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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Tag, hier meine Frage: Ich bin zu 80% an vier Wochentagen,

Kundenfrage

Guten Tag, hier meine Frage:
Ich bin zu 80% an vier Wochentagen, Di. bis Fr. in einem Betrieb angestellt. Nun verlangt mein Arbeitgeber von mir, dass ich ab 20. August dasselbe Pensum an 5 Wochentagen leiste. Ich bin aber an meinem bis anhin freien Mo. andersweitige Verpflichtungen eingegangen wo ich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten habe. kann mein Arbeitgeber von mir verlangen, dass ich ihm ab August an 5 Wochentagen zur Verfügung stehe?
Danke XXXXX XXXXX Rückmeldung, R. Schmid
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

In erster Linie hängt die Antwort auf Ihre Frage davon ab, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Wenn darin ausdrücklich vereinbart wurde, dass die Arbeit vom DI bis FR zu leisten ist, ist eine einseitige Vertragsänderung ausgeschlossen. Mit anderen Worten kann Sie Ihr Arbeitgeber nicht dazu zwingen.

Falls in dieser Hinsicht nichts (schriftlich) vereinbart wurde, könnte man argumentieren, dass mündlich bzw. stillschweigend eine Einigung über die Arbeitstage DI bis FR zustande gekommen ist. Auch in diesem Fall müsste dann eine Änderung dieses Vertrages die Zustimmung beider Parteien erfolgen.

Es ist aber durchaus möglich (und üblich), dass Arbeitsverträge vorsehen, dass ein Pensum von 80% vorgesehen ist und der Arbeitgeber anweisen kann, an welchen Tagen diese Arbeitszeit zu erfüllen ist (Weisungsrecht des Arbeitgebers).

Letztlich ist es also eine Auslegungsfrage: 1. Wurde was schriftliches vereinbart? 2. Besteht allenfalls eine verfestigte, stillschweigende oder mündliche Vereinbarung? Wenn Sie ein dieser Fragen mit ja beantworten können, so kann Ihr Arbeitgeber Sie nicht zur Arbeit am Montag zwingen.

Selbstverständlich steht es aber Ihrem Arbeitgeber dann frei, das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen bzw. vertraglichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist zu kündigen. Eine solche ordentliche Kündigung wäre wohl nicht einmal missbräuchlich, wenn Ihr Arbeitgeber sie damit begründet, dass die Änderung der Einsatztage eine betriebliche Notwendigkeit darstellen würde.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

merci für die antwort, muss die frage noch etwas präziser stellen:

kann der arbeitgeber mehr oder weniger von heute auf morgen meinen einsatz an 5 tagen fordern oder ist er verpflichtet mir die möglichkeit zu geben, die andersweitig eingegangenen verpflichtungen aufzulösen, damit ich ihm 5 tage zur verfügung stehen kann?

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Von heute auf morgen kann der Arbeitgeber Sie dazu nicht verpflichtet, wenn der Arbeitsvertrag nicht vorsieht, dass Sie an allen 5 Wochentagen zur Verfügung stehen müssen. Auch dies ist also eine Auslegungsfrage des Vertrages.

In diesem Zusammenhang ist Art. 329 Abs. 4 OR zu nennen, wonach bei der Bestimmung der Freizeit auf die Interessen des Arbeitnehmers gleichermassen Rücksicht zu nehmen ist, wie auf die Interessen des Arbeitgebers.

Insgesamt kann der Arbeitgeber von Ihnen also nicht plötzlich eine neue Regelung verlangen, sondern muss Ihnen Zeit geben, sich entsprechend einzurichten. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitsvertrag nicht ausdrücklich etwas anderes vorschreibt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -