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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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ich Grüsse Sie! meine Frau hat beim richter Eheschutz beantragt.

Kundenfrage

ich Grüsse Sie! meine Frau hat beim richter Eheschutz beantragt. Ich wurde verknurrt Ihr Fr. 1600.-- Monatlich Unterhalt zu bezahlen. Wir leben Getrennt seit April 2012! Die Kinder sind Alle Erwachsen und haben Ihren eigenen Haushalt. Meine Frau Arbeitet nur 80 % macht abe noch einen Nebenjob in der Ernährungsberatung (ein Nullsummen spiel)! Ich verstehe einfach nicht,dass ich Ihr so viel Bezahlen muss,weil es mich an den Finanziellen Ruin bringt!! bite geben Sie mir Rat!! Danke
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Bei einer Ehetrennung bzw. -scheidung gilt der Grundsatz, dass beide Ehegatten den Lebensstandard auch nach der Ehe soweit als möglich sollten aufrecht erhalten können. Ausserdem sind sog. ehebedingte Nachteile, die gerade bei klassischen Aufgabenverteilgung oftmals die kindererziehende Frau trifft, durch Geld auszugleichen. Da Sie und Ihre Frau offenbar Kinder hatten, spricht man von einer sog. lebensprägenden Ehe, welche in der Regel für die Mutter/Ehefrau beruflich gewissen wirtschaftliche Nachteile mit sich bringt, die vom Ehemann ausgeglichen werden müssen (vgl. Art. 125 ZGB).

Anzumerken ist jedoch, dass der Trennungsunterhalt erst provisorischer Natur ist und der nacheheliche Unterhalt erst bei der Scheidung endgültig bzw. neu festgelegt wird.

Zur Berechnung der gegenseitigen Unterhaltsansprüche wird der Bedarf jedes Ehegatten berechnet. Dieser setzt sich aus einem Grundbetrag für Lebensmittel, Kleidung etc., Miete, Krankenkasse, Steuern und gegebenenfalls weiteren Kosten zusammen. Diese Beträge variieren je nach Kanton leicht. Auf der Grundlage des sog. betreibungsrechtlichen Existenzminimums wird der sog. erweiterte Bedarf für jeden Ehegatten berechnet.

Diesem Bedarf wird bei jedem Ehegatten sein Einkommen gegenüber gestellt.

Der Überschuss (also das, was die Ehegatten mehr verdienen, als sie brauchen) wird zusammengezählt und (wenn keine zu betreuenden Kinder mehr vorhanden sind, in der Regel hälftig geteilt.

Vereinfachtes Beispiel:
Bedarf Frau: CHF 4'300.00 pro Monat
Bedarf Mann: CHF 4'000.00 pro Monat

Einkommen Frau: CHF 4'000.00 pro Monat (inkl. 13. Monatslohn)
Einkommen Mann: CHF 7'300.00 pro Monat (inkl. 13. Monatslohn)

Überschuss Frau: CHF - 300.00
Überschuss Mann: CHF CHF 3'300.00
Total Überschuss: 3'000.00

Anspruch Frau -> Mann (CHF 3'000.00 : 2 = 1'500.00 + 300.00) = CHF 1'800.00.


So verbleiben am Ende jedem Ehegatten CHF 1'500.00 des Überschusses.

Ob die Berechnung des Eheschutzrichters in Ihrem Fall korrekt war, kann ich ohne genaue Zahlen zum Einkommen und dem Bedarf von Ihnen und Ihrer Frau nicht beurteilen. Grundsätzlich ist Ihre Frau verpflichtet, 100% zu arbeiten, da keine Kinder mehr betreut werden müssen. Ihr Einkommen aus dem Nebenjob ist bei der Berechnung selbstverständlich auch zu berücksichtigen.

Eine Anpassung ist grundsätzlich möglich, Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Verhältnisse seit der Bemessung wesentlich verändert haben.

In der Regel sind diese Berechnungen korrekt und mehr oder weniger standardisiert, sofern dem Gericht alle Grundlagen zur Berechnung vorlagen. Falls die Berechnung des Eheschutzrichters falsch ist, sollten Sie prüfen, ob Sie das Eheschutzurteil nicht innert Frist anfechten können. Zu diesem Zweck, sollten Sie sich persönlich von einem Anwalt in Bezug auf die Erfolgsaussichten beraten lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -