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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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iCH BIN kÜNSTLERIN UND KONNTE MEINE BILDER IN DER YOGASCHULE

Kundenfrage

iCH BIN kÜNSTLERIN UND KONNTE MEINE BILDER IN DER YOGASCHULE LUZERN AUSSTEL-
LEN UND MIT DER LEITERIN, PATRICIA, AUFHÄNGEN. WIR HATTEN EINEN VERTRAG, DASS DIE BILDER MINDESTENS 6 MONATE DORT HÄNGEN KÖNNEN. PATRICIA SAGTE MIR IRGENDWANN NACH ABLAUF DER ZEIT, SIE WERDE MIR DANN BERICHTEN, WANN ICH SIE ABHOLEN SOLLE. DDIE 6 MONATE LIEFEN AM 29.8. AB. DOCH ERHIELT ICH VON IHR NIE BERICHT. AM23. OKTOBER MACHTE ICH IHR 2X EIN SMS, SIE SOLLE MIR BERICHTEN WEGEN DEN BILDERN. KEINE ANTWORT. ICH FUHR DANN VORBEI, GING INS LOKAL UND FAND KEIN BILD MEHR DORT HÄNGEND, WEDER IM LANGEN GANG, NOCH IM AUFENTHALTSZIMMER. VERMUTLICH HAT SIE ALLE SELBST ABGENOMMEN UND IM ESTRICH PLAZIERT. DOCH DIE RAHMEN SIND SEHR HEIKEL, WENN MAN SIE EINACH SO ÜBEREINANDERLEGT, SIND SIE SEHR SCHNELL VERKRATZT. KANN ICH VERLANGEN, DASS SIE MIR DIE BILDER HEIMBRINGT UND JEDEN VERKRATZTEN RAHMEN ERSETZT?
ICH HABE EINEN EINGESCHRIEBENEN BRIEF AUFGESETZT.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Aus rechtlichen Sicht haben Sie mit Patricia einen Leihvertrag abgeschlossen, wobei Sie Verleiherin Ihrer Bilder, Patricia Entlehnerin war.

Nach Art. 305 OR (Obligationenrecht) ist die Entlehnerin verpflichtet, die Sache nach gemachtem Gebrauch bzw. nach Ablauf der bestimmten Zeit zurückzugeben. Es handelt sich also um eine Bringschuld, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Nach Art. 306 OR darf die Entlehnerin die Bilder nur so verwenden, wie es vereinbart wurde. Dass Sie die Bilder abgehängt und irgendwo deponiert hat, ist vertragswidrig. Sie haftet daher nicht nur für den vorsätzlich oder fahrlässig verursachten Schaden an den Bildern und den Rähmen, sondern auch für zufällige Beschädigungen.

Sie können allerdings nur Schadensersatz, nicht aber den Ersatz der Rähmen verlangen. Den Schaden müssen Sie beziffern. Ohnehin müssen Sie prüfen, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist, bevor Sie den Ersatz des Schadens verlangen können.

Ich empfehle ihnen deshalb, die Bilder per eingeschriebenem Brief herauszuverlangen (Rechtsgrundlage, Art. 305 OR, Art. 641 ZGB). Weisen Sie Patricia darauf hin, dass falls die Bilder Schäden aufweisen sollten, sie dafür aufkommen muss.

Freilich kann Patricia statt Ihnen Schadensersatz zu zahlen, die Rähmen ersetzen lassen. Da Sie offenbar kein fachliches Auge hat, empfehle ich Ihnen aber, die Schäden seber beheben zu lassen und ihr dann die Rechnung zukommen zu lassen. Beachten Sie, dass Sie den Schaden im Zweifel beweisen müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

 

Leider habe erst später gesehen, dass offenbar ein "Lohn" vereinbart wurde. Deshalb liegt entgegen meiner ersten Antwort kein unentgeltlicher Leih-, sondern ein Hinterlegungsvertrag vor.


Aus rechtlichen Sicht haben Sie mit Patricia einen Hinterlegungs- bzw. Ausstellungsvertrag abgeschlossen, wobei Sie Hinterlegerin Ihrer Bilder, Patricia Aufbewahrerin (Ausstellerin) war.

Nach Art. 477 OR (Obligationenrecht) können die Bilder nach Beendigung des Vertrages bzw. nach Ablauf der bestimmten Zeit dort auf Ihre Kosten zurückgegeben werden, wo Sie hinterlegt waren. Es handelt sich also um eine Holschuld, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Nach Art. 474 OR darf die Aufbewahrerin die Bilder nur so verwenden, wie es vereinbart wurde. Dass sie die Bilder abgehängt und irgendwo deponiert hat, ist vertragswidrig. Sie haftet daher nicht nur für den vorsätzlich oder fahrlässig verursachten Schaden an den Bildern und den Rähmen, sondern auch für zufällige Beschädigungen.

Sie können allerdings nur Schadensersatz, nicht aber den Ersatz der Rähmen verlangen. Den Schaden müssen Sie beziffern. Ohnehin müssen Sie prüfen, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist, bevor Sie den Ersatz des Schadens verlangen können.

Ich empfehle ihnen deshalb, die Bilder per eingeschriebenem Brief herauszuverlangen (Rechtsgrundlage, Art. 475 OR, Art. 641 ZGB). Weisen Sie Patricia darauf hin, dass falls die Bilder Schäden aufweisen sollten, sie dafür aufkommen muss.

Freilich kann Patricia statt Ihnen Schadensersatz zu zahlen, die Rähmen ersetzen lassen. Da Sie offenbar kein fachliches Auge hat, empfehle ich Ihnen aber, die Schäden seber beheben zu lassen und ihr dann die Rechnung zukommen zu lassen. Beachten Sie, dass Sie den Schaden im Zweifel beweisen müssen.

 

Wurde ein "Lohn" bzw. ein Honorar für die Aufbewahrung/Ausstellung vereinbart. ist dieser grundsätzlich geschuldet. Sie können aber Ihren Schadensersatzanspruch mit dem "Lohn" verrechnen.

 

Zu prüfen, wäre anhand der konkreten Vereinbarung, ob Patricia nicht ein Retentionsrecht (Zurückbehaltungsrecht) an den Bildern hat, solange ihr "Lohn" nicht bezahlt wurde. Aufgrund Ihrer Schilderung spricht aber nichts dafür.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten indem Sie unter meiner Antwort auf einen der Smileys „toller Service“, „informativ und hilfreich“ oder „Frage beantwortet“ klicken. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -