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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Wir sind verheiratet , haben keine Kinder und möchten gerne

Kundenfrage

Wir sind verheiratet , haben keine Kinder und möchten gerne wissen, ob die Geschwister erbberechtigt sind wenn kein Testament vorhanden ist.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ihr Frage wird in Art. 462 ZGB beantwortet, welcher die gesetzliche Erbfolge regelt.

Nach Art. 462 Ziff. 2 ZGB muss der überlebende Ehegatte mit den Erben des elterlichen Stammes die Erbschaft im Verhältnis von 3:1 teilen. Die Erben des elterlichen Stammes, also die Eltern des verstorbenen Ehegatten und deren Nachkommen (d.h. Geschwister, Neffen/Nichten usw.) erhalten 1/4 der Erbmasse. Die anderen 3/4 behält der verwitwete Ehegatte.
Dies gilt selbstverständlich nur, wenn der Erblasser selbst keine Nachkommen hinterlässt (Art. 462 Ziff. 1 ZGB).

Im Gegensatz zu den Eltern, sind aber in einem solchen Fall die Geschwister und deren Nachkommen nicht pflichtteilsgeschützt (Art. 471 ZGB). Das bedeutet, dass in Ihrer Konstellation zwar jedes Elternteil des versterbenden Ehegatten in jedem Fall Anspruch auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils hat (Pflichtteil jedes Elternteils also je 1/16), was auch durch letztwillige Verfügung nicht umgangen werden kann.

Sind die Eltern aber vorverstorben, können die anderen Erben des elterlichen Stamms (Geschwister und deren Nachkommen) wirksam durch eigenhändiges Testament des Erblassers von der Erbfolge ausgeschlossen werden und alles kann dem hinterbliebenen Ehegatten hinterlassen werden.

Um Ihre Frage kurz und bündig zu beantworten:
Ja; stirbt ein verheirateter, kinderloser Erblasser, so sind seine Geschwister erbberechtigt, sofern kein Testament besteht, das etwas anderes anordnet und sofern seine Eltern vorverstorben sind.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank für die Antwort. Nun ist es zur Zeit eigentlich sehr dringend


das wir dagegen etwas unternehmen. Würden Sie mir bitte kurz


formulieren wie wir das zu Papier bringen können das es auch rechtlich


verhält. PS Ich bin zur Zeit etwas durch den Wind M.f.G.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Es ist mir klar, dass Sie die Kosten anpassen müssen

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Wie muss das Handgeschriebene Testament formuliert sein um die Geschwister vom Erbe auszuschliessen. Es muss rechtlich sein.

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Der Ausschluss der Geschwister kann - da diese nicht pflichtteilsgeschützt sind - in einem eigenhändig bzw. vollständig handschriftlichen Testament erfolgen. Dies könnte etwa wie folgt aussehen:

"TESTAMENT

Ich,
Name, Vorname, geb., Wohnort,
verfüge letztwillig was folgt:

Meinen Mann/meine Frau,
Name, Vorname, geb., Wohnort,
setze ich als meinen Alleinerben/Meine Alleinerbin ein. Meine Geschwister, deren Nachkommen oder andere allenfalls noch vorhandene gesetzliche Erben sollen nichts erhalten. Eigene Nachkommen hinterlasse ich nicht, meine Eltern sind vorverstorben.

Etwaige frühere letztwillige Verfügungen widerrufe ich hiermit ausdrücklich.

Ort, Datum, Unterschrift"


Beachten Sie, dass ein Testament von Anfang bis Ende von Hand geschrieben werden muss. Nur die eigenhändige Unterschrift eines Computerausdrucks ist nicht gültig.

Ausserdem empfehle ich Ihnen und Ihrem Mann je einzeln ein Testament anzufertigen und nicht etwa ein gemeinsames.

Das handschriftliche Testament können Sie zu Hause aufbewaren oder irgendwo, wo Sie wollen. Um sicherzustellen, dass das Testament nach Ihrem Tod auch gefunden und eröffnet wird, kann das Testament beim Bezirksgericht, z.T. auch bei der Gemeinde gegen eine geringe Gebühr hinterlegt werden.

Auf keinen Fall sollten Sie das Testament in einem Bankschliessfach aufbewahren, da ein solches nach Ihrem Tod unter Umständen für die Erben nicht mehr zugänglich ist.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator

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