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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Ich bin Witwer und habe zwei Kinder. Ich habe ein Haus zusammen

Kundenfrage

Ich bin Witwer und habe zwei Kinder.
Ich habe ein Haus zusammen mit meiner verstorbenen Frau.
Wir haben keinen Ehevertrag erstellt.
Wie kann ich nun mich wie auch die Kinder absichern, dass das Haus später,
bei Eintritt in ein Altersheim nicht verkauft werden muss und dass die Kinder ihren Erbanteil später bekommen.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Offenbar wurde beim Ableben Ihrer Frau keine Erbteilung durchgeführt. Ihre Kinder haben damals entweder auf die Erbteilung bzw. auf ihre gesetzlichen Erbansprüche verzichtet oder die Erbengemeinschaft besteht noch heute fort.

Im zweiten Fall gehört soweit hier beurteilbar die Hälfte des Hauses Ihnen und die andere Hälfte der Erbengemeinschaft bestehend aus Ihnen (50 %) und Ihren beiden Kindern (je 25 %). In diesem Fall wäre Ihnen zu raten, mit Ihren Söhnen die Erbteilung durchzuführen und Ihnen ihren Erbanspruch, der Ihnen aufgrund des Ablebens ihrer Mutter zusteht, auszuzahlen.

Im ersten Fall gehört das Haus heute ganz allein Ihnen.

Der beste Weg das Vermögen zu sichern, dürfte sein, wenn Sie das Eigentum am Haus bzw. Ihr Vermögen heute auf Ihre Kinder oder auf eines Ihrer Kinder überschreiben und sich ein Wohnrecht einräumen lassen. In Betracht kommt auch die Einräumung eines Nutzniessungsrecht (möglicherweise sogar besser). Statt einer Schenkung des Hauses kommt auch ein Verkauf an die Kinder oder eine gemischte Schenkung (Verkauf unter Wert) in Betracht.

Falls Sie pflegebedürftig werden und die Kosten für Ihre Pflege nicht mehr aus Ihrem Vermögen gedeckt werden können, können Sie Ergänzungsleistungen zur AHV beantragen. Den Anspruch auf Ergänzungsleistungen haben Sie aber erst, wenn nicht mehr genügend Vermögen mehr vorhanden ist. Ist das Haus nicht mehr in Ihrem Eigentum, so kann es auch nicht verkauft werden.
Haben Sie die Nutzniessung am Haus, so können die Mietzinseinnahmen zu Ihren Einkommen hinzugerechnet werden. Das Wohnrecht fällt mit Ihrem Auszug dahin.

In diesem Zusammenhang ist allerdings noch darauf hinzuweisen, dass eine Schenkung des Hauses an Ihre Kinder einen sog. freiwilligen Vermögensverzicht darstellt. Dies kann während 10 Jahren rückwirkend noch berücksichtigt werden, insbesondere bei der Berechnung Ihres Anspruchs auf Ergänzgungsleistungen. Ausserdem ist auch noch auf die Verwandtenunterstützungspflicht hinzuweisen. Das bedeutet, dass Ihre Kinder unter Umständen für Ihre Pflegekosten aufkommen müssen, wenn Sie der finanziellen Hilfe bedürfen, und Ihre Kinder in (sehr) günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, d.h. viel verdienen oder viel Vermögen haben.

Beides geht nicht: Sie können nicht dafür sorgen, dass Ihre Söhne ihren Erbteil später erhalten und gleichzeitig das Haus bzw. Ihr Vermögen vor der Fürsorge retten. Solange Vermögen in Ihrem Eigentum bleibt, laufen Sie Gefahr, dass das Haus zur Deckung von Pflegekosten verkauft werden muss.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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