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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Wenn wir unser kleines Haus in Süditalien an unseren Enkel

Kundenfrage

Wenn wir unser kleines Haus in Süditalien an unseren Enkel (13 Jahre schweizer Staabürger) schenken, welche steuerlichen Nachteile hat er b.z.w. unser Sohn ( bezieht Mietzuschuss wegen zu geringem Einkommen)?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst hat die Schenkung möglicherweise steuerliche Folgen für Ihren Enkel bzw. seinen Vater (Ihren Sohn). Da sich das Haus in Süditalien befindet, kommt möglicherweise italienisches Erbschaftssteuerrecht zur Anwendung. Ob nach italienischem Recht Schenkungen an Enkel steuerfrei sind, wäre nach italienischem Recht zu beurteilen und kann ich nicht abschliessend beantworten.

Möglicherweise (da mit Italien kein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaftssteuer besteht), entsteht sogar auch eine Steuerpflicht Ihres Enkels bzw. Ihres Sohnes in der Schweiz. Enkel sind nicht in allen Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit. So ist zum Beispiel eine Besteuerung Ihres Enkels bzw. seines Vaters im Kanton AI, VD, NE und in einigen Gemeinden des Kantons LU möglich. Ausserdem ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass voraussichtlich 2016 über eine Erbschaftssteuerintiative (Volksinitiative) abgestimmt werden soll, wonach alle Schenkungen (also auch an Nachkommen) rückwirkend seit 2012 besteuert werden sollen. Vorgesehen ist ein Steuersatz von 20%, sofern der Gesamtnachlass des Schenkers/Erblassers im Zeitpunkt seines Todes 2 Mio. Franken übersteigt. Ob diese Steuerinitiative angenommen wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

Abgesehen davon könnte die Schenkung an Ihren Enkel das Pflichtteilsrecht Ihres Sohnes verletzen. Er könnte daher die Schenkung an seinen Sohn mit der Herabsetzungsklage anfechten. Tut er dies nicht, kommt dies einem freiwilligen Vermögensverzicht bzw. einer Ausschlagung eines überschuldeten Erben gleich, was zur Folge haben könnte, dass Ihrem Sohn die Zuschüsse gekürzt werden oder dass sogar die Sozialbehörde (als Gläubigerin der gewährten Unterstützungsleistungen) die Schenkung anficht.

Zudem ist auch zu beachten, dass unter Umständen eine verwandtschaftliche Unterstützungspflicht von Ihnen gegenüber Ihrem Sohn und später auch Ihres Enkels gegenüber seinem Vater vorliegt. Diese Verwandtenunterstützung muss geleistet werden, wenn gewisse Vermögensfreigrenzen überschritten werden. Dabei können getätigte Schenkungen zum Vermögen des Unterstützungspflichtigen hinzugerechnet werden.

Insgesamt ist es also durchaus möglich, dass die Schenkung angefochten wird und/oder die Zuschüsse Ihres Sohnes gekürzt werden. Persönlich halte ich dies allerdings für eher unwahrscheinlich. Das Vermögens (also das Häuschen) wählt grundsätzlich zum Kindesvermögen und darf ohne Zustimmung der Vormundschaftsbehörde nicht angezehrt werden.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -