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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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guten tag ich arbeite im liechtenstein wohne im rheintal.

Kundenfrage

guten tag

ich arbeite im liechtenstein wohne im rheintal. bin im moment 50% arbeitsfähig wegen meinem knie. 3mal ops.
jetzt will mein arbeitgeber mich mit einem neuen vertrag in den stundenlohn nehmen. darf er das?
freundliche grüsse
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Da Sie im Fürstentum Liechtenstein arbeiten, ist grundsätzlich nicht Schweizerisches sondern liechtensteinisches Arbeitsrecht (§ 1173a FL-ABGB) anwendbar. Das Liechtenscheinische Arbeitsrecht deckt sich aber in weiten Teilen mit dem Arbeitsrecht der Schweiz.

Wenn Ihr Arbeitgeber mit Ihnen einen neuen Vertrag abschliessen will, ist dies grundsätzlich möglich. Allerdings kommt der neue Vertrag nur zustande, wenn Sie diesem zustimmen. Will der Arbeitgeber den neuen Vertrag (im Stundenlohn) gegen Ihren Willen erzwingen, bleibt ihm nur die Möglichkeit, den alten Arbeitsvertrag zu kündigen und dann mit Ihnen den neuen Vertrag abzuschliessen.

Auch das liechtensteinische Recht kennt allerdings Kündigungsschutzregeln. Nach Art. 49 Abs 1 lit. a (§ 1173a) FL-ABGB liegt bei einer Kündigung während einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit eine sog. Kündigung zur Unzeit vor. Mit anderen Worten ist eine Kündigung während Krankheit bzw. Unfall unwirksam.
Allerdings wird der Kündigungsschutz nur solange Sie tatsächlich ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert sind und auch dann nur während eines bestimmen Zeitraums, nämlich im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab dem zweitem Dienstjahr während 90 Tagen und ab dem sechstem Dienstjahr während 180 Tagen.

Das bedeutet, wenn Sie länger als als diese Anzahl Tage krank bzw. an der Arbeit verhindert waren, kann der Arbeitgeber Ihnen dennoch wirksam kündigen. Eine Kündigung könnte dann wirksam allerdings noch rechtsmissbräuchlich sein, sodass Sie gegebenfalls eine Entschädigung geltend machen können.

Zusammenfassend darf und kann Ihr Arbeitgeber Ihnen also den Vertrag nicht gegen Ihren Willen aufzwingen. Er muss Ihnen kündigen. Es steht Ihnen aber frei, freiwillig einen solchen Vertrag einzugehen, wovon ich Ihnen - soweit hier beurteilbar - allerdings abraten möchte.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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