genugtuung oder Schadensersatz.

Auf jeden Fall, sollte Sie prüfen, ob Sie Zivilklage einreichen wollen. Die Rechtsgrundlage dafür dürfte Art. 41 ff. OR sein. Zu beachten ist hier, dass diese Ansprüche innerhalb eines Jahres verjähren, nachdem der Haftpflichtige Ihnen bekannt wurd (vgl. Art. 60 OR). Das heisst, Sie müssen diese Frist im Auge behalten und Klage einreichen, bevor ein Jahr verstrichen ist. Da Ihr Vater erst vor einem Monat verstorben ist und der Ersatzpflichtige wohl noch nicht bestimmbar ist, haben Sie mit dieser Entscheidung noch mindestens 11 Monate Zeit, bevor Sie handeln sollten, um Ihre Ansprüche nicht verjähren zu lassen.

Im Zivilverfahren können Sie durchaus mit einer anständigen Schadensersatzforderung (die noch zu bestimmen wäre) und einer Genugtuungsforderung (Art. 47 OR) rechnen. Allerdings muss natürlich klar sein, wer für den Tod Ihres Vaters verantwortlich gemacht werden kann. Ohne Schuldigen gibt es auch keinen Ersatzpflichtigen.

Insgesamt würde ich Ihnen daher empfehlen, zunächst als Privatkläger am Strafverfahren teilzunehmen. Einen Anwalt benötigen Sie dazu grundsätzlich nicht (kein Anwaltszwang). Falls Sie den Beizug eines Anwalts wünschen, empfehle ich Ihnen in Bezug auf das Straf- und allenfalls Zivilverfahrens einen in der Schweiz zugelassenen Anwalt (deutsche Anwälte dürfen gar nicht ohne weiteres hier tätig sein). Aus meiner Sicht, wäre es sinnvoller, einen Zivilrechtsspezialisten (Haftpflichtrecht) hinzuzuziehen. Einen Strafrechtsexperten benötigen Sie eher nicht, da das Verfahren im Wesentlichen von der zuständigen Staatsanwaltschaft geleitet wird.

Zu einem späteren Zeitpunkt, sobald näheres über die Todesumstände und den/die Verantwortlichen bekannt ist, sollten Sie die Einleitung einer Zivilklage gegen diese prüfen. Hier wäre auf jeden Fall der Beizug eines Anwalts zu empfehlen (wiederum Zivilrechtler). Ein Anwaltszwang besteht allerdings auch hier nicht.

Bei einer Teilnahme als Privatkläger im Strafverfahren müssen Sie in der Regel keine Kosten übernehmen, es sei denn, Ihre Anträge seien missbräuchlich oder trügen dazu bei, dass unnötige Untersuchungen etc. vorgenommen werden.

Im Zivilverfahren hingegen treten Sie und allenfalls Ihre Mutter als KlägerInnen auf. Das heisst, Sie sind vollständig und alleine kostenpflichtig, müssen Vorschüsse (Gerichtskosten) leisten und den Anwalt zunächst selber bezahlen. Nur falls Sie den Prozess gewinnen, haben Sie gegenüber dem Haftpflichtigen bzw. gegenüber seiner Privathaftpflichtversicherung Anspruch auf ERsatz Ihrer Prozessaufwendungen. Verlieren Sie den Prozess oder ist der Haftpflichtige zahlungsunfähig, bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Insofern besteht im Gegensatz zum Strafverfahren im Zivilverfahren ein erhebliches Kostenrisiko.

Schon vor diesem Hintergrund würde ich Ihnen empfehlen, noch ein paar Monate mit einer Zivilklage zu warten. Die Staatsanwaltschaft erledigt die Arbeit (für Sie) kostenlos. Am Strafverfahren sollten Sie aber schon deshalb teilnehmen, weil Sie als Privatkläger mehr Beteiligungsrechte haben.

Im Zweifel sollten Sie sich persönlich von einem Anwalt beraten lassen. Ohnehin dürften nun auch erbrechtliche Fragen zu klären sein. War Ihr Vater ebenfalls deutscher Staatsangehöriger, so kommt es unter Umständen zu einer sog. Nachlassteilung, wobei ein Teil des Nachlasses in Deutschland, ein anderer Teil in der Schweiz erbrechtlich behandelt werden muss. Beachten Sie, dass sowohl das deutsche als auch das Schweizer Erbrecht zahlreiche Fristen kennt (z.B. Ausschlagungsfristen etc.), die es zu beachten gilt. Auch diesbezüglich empfiehlt es sich gegebenenfalls, sich persönlich an einen Anwalt zu wenden. Ich stehe mit meinen Kenntissen zum deutschen und schweizerischen Zivilrecht mit Anwaltszulassung in der Schweiz und in Deutschland jederzeit gerne für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung: Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrter Herr Aschwanden,


 


ich danke Ihnen vielmals für die nützliche Information. Ich und meine Mutter werden Ihrem Rat folgen und erst einmal nur Privatklage zum Strafverfahren einreichen. Vielen dank ebenfalls für den Tipp bezüglich der Nachlassteilung, ich werde mich darüber informieren und falls noch Fragen auftauchen, werde ich mich gerne wieder an Sie wenden.


 


Freundliche Grüsse,


 


Julia M.

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Es freut mich, wenn ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt -
Mettmenstetten / München
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Aschwanden,


 


es geht um den von mir oben beschriebenen Fall, ich und meine Mutter sind auf der Suche nach einem Rechtsanwalt, der uns während des noch laufenden Ermittlungsverfahres im Fall vom Tod meines Vaters zur Seite steht und sich auch eine Einsicht in die Akten vornehmen würde. Wir haben bereits eine Privatklage eingereicht und auch selbst eine Einsicht in die Akten bekommen. Wir würden gerne Ihre Hilfe in rechtlicher Beratung in Anspruch nehmen.


Wäre es grundsätzlich möglich persönlich (telefonisch) mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?


 


Mit freundlichen Grüßen!

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sie können mich selbstverständlich telefonisch kontaktieren, wobei dann zu prüfen wäre, ob eine anwaltliche Vertretung für Sie sinnvoll und nutzbringend wäre. Meine Kontaktangaben entnehmen Sie bitte meinem Profil, in dem Sie unten auf Advokaturbüro klicken.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank, ich habe Ihre Kontaktdaten total übersehen. Ich würde mich gerne am Donnerstag bei Ihnen telefonisch melden, erreiche ich Sie da in der Schweiz oder in Deutschland? Wenn Sie mir eine Uhrzeit nennen möchten, die Ihnen besser passt, dann würde ich versuchen genau zu dieser Zeit anzurufen.


 


Freundliche Grüße!

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