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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag Ich habe auf Ende August meine Arbeitsstelle nach

Kundenfrage

Guten Tag

Ich habe auf Ende August meine Arbeitsstelle nach 27 Jahren gekündigt. Die Gründe sind , dass mein Arbeitgeber mich von einem Arbeitspensum von 80% auf 60% runtersetzten wollte, weil ich zu viele Krankheitsabsentzen in den letzten Jahren aufgewiesen habe. Leider wurden meine Krankheitsabsentzen durch eine nicht ganz so tolle Falschaussage einer ehemaligen Arbeitnehmerin, die behauptete ich hätte mal ausgesprochen, dass es mir egal sei wie viel ich Krank sein würde und wenn es dem Arbeitgeber nicht passen würde solle er mir doch kündigen. Sie ging sogar soweit, dass ich auf eine Kündigung spekulieren und davon ausgehen würde. Obwohl alle Krankheitsausfälle von meinem Hausarzt jederzeit bestätigt wurden. Um es auf dem Punkt zu bringen, meine Vorgesetzten und die Direktionsleitung und zu vermuten ist auch alle meine Arbeitskollegen, glauben an dieser Falschaussage, obwohl ich niemals so etwas geäussert habe und schon gar nicht mit der jenigen Person die es im Umlauf brachte, die dies auch erst aussprach nachdem sie die Arbeitstelle schon verlassen hatte. Leider stand diese Aussage gegen meine Stellungnahme zum Vorfall und die belegten Absenzen sprachen nicht für mich und so entschied ich mich zu kündigen, denn ohne Vertrauen hat man keine weitere Basis für eine gute und korrekte Zusammenarbeit. Meine Frage ist, ein interessierter Arbeitgeber holte Referenzen bei meinem ehemaligen Arbeitgeber und die Krankheitsabsenzen wurden gnadenlos zu meinem Nachteil in diesem Fall ausgesprochen. Jetzt steht die eventuelle Neueinstellung auf der Kippe, wegen dieser Referenzauskunft. Wie oder kann ich dagegen etwas unternehmen oder darf der ehemalige Arbeitgeber sich somit alles erlauben, da die Absenzen gegen mich sprechen. Und darf ein ehemaliger Arbeitgeber Informationen weitergeben die eine Neuanstellung wie in diesem Fall hinderlich sind? Herzlichen Dank für eine Antwort. E.L. aus Oetwil am See
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Grundsätzlich ist ein ehemaliger Arbeitgeber im Arbeitszeugnis wie auch bei Referenzauskünften zur Wahrheit und Vollständigkeit verpflichtet. Sowohl das Arbeitszeugnis, als auch die (mündliche oder schriftliche) Referenzauskunft müssen aber wohlwollend sein, und dürfen dem Arbeitnehmer nicht unnötig hinderlich für das weitere Fortkommen des Arbeitnehmers sein.

Eine Krankheit bwz. eine oder mehrere dadurch bedingte Absenzen dürfen im Zeugnis nur erwähnt werden, wenn sie erheblichen Einfluss auf Leistung oder Verhalten des Arbeitnehmers hatte oder die Eignung für die Erfüllung der bisherigen Aufgaben infrage stellt. Wenn Ihre Absenzen im Verhältnis zur gesamten Vertragsdauer erheblich ins Gewicht fiele, so dass ohne Erwähnung der Krankheit ein falscher Eindruck bezüglich der erworbenen Berufserfahrung entstünde, gehört sie auch erwähnt.

Ein reiner Verdacht, aufgrund Äusserungen einer Mitarbeiterin, gehören weder ins Zeugnis noch in eine Referenz.

Aufgrund Ihrer Schilderungen vermute ich, dass Ihre krankheitsbedingten Absenzen in 27 Jahren doch nicht so erheblich waren, als dass Sie erwähnt werden müssten, zumal Sie das Arbeitsverhältnis ja selber aufgelöst wurde. Wären die Absenzen derart ausschlaggebend gewesen, hätte der Arbeitgeber ja von sich aus gekündigt.

Vor diesem Hintergrund darf der Arbeitgeber wohl - soweit hier beurteilbar - die Absenzen und schon gar nicht der von Ihrer Mitarbeiterin geäusserte Verdacht nicht erwähnen. Tut er es dennoch, erteilt er also falsche oder unkorrekte Auskünfte oder verweigert er die Referenz sogar, so wird der alte Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer schadensersatzpflichtig, wenn aufgrund der falschen Referenz dem Arbeitnehmer die neue Stelle entgeht.

Es kommt also darauf an, wie erheblich Ihre Absenzen waren.

Ich würde Ihnen empfehlen, dem Arbeitgeber schriftlich per Einschreiben mitzuteilen, dass er schadensersatzpflichtig werde, wenn er falsche, nicht erwiesene oder vertrauliche Auskünfte im Rahmen der Referenzauskunft erteile, wenn Sie aufgrund dieser Aussagen eine neue Stelle nicht bekämen. In diesem Zusammenhang sollten Sie nochmals ausdrücklich bestreiten, dass Sie eine solche Aussage gemacht hätten, wie Sie Ihnen von Ihrer Mitarbeiterin vorgeworfen werde.

Ausserdem sollten sich gegenüber dem potentiell neuen Arbeitgeber erwähnen, dass Sie in diesem Unternehmen 27 Jahre angestellt waren und während dieser Zeit natürlich ab und zu krankheitshalber gefehlt hatten. Letzten Endes hätten Sie aber das Arbeitsverhältnis beendet, nicht der Arbeitgeber. Deshalb mache es nun den Eindruck, dass er Ihnen schaden wolle.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Besten Dank für Ihre ausführliche Antwort.


 


Freundliche Grüsse


 


Ester Laurieri

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Es freut mich, dass ich Ihnen behilflich sein konnte.

Alles Gute und freundliche Grüsse

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt -

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