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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren Ich bin geschieden und habe das alleinige Sorgerecht für meinen Sohn. Ebenfalls haben wir eine Beiständin. Sein Vater hat nur das Besuchsrecht. Er ist Tunesier. Er hat unseren Sohn ohne mein Einverständniss und Wissen in eine aarabisch Schule angemeldet. Wenn der Sohn bei seinem Vater ist am Wochenende muss der Sohn am Samstag morgen 4 St. die Schule besuchen und der Sohn möchte auch nicht dort hin gehen. Er ist 11 Jahre alt. Er hat sonst schon in der Schule mühe und zu seinem Vater geht er auch nicht gerne hin, weil schon viele Sachen geschehen sind. Und unsere Beiständin sagt, dass wenn der Sohn beim Vater ist, der Vater entscheidet was er mit dem Sohn unternimmt und macht. Sein Vater sieht, das nicht ein und man kann mit ihm darüber nicht diskutieren. Wie kann ich vorgehen, dass er nicht die Schule besuchen muss. Besten Dank zum Voraus für Ihre Bemühungen und Rückantwort. Freundliche Grüsse XXX

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Grundsätzlich ist die Auskunft Ihrer Beiständin korrekt. Während der Ausübung des Besuchsrechts kann der Vater (in den Grenzen des Kindeswohls) entscheiden, was er mit dem Sohn unternehmen möchte. Dies ergibt sich aus Art. 273 ZGB.

Auch über den Verkehr mit Dritten (Verwandten des Vaters, Schulen etc.) entscheid während der Dauer des Besuchsrechts grundsätzlich der Besuchsberechtigte. Bestimmte Personen oder Ort können nur dann ausgeschlossen werden, wenn diese dem Kind schaden könnten.

Ob der Besuch der arabischen Schule dem Kind schaden bzw. das Kindeswohl gefährden, kann ich nicht beurteilen. Sie haben folgende Möglichkeiten:

Entweder müssen Sie ein Besuchsverbot über die Beiständig bewirken und begründen, warum Sie der Ansicht sind, dass der Besuch der arabischen Schule Ihrem Kind schade.

Unter nimmt die Beiständin nichts, können Sie an die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde gelangen und dort Beschwerde gegen die Beiständin einreichen.

Alternativ können Sie auch an das Gericht, das Ihnen das Sorgerecht zugeteilt hat gelangen und dort beantragen, dass dem Vater verboten wird, das Kind in eine arabische Schule zu geben. Neben der Kindeswohlgefährdung wäre auch anzuführen, dass durch den Schulbesuch das Besuchsrecht nicht wirklich wahrgenommen werde, dieser mithin dem Sinn und Zweck des Umgangs- und Kontaktsrechts widerspricht.

Insgesamt bin ich skeptisch, ob ein juristisches Vorgesehn aus rechtlicher Sicht erfolgversprechend ist. Ich halte die Erfolgsaussichten für eher gering, solange das Kindeswohl nicht gefährdet ist.
Allenfalls empfiehlt es sich, sich persönlich an einen Rechtsanwalt zu wenden, um anhand aller Details die Erfolgsaussichten zu beurteilen.

Zunächst aber ist festzuhalten, dass der Vater den Sohn gar nicht gültig für die Schule anmelden kann. Da er das Sorgerecht nicht hat, kann er nicht für seinen Sohn Verträge abschliessen.



Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -