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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

guten tag, ich habe einen hund vor 2 tagen probehalber bei

Kundenfrage

guten tag,
ich habe einen hund vor 2 tagen probehalber bei anderen leuten plaziert, wobei wir mündlich am abend abgemacht haben, dass sie das tier übernehmen und diese woche einen vertrag schicken und 300 franken bezahlen..
nun, heute morgen habe ich per mail ihnen mitgeteilt, dass ich den hund gerne zurück haben möchte und von dem vertrag zurücktrete..
zu diesem zeitpunkt sind die 300 franken bei mir noch nicht eingegangen, erst heute nachmittag..
ist es rechtlich möglich, als "verkäufer" eines tieres vom mündlichen vertrag innert 2-3 tagen zurückzutreten? wir hatten einen schriftlichen vertrag vereinbart, der aber nicht stattgefunden hat und nun steht der mündliche im raum..
vielen dank XXXXX XXXXX schnelle antwort..
die leute sind knallhart und möchten den hund nicht zurückgeben und fühlen sich im recht..
freundl. grüsse
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnser-Nutzer(in)

Grundsätzlich werden Hunde aus rechtlicher Sicht wie Sachen behandelt, auch wenn Sie ausdrücklich nicht als "Sachen" gelten.

Das bedeutet, dass das Eigentum am Tier mit der Übergabe auf den neuen Eigentümer übergeht, wenn sich beide Einig sind, dass das Eigentum (vorbehaltlos) übergehen soll. (sog. dinglicher Vertrag über den Eigentumsübergang).

Der Kaufvertrag (sog. obligatorischer Vertrag über die gegenseitigen Verpflichtungen) regelt nur, wer wann wem was geben muss, hat also mit dem Eigentumsübergang am Tier eigentlich nichts zu tun. Daher ist es auch unerheblich, wenn jemand den Kaufpreis nicht bezahlt. Eigentümer ist er trotzdem geworden. Man kann dann die gelieferte Sache oder den Hund nicht zurückverlangen, wohl aber den Kaufpreis einklagen.

Fraglich ist, ob Sie beweisen können, dass der Hund nur "probehalber" übergeben wurde. Ihre Ausführungen hierzu sind wiedersprüchlich. ("probehalber" <-> "abgemacht, dass sie das Tier übernehmen").
Aus Ihren Schilderungen schliesse ich, dass das Eigentum am Tier auf die neuen Besitzung übergangen ist.

Ein Rücktrittsrecht von einem schriftlichen oder mündlichen Kaufvertrag gibt es nicht. Ist der Vertrag definitiv (auch mündlich) und wirksam zustande gekommen, so gilt dieser.

Fraglich ist, ob der Eigentumsübergang bewiesen werden kann. Dazu wären weitere Details erforderlich. Wenn Sie den Handel rückgängig machen wollen, empfehle ich Ihnen, sich aussergerichtlich mit den neuen Besitzern zu einigen. Rechtlich sind die Erfolgsaussichten auf Rückforderung des Hundes eher gering.



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Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

der "probetag" ist definitiv samstag gewesen und abends wurde ich per telefon gefragt, ob sie den hund behalten können, sie würden dann einen vertrag schicken diese woche..


also kann man eigentum nicht mehr zurückverlangen, wenn man es "hergegeben oder verkauft" hat?


somit ist da nichts mehr zu tun für mich?


und aus gesundheitlichen resp. psychischen gründen, kann ich die zusage nicht annulieren lassen mit einem entsprechenden arztzeugnis?

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Grundsätzlich nicht, es sei denn, Sie wären bei Abschluss des Vertrages nicht handlungsfähig gewesen. Dann würde nämlich der mündliche (und gültige) Vertrag an einem sog. Willensmangel leiden und wäre ungültig.

Dafür, dass Sie nicht wussten, was Ihre Handlung für Folgen hat, spricht allerdings nichts. Aus rechtlicher Sicht lässt sich daher kaum mehr was machen.

Tatsächlich ist es so, dass wenn man etwas hergibt, mit dem Willen, dass der andere Eigentümer wird, und der andere die Sache annimmt, mit dem Willen Eigentümer zu werden, ist das Geschäft gelaufen.

Ich empfehle Ihnen aber trotzdem, die neuen Besitzer anzurufen und Ihnen mitzuteilen, dass Sie es sich anders überlegt hätten und den Hund doch behalten möchten. Ist der neue Besitzer einverstanden, dann lässt sich natürlich der Vertrag rückabwickeln.

Einklagen können Sie die Herausgabe des Hundes jedoch wohl nicht mehr erfolgreich.