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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag Ich habe da mal eine Frage im Bereich "Erbschaft".

Kundenfrage

Guten Tag

Ich habe da mal eine Frage im Bereich "Erbschaft".
Ich bin als Alleinerbin einer älteren Dame eingesetzt worden (notariell beurkundet). Sie ist Doppelbürgerin Schweiz/Deutschland und lebt nach einer langen Zeit in der Schweiz nun seit ca. 8 Jahren wieder in Deutschland. In ihrem Besitz befindet sich Bargeld (Konten in D und CH, wobei die Mehrheit sich in D befindet), Schmuck und Immobilien in D.
Ich bin Schweizerin und wohnhaft in der Schweiz.
Ich würde sehr gern wissen, wie die Besteuerung im Falle einer Erbschaft aussehen würde? Was können Sie mir raten bezüglich der Vorbereitung? Sollte ich jetzt bereits in D ein Konto eröffnen oder lieber alles in die CH holen? Gibt es Weiters zu beachten?
Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihren freundlichen Rat!

Freundliche Grüsse
P. Lohrengel
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Da die künftige Erblasserin (auch) die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, erachten sich die deutschen Nachlassgerichte unabhängig vom letzten Wohnsitz des Erblassers für zuständig. Dies gilt zumindest für das gesamte Vermögen in der BRD, grundsätzlich aber auch für ausländisches Vermögen.

Die Schweizer Behörden sind in der Regel bereit, auch für in der Schweiz gelegene, bewegliche Vermögenswerte die Zuständigkeit der deutschen Behörden zu akzeptieren. Grundsätzlich kommt es aber zu einer sog. Nachlassspaltung, das heisst, das Schweizer Vermögen wird erbrechtlich nach Schweizer Recht behandelt, das deutsche Vermögen nach deutschem Erbrecht. Dies gilt insbesondere in Bezug auf Liegenschaften, aber auch in Bezug auf die Steuern (Art. 6 über das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und der BRD auf dem Gebiete der Nachlass- und Erbschaftssteuer).

Vor diesem Hintergrund, d.h. um eine solche Nachlassspaltung und eine Besteuerung in der Schweiz und zusätzlich in Deutschland zu vermeiden, wäre es der Einfachheit halber ratsam, das ganze Vermögen aus der Schweiz nach Deutschland zu ziehen. Befindet sich das gesamte Erbe in Deutschland, werden Sie nur in Deutschland besteuert.

Sie selber brauchen aber kein Konto in Deutschland zu eröffnen. Sie sollten allerdings sicherstellen, dass Sie vom Tod der Erblasserin erfahren, sei dies durch eine Hinterlegung des Erbvertrages oder Testaments beim zuständigen Amtsgericht oder durch regelmässigen persönlichen Kontakt.

Vorbereitend wäre zu prüfen, ob die Erbschaftssteuer nicht dadurch minimiert werden könnte, in dem die künftige Erblasserin Ihnen bereits heute einzelne Schenkungen ausrichtet. Dadurch könnte möglicherweise die Steuerprogression vermieden werden.

Ferner wäre zu beachten, ob keine pflichtteilsgeschützten Erben vorhanden sind, deren Erbteil durch Ihre Erbeinsetzung als Alleinerbin verletzt würden und ob das Testament bzw. der Erbvertrag wirksam zustande gekommen ist. Zudem sollten Sie sich nicht in den Nachlass einmischen, solange Sie sich nicht sicher sind, ob der Nachlass möglicherweise nicht überschuldet ist. Sie könnten durch Einmischung nämlich Ihr Ausschlagungsrecht verwirken. Weitere Vorbereitungshandlungen sind nicht ersichtlich.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -