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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Der Hund unseres Sohnes, der in unserem Haus in Miete wohnt

Kundenfrage

Der Hund unseres Sohnes, der in unserem Haus in Miete wohnt (eigene Wohnung), hat den Storen eines Fensters "verbissen" - nicht mehr reparierbar. Seine Versicherung sagt nun, da das Haus 30 Jahre alt ist, dass der Schaden nicht bezahlt wird, sie zahle nur der Anteil am Neuwert und dieser sei nach 30 Jahren gleich Null. Da der Schaden durch den Hund entstand, verstehe ich das ganze nicht ganz. Ich bin der Meinung, dass die Versicherung den Schaden, den der Hund angerichtet hat, zahlen muss. Gespannt erwarte ich Ihre Antwort. Freundliche Grüsse xxxxxxxx

Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Leider ist es grundsätzlich so, dass Versicherungen immer nur den Zeitwert ersetzen. Dies kennt man insbesondere aus den Fahrzeuglenkerhaftpflichtversicherung, welche ebenfalls immer nur den Zeitwert ersetzt. Kostet eine Reparatur mehr, als der Zeitwert eines Wages, spricht man von Totalschaden.

Offenbar ist dies nun auch bei der Privathaftpflichtversicherung Ihres Sohnes der Fall. Die Store ist längst abgeschrieben.
Nach der paritätischen Lebensdauertabelle haben Lamellenstoren aus Aluminium eine Lebensdauer von maximal 25 Jahren. Andere Storen haben gar eine kürzere Lebensdauer. Vor diesem Hintergrund ist die Store heute vollständig abgeschrieben bzw. wertlos sein.
Eine Reparatur ist nicht möglich und würde ohnehin den Zeitwert übersteigen. Da die Store keinen Wert mehr hat, kann Ihr Sohn von der Versicherung auch nichts erhältlich machen. Der Ersatz der Kosten für eine neue Store ist ausgeschlossen.

Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass nicht Ihr Sohn als Versicherungsnehmenr, sondern sein Hund den Schaden verursacht hat. Nach Art. 56 OR haftet nämlich der Hundehalter immer so, als ob er selber den Schaden verursacht hätte.

Hundeschäden im eigenen Haushalt sind zudem in der Regel ohnehin nicht versichert.

Abgesehen davon gilt bei Schäden in der Mietwohnung, die man in Kauf genommen oder gegen die man nichts unternommen hat (zerkratzte Türen, Urinflecken auf Teppichen), dass die Versicherung die Zahlung verweigern kann. Dieser Fall trifft aber wohl nicht auf die Situation Ihres Sohnes zu.

Selbstverständich müsste die Haftpflichtversicherung den Schaden übernehmen (z.B. Arztkosten), wenn der Hund jemanden angefallen und verletzt hätte. Dies aber auch nur deshalb, weil ein Mensch keinen Zeitwert hat.
Eine Versicherungsleistung wäre auch dann geschuldet, wenn der Hund z.B. beim Nachbarn den neu gekauften Perserteppich zerbissen und zerrupft hätte.

Vor diesem Hintergrund ist die Versicherung leider im Recht und Ihr Sohn kann keine Versicherungsleistung beanspruchen bzw. muss den Storen aus eigener Tasche bezahlen.

Zu prüfen wäre aber allenfalls, ob nicht der Vermieter für einen neuen Storen aufkommt, da die Lebensdauer der Storen längst abgelaufen ist. Da es sich nicht um gewöhnlliche Abnützung handelt, ist allerdings damit zu rechnen, dass der Vermieter die Übernahme der Kosten einer neuen Store ablehnen wird. Da Sie selber Vermieter der Wohnung Ihres Sohnes sind, ist diese Variante für Sie natürlich nicht nützlich.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -