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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Gibt es verbindliche Vorgaben betreffen die Höhe von Alimenten

Kundenfrage

Gibt es verbindliche Vorgaben betreffen die Höhe von Alimenten nach der Scheidung?
Praktischer Fall: 2 1/2 - jähriges Kind. Mutter aus Eritrea, arbeitet 80% als Pflegeassistentin in einem Altersheim. Bruttolohn ca. 3'500 Fr. Kind kann an drei Wektagen pro Woche in eine Kita.
Vater des Kindes stammt ebenfalls aus Eritrea; er ist Asylbewerber und lebt vom Sozialamt und von der Caritas. Er kümmert sich überhaupt nicht um das Kind, das an den Wochenenden, an denen die Mutter arbeitetn muss und die Kita geschlossen ist, gratis von Tageseltern betreut wird.

Welche Alimente soll die Frau in der Scheidungsklage verlangen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Verbindliche (betragsmässige) Vorgaben für die Berechnung von Kinderunterhalt gibt es nicht. Art. 285 ZGB ist auch entsprechend unpräzise formuliert. Danach soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen.

Allerdings gibt es Empfehlungen und Durchschnittswerte, die Aussagen zum durchschnittlichen monatlichen Bedarf des Kindes treffen. So wird im Kanton Zürich der Unterhaltsbedarf eines Einzelkindes im Alter von 1 bis 6 Jahre auf durchschnittlich CHF 2'045.00 pro Monat festgesetzt.

Dieser Unterhaltsbedarf soll durch beide Elternteile gedeckt werden bzw. wird im Falle einer Trennung/Scheidung durch den obhutsberechtigten Elternteil durch Erziehung und Pflege in natura, vom anderen Elternteil in bar erbracht.

Rein rechnerisch müsste der Vater also monatlich CHF 1'020.00 an den Unterhalt des Kindes leisten. Da er selber aber diesen Betrag nicht aufbringen können wird und ihm eine Arbeit aufgrund gesetzlicher Vorschriften auch nicht zumutbar ist (Asylbewerber), muss dieser Beitrag der Realität angepasst werden. Die Untergrenze für Unterhaltsbeiträge liegt erfahrungsgemäss bei CHF 500.00 im Monat.

lch würde der Frau empfehlen, monatlich CHF 800.00 zu beantragen. Es ist wichtig, dass ein Unterhaltstitel (Urteil oder Vereinbarung) vorliegt, damit die Frau bei der Einwohnergemeinde Inkassohilfe bzw. Alimentenbevorschussung beantragen kann. Solange ihr Einkommen nicht über CHF 33'000.00 im Jahr liegt (steuerbares Einkommen), hat die Frau grundsätzlich Anspruch auf Bevorschussung gemäss Luzerner Sozialhilfegesetz.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu bewerten. Wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, können Sie meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
MUSS inder Scheidungsklage ein Besuchsrecht formuliert werden, auch wenn sich der Vater 2 Jahre lang (seit der Trennung) nicht um das Kind gekümmert hat?
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Im Scheidungsrecht gilt der sog. Untersuchungsgrundsatz. Das heisst, das Gericht muss von Amtes wegen über alle notwendigen Punkte bzw. über alle Nebenfolgen der Scheidung entscheiden, auch wenn keine entsprechenden Anträge gestellt werden.

Sie können natürlich dem Gericht beantragen, dem Vater sei kein Besuchsrechts einzuräumen. Dies wird das Gericht allerdings nicht genehmigen, da der Vater einen grundsätzlich unentziehbaren Anspruch auf Umgang mit dem Kind hat.

Da sich der Vater offenbar kaum um das Kind kümmert und es auch nicht absehbar ist, ob sein Asylstatus von Bestand sein wird bzw. er allenfalls abgeschoben wird, ist das Besuchsrecht auf ein Minimum zu beschränken. Sie können beantragen, das Besuchsrecht seit vom Gericht zu regeln, wobei zu berücksichtigen sei, dass sich der Vater bisher kaum um das Kind gekümmert habe und eine Steigerung des Umgangs auch nicht zu erwarten sei.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
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