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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Abendwie lange muss man warten bis die Erbschaft der

Kundenfrage

Guten Abend wie lange muss man warten bis die Erbschaft der verstorbenen Eltern (Mutter 20 Jahre, Vater 13 Jahre) in Kraft tritt. 2 meiner Geschwister leben immer noch im Familienhaus. Für sie ist es ganz normal dass das Gebäude mit Land ihnen gehört. Darf ich eine Teilungsklage einreichen? Besten Dank fùr Ihre Nachricht- Freundlichst xxxxxxxx

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Eine Erbschaft tritt nicht "in Kraft".

Wenn ein Erblasser stirbt, so wird sein Nachlass automatisch zum Eigentum der Erbengemeinschaft, welche aus den gesetzlichen oder eingesetzten Erben besteht. Diese können grundsätzlich nur gemeinsam über die Erbschaft entscheiden.

Gemäss Art. 604 ZGB kann jeder Erbe jederzeit die Teilung der Erbschaft verlangen. Vor diesem Hintergrund können Sie tatsächlich eine gerichtliche Teilung verlangen.

Da Ihre Mutter und Ihr Vater offenbar schon länger verstorben sind, wäre zu prüfen, ob gewisse erbrechtliche Ansprüche nicht schon verjährt sind. Dies kann hier allerdings nicht abschliessend beurteilt werden.

Falls Sie (im Gegensatz zu Ihren Geschwistern) nach dem Tod Ihrer Mutter bzw. später nach dem Tod Ihres Vaters nichts erhalten haben, dürfte durchaus noch ein Anspruch bestehen. Im einzelnen wäre aber zu prüfen, ob ein Testament oder Erbvertrag hinterlassen wurde, den man schon zu einem früheren Zeitpunkt hätte anfechten müssen.

Ausserdem ist es so viel später auch immer schwierig, zu eruieren, was genau hinterlassen wurde. Bankkonten oder Eigentum, das nun auf die Erbengemeinschaft (Erben der Mutter, bzw. Erben des Vaters) lauten, gehören klar zur Erbengemeinschaft.

So muss auch das Familienhaus und bzw. das Gebäude mit Land grundsätzlich geteilt werden oder wenigstens dem Wert nach ausgeglichen werden. Besondere Vorschriften gelten allerdings, wenn es sich um ein landwirtschaftliches Grundstück handelt.

Ich empfehle Ihnen, sich nochmals mit Ihren Geschwistern zu besprechen. Falls eine Lösung nicht gefunden werden kann, sollten Sie sich persönlich mit möglichst vielen Informationen an einen Anwalt wenden. In Betracht kommt natürlich auch eine Erbschaftsmediation, in der Sie und Ihre Geschwister mit der Unterstützung des Mediators einen Teilungsvertrag ausarbeiten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -