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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

ich heiratete zum 2. mal 1999 und wurde am 1. Juni 2012 Witfrau.

Kundenfrage

ich heiratete zum 2. mal 1999 und wurde am 1. Juni 2012 Witfrau. Er brachte aus seiner 1. ehe 3 erwachsene Kinder in diese Ehe. Ich habe aus 1.Ehe 2 Kinder.
Ich hatte vor der Heirat eine kleine Eigentumswohn. (2-Zi). Er hatte vor der Ehe ein EFH. Das EFH wurde während unserer Ehe von ihm verkauft. Mein Eigentumswohnungs gibt es noch. Wir lebten in Gütergemeinschaft.
Frage: sind seine Kinder an meiner Eigentumswohnung, welche ich in die Ehe einbrachte, erbberechtigt oder nur am Vermögenszuwachs währerd der Ehe von mir?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Zunächst möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid zum Verlust Ihres Ehemanns aussprechen. Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Aufgrund Ihrer Schilderungen gehe ich davon aus, dass Sie die Vermögenswerte, welche dem Gesamtgut angehören sollen, nicht einzeln bezeichnet haben. Ich gehe daher von der allgemeinen Gütergemeinschaft aus.

Bei der allgemeinen Gütergemeinschaft umfasst das Gesamtgut alles Vermögen und alle Einkünfte der ehegatten mit Ausnahme der Gegenstände, die von Gesetzes wegen Eigengut sind. Insbesondere fallen Arbeitserwerbe beider Ehegatten, die Leistungen von Personalfürsorgeeinrichtungen und Sozialversiherungen sowie Erbschaften , Schenkungen und Erbvorbezüg in das Gesamtgut.

Infolge des Ablebens Ihres Ehemannes, wird der Güterstand aufgelöst. Das heisst, es sind zunächst die Eigengüter und das Gesamtgut auszuscheiden.

Neben Ihrem Eigengut steht Ihnen die Hälfte am Gesamtgut zu (Art. 241 ZGB).

Die Beantwortung Ihrer Frage, also ob die Eigentumswohnung (zur Hälfte) in den Nachlass fällt, hängt davon ab, die Eigentumswohnung Eigengut oder Gesamtgut darstellt.

Das besondere an der Gütergemeinschaft ist unter anderem, dass auch dasjenige Vermögen, das die Ehegatten in die Ehe einbringen, grundsätzlich Gesamtgut darstellt (vgl. auch Art. 225 und Art. 226 ZGB).

Daher gilt Ihre Wohnung als Gesamtgut, sofern Sie im Ehevertrag nichts anderes vereinbart haben (Art. 224 Abs. 1 ZGB). Ihr Vermögenszuwachs während der Ehe fällt ebenfalls ins Gesamtgut, sofern nichts anderes vereinbart wurde (Art. 224 Abs. 2 ZGB).

Sie erhalten also vorab Ihr Eigengut und die Hälfte am Gesamtgut, d.h. insbesondere
  • die Gegenstände, die Ihnen zum ausschliesslichen Gebrauch dienen (z.B. Kleider, Schmuck, Hobbyutensilien etc.)
  • die Dinge, die im Ehevertrag als Eigengut bezeichnet bzw. von der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden
  • Genugtuungsansprüche, die Sie erhalten haben
Alles andere bildet Gesamtgut. Die andere Hälfte davon, sowie das Eigengut Ihres Ehemannes bilden den Nachlass, welcher dann unter Ihnen und seinen Kindern aufgeteilt wird.

Die Eigentumswohnung als solche bildet zwar Teil des Nachlasses, wird in der Regel aber nur wertmässig berücksichtigt, sofern es Ihnen möglich ist, die Kinder Ihres Mannes entsprechend Ihrer Erbansprüche abzufinden.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -