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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Sehr geehre Damen und Herren Mir wird nächste Woche gekündigt.

Kundenfrage

Mir wird nächste Woche gekündigt. Seit 1. März 2012 bin ich bei dieser Kleinfirma beschäftigt. Es gibt keine Probezeit. Erst wollten Sie, dass ich kündige. Ich aber bestand wegen meines Alters (50) auf die drei Monate Suchzeit und vorallem auch der Einstelltage dann auf dem RAV. Nun wird mir (weil sehr schwieriges Verhältnis) der Vorschlag gemacht, per Ende Juli bereits zu gehen. Auch will der Chef mir dann kein Zeugnis sondern nur eine Arbeitsbestätigung machen. Er ist mit meiner Arbeit (seit 2 Wochen) nicht zufrieden und würde dann als Grund in der Kündigung schreiben "aus betrieblichen Umstrukturierungsgründen". Wie soll ich mich verhalten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Dass es keine Probezeit gibt, kann nicht richtig sein. Wenn keine solche vereinbart wurde, gilt der erste Monat des Arbeitsverhältnisses als Probezeit. Durch Vertrag darf die Probezeit maximal auf drei Monate festgesetzt werden. Da Sie am 1. März 2012 Ihre Stelle angetreten haben, ist die Probezeit am 31. März 2012 abgelaufen.

Sofern vertraglich nichts anderes vereinbart wurde, gilt nach Ablauf der Probezeit eine Kündigungsfrist von mindestens einem Monat. Offenbar wurde aber eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart, so dass bei einer Kündigung in diesem Monat das Arbeitsverhältnis per Ende August enden würde.

Auch ich würde Ihnen von einer (Selbst-)Kündigung abraten. Ebenfalls abraten würde ich Ihnen von einem Aufhebungsvertrag, da dies unter Umständen ebenfalls als Selbstkündigung gewertet werden kann und im Hinblick auf die Arbeitslosenversicherung zur Einstellung in der Anspruchsberechtigung führen kann.

Sie haben das Recht auf ein Arbeitszeugnis. Sie können sich aber mit einer Arbeitsbestätigung einverstanden erklären. Dies wird in der Regel bei kurzen Anstellungsdauern oder bei vermutlich schlechten Arbeitszeugnissen gemacht.

Das Arbeitszeugnis muss wohlwollen, inhaltlich wahr und sachlich gehalten sein. Da Ihr Arbeitgeber Ihnen offenbar kein gutes Arbeitszeugnis ausstellen kann oder will, ist die Arbeitsbestätigung aus meiner Sicht eine gute Alternative, die sich bei Stellenbewerbungen auch plausibel damit erklären lässt, dass die Anstellungszeit zu kurz war, um ein vernünftiges Arbeitszeugnis ausstellen zu können.

Die Arbeitsbestätigung enthält aber den Kündigungsgrund grundsätzlich nicht. In diesem Fall würde ich Ihnen empfehlen, mit Ihrem Vorgesetzten entweder auszuhandeln, dass er Ihnen ein wohlwollendes Arbeitszeugnis ausstellt und Sie dann per Ende Juli gehen, oder bis Ende August bleiben und dann die Arbeitsbestätigung verlangen.

Der Arbeitgeber darf nicht in die Arbeitsbestätigung schreiben, dass Sie entlassen wurden, weil er mit Ihren Leistungen nicht oder nur mässig zufrieden war. Dies ist eine Beurteilung, die nur in ein Arbeitszeugnis gehört.

Bevor Sie sich auf eine vorzeitige Beendigung einlassen, würde ich Ihnen empfehlen, sich bereits vorsorglich an Ihren RAV-Berater zu wenden und die Situation mit ihm zu besprechen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -