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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Frau XXX arbeitete bei uns seit

Beantwortete Frage:

XXX (Name von Moderation entfernt). arbeitete bei uns seit 01.12.2010 als medizinische Assistentin im Büro. Mit der Zeit wurde ihr die Büroarbeit zu stressig. Sie machte viele Fehler und vergass vieles. Wir entschieden uns sie nur noch als Assistentin im Aerztetimmer zu beschäftigen. Wie alle anderen Assistentinnen und wie vertraglich vereinbart, sollte auch sie zweimal die Woche am Abend arbeiten. Das wollte sie aber nicht. Mit Schreiben vom 15.09.2011 teilte sie uns mit, dass wenn wir sie weiterhin für Abendschichten einteilen, wird sie nicht mehr zur Arbeit kommen. Ihr letzter Arbeitstag war dann auch der 15.09.2011. Danach meldete sie sich krank. Arztzeugnis von den Externen Psychiatrischen Dienste bis 04.11.2011. Am 04.11.2011 schickten wir ihr die Kündigung per 04.12.2011. Es kam keine Reaktion von XXX (Name von Moderation entfernt). Mit Schreiben vom 05.12.2011 wiesen wir sie darauf hin, dass sie verpflichtet ist, während der Kündigungsfrist zur Arbeit zu erscheinen hat. Wenn sie nicht zur Arbeit erscheint und nicht auf das Schreiben reagiert, so verzichtet sie auf weitere Lohnzahlungen und das Arbeitsverhältnis endet am 04.11.2011. Frau XXX (Name von Moderation entfernt) hat auf das Schreiben nicht reagiert. Die Lohnzahlung erfolgte bis September 2011. Jetzt fast ein Jahr später möchte das Arbeitsamt wissen wieso wir Ihr für Oktober und November 2011 keinen Lohn bezahlt haben und den 13. Monatslohn. Unsere Frage nun was sollen wir hier nun am Besten antworten ?

Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst muss ich Sie darauf hinweisen, dass die betreffende Arbeitnehmerin grundsätzlich mindestens bis und mit dem 4. November 2011 Anspruch auf Lohnzahlung gehabt hätte. Dann hat Sie die Arbeit ohne Grund verlassen bzw. ist unberechtigterweise nicht zur Arbeit erschienen. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte Sie auch Anspruch auf Ihren Anteil auf den 13. Monatslohn gehabt.

Da Sie ab dem 5. November 2011 ohne Grund (und ohne Arztzeugnis) nicht mehr zur Arbeit erschien, liegt ein Fall von Art. 337d OR vor. Die Arbeitnehmerin hat den Arbeitsplatz ohne Grund verlassen bzw. ist der Arbeit ohne Grund fern geblieben.

Dies berechtigt Sie als Arbeitgeber, die Lohnzahlung einzustellen (kein Lohn ohne Arbeit) und von der Arbeitnehmerin Schadensersatz zu fordern.
Gesetzlich steht Ihnen eine Schadensersatz im Umfang von 1/4 Monatslohn (pauschal) zu. Falls der Schaden grösser war und sie einen grösseren Schaden gelten machen, müssen Sie den gesamten Schaden beweisen (Art. 337d OR).

Vor diesem Hintergrund war die Einstellung der Lohnzahlung bereits per 30. September 2011 wohl ungerechtfertigt.

Am besten Schreiben Sie vor diesem Hintergrund dem Arbeitsamt folgendes:

"Frau M. ist nach Ihrer Krankheit nicht mehr zur Arbeit erschienen. Trotz Aufforderungen unsererseits erschien Frau M. weiterhin nicht zur Arbeit und war für uns auch nicht erreichbar. Wir erachteten daher das Arbeitsverhältnis mit Frau M. als im gegenseitigen Einvernehmen per 30. September 2011 für aufgelöst."

Alternativ könnten Sie auch schreiben:

"Frau M. ist nach Ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit ohne Mitteilung und ohne Grund nicht mehr zur Arbeit erschienen. Wir haben Sie auf die Pflicht, weiterhin zur Arbeit zu erscheinen hingewiesen und ausserdem mit Schreiben vom 5.12.2011 sinngemäss angekündigt, dass wir etwaige Ansprüche ihrerseits aus dem Arbeitsverhältnis mit Schadensersatzansprüchen unsererseits verrechnen werden, falls Sie es vorzöge weiterhin nicht zur Arbeit zu erscheinen. Frau M. ist der Arbeit weiterhin ferngeblieben und hat sich auch nicht mehr mit uns in Verbindung gesetzt."


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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