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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag, Habe eine Vorladung zur Polizei bekommen wegen: Strafverfahren

Kundenfrage

Guten Tag, Habe eine Vorladung zur Polizei bekommen wegen:

Strafverfahren Betrug und Diebstahl.

Vorladung zur polizeilichen Einvernahme als beschuldigte Person.

ich weiss nicht warum und kann damit nichts anfangen. Auch die polizeo gibt mir keine Auskunft.

Was kann ich oder muss ich tun?

Danke
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Offenbar besteht der Verdacht, dass Sie irgendwo den Tatbestand des Betruges und/oder des Diebstahls erfüllt haben. Dieser Verdacht ist entweder auf eine Strafanzeige zurückzuführen oder die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft hat aus irgendwelchen Gründen im Rahmen der Ermittlungen einen Verdacht gegen Sie als Täter begründet.

Wenn Sie nichts gemacht haben, haben Sie grundsätzlich auch nichts zu befürchten. Dennoch sollten Sie zur Einvernahme pünktlich erscheinen und soweit es Ihnen möglich ist, Auskunft erteilen.
Falls Sie plötzlich merken, dass es um etwas geht, wo man Ihnen doch etwas vorwerfen könnte, sollten Sie die Aussage verweigern und sich zunächst mit einem Anwalt beraten bzw. sich einen Strafverteidiger besorgen. Eingangs der Einvernahme werden Sie auch auf diese Rechte aufmerksam gemacht.

Falls Ihnen eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr oder eine freiheitsentziehende Massnahme droht, ist die Bestellung eines Verteidigers sogar zwingend notwendig. Etwaige Aussagen ohne Verteidiger sind in diesem Fall nicht verwertbar (Art. 130 ff. StPO).

Falls Sie sich sicherer fühlen und da Sie bereits als beschuldigte Person einvernommen werden sollen, empfiehlt es sich allenfalls, bereits jetzt einen Anwalt zu beauftragen. Es ist allerdings zu vermuten, dass auch dieser keine Auskunft von der Polizei bzw. der zuständigen Staatsanwaltschaft erhält, da die Behörden offenbar befürchten, dass ansonsten Beweise vernichtet oder irgendwelche Aussagen verändert werden könnten.

Zusammenfassend bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als zu der Einvernahme (mit oder ohne Strafverteidiger) zu erscheinen. Bei Nichterscheinen droht Ihnen eine Busse. Im Zweifel berufen Sie sich auf Ihr Recht, die Aussage zu verweigern.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung: Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Tag, Ich bin Grenzgänger. Hat eine solche beschuldigung oder vielleicht verurteilung auswirkungen auf meine Grenzgängerbewilligng bzw. Arbeitserlaubnis.

Danke
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Zur Zeit ist bei einer Verurteilung wegen Diebstahlt bzw. wegen Betrugs noch nicht mit einem Entzug bzw. einer Nichtverlängerung Ihrer Bewilligung zu rechnen. Allerdings sind in diesem Bereich Gesetzesänderungen geplant, wonach die Voraussetzungen unter welchen eine Aufenthaltsbewilligung entzogen bzw. nicht mehr verlängert wird, verändert werden.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Kann man sagen wann diese gesetzte kommen oder ob Sie vielleicht nie kommen?

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Diese Gesetze sind zur Zeit in der parlamentarischen Beratung. Ob Sie "durchkommen" ist zur Zeit noch offen. Es ist auch möglich, dass ein Referendum ergriffen wird, und es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Deshalb lässt sich heute noch nicht sagen, ob und wann diese Gesetzesanpassungen in Kraft treten werden.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
OK. Habe noch eine letzte Frage. Habe noch nie mit der Polize zu tun gehabt. Können die mich auch ohne Beweise einladen. Reicht da eine Anzeige des ehemaligen Arbeitgebers oder einer sonstigen Person die einen Verdacht auf mich lenkt aus??

Oder müssen die was in der Hand haben gegen mich?

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nun - ein Verdacht kann sich auch alleine auf eine Zeugenaussage bzw. auf eine Anschuldigung stützen. Für eine Beschuldigteneinvernahme müssen noch keine stichfesten Beweise vorliegen.

Für eine Verurteilung aber genügt in der Regel alleine eine Aussage nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung, bis Ihre Schuld bewiesen ist. Wenn Sie glaubhaft machen können, dass ein ehemaliger Arbeitgeber oder eine sonstige Person Ihnen etwas "anhängen" will oder zumindest ein Interesse an Ihrer Strafverfolgung hat, mithin es sich nur um Schikane handelt, können Sie die Anschuldigung zu Fall bringen. Allenfalls wäre sogar eine Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung zu überlegen.

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