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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Ich als Handwerker habe für einen Kunden Renovatiionsarbeiten

Kundenfrage

Ich als Handwerker habe für einen Kunden Renovatiionsarbeiten ausgeführt. Der Kunde wollte diese Arbeiten so billig wie nur möglich ausgeführt haben und wir einigten uns das er mir das Geld bar bezahlen werde. Während der Arbeiten kam immer mehr dazu und ich erklärte ihm, dass ich so nicht weiterarbeiten kann und für weitere Arbeiten eine Rechnung ausstellen werde. Diese wollte er mir aber dann so nicht bezahlen und er fand meinem Stundenansatz von Fr. 85.00 lächerlich. Damit ich überhaupt meine Arbeit bezahlt bekam, hat er mich wieder "schwarz bezahlt".
Da ich diese Geld nicht versteuert habe, habe ich mich strafbar gemacht. Das ist mir bewusst.
Während der Arbeiten verlangte der Auftraggeber, dass ich die Trockungszeiten missachte und alles so schnell wie möglich fertig mache. Jetzt gibt es dadurch Mängel und der Auftraggeber verlangt, dass ich diese auf meine Kosten beseitige.
Nun meine Frage: hat sich auch der Auftraggeber strafbar gemacht, weil er mich auf diese Art bezahlt hat, oder muss ich nun alles selber tragen und diese Arbeit nochmals gratis ausführen. Besten Dank für Ihre Antwort.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Es sind zwei Fragen zu unterscheiden:
1. Die Frage, ob sich der Auftraggeber strafbar gemacht hat (strafrechtliche Frage)
2. und die Frage, ob Sie die Mängel auf eigene Kosten beheben müssen (zivil- bzw. werkvertragsrechtliche Frage).

Zu Frage 1
Der Besteller hat sich wohl der Anstiftung zur Steuerhinterziehung, der Hinterziehung von Sozialversicherungsabgaben etc strafbar gemacht. Allerdings sind die Folgen, die Sie als Unternehmer treffen, weit schlimmer, als jene, die den Besteller treffen würden. Schliesslich haben Sie letztlich die Entscheidung getroffen, keine Rechnung zu stellen bzw. die Einnahmen nicht sauber mit dem Staat abzurechnen. Sie hätten den "Schwarzauftrag" ja auch ablehnen können.

Zu Frage 2
Zwischen Ihnen und dem Besteller ist ein Werkvertrag zustande gekommen (Art. 363 ff. OR).
Grundsätzlich haben Sie das Werk (also Ihre Arbeit) mängelfrei abzuliefern, unabhängig vom Preis und vom Zeitdruck. Weist das Ergebnis dennoch Mängel auf, kann der Besteller den vereinbarten Werkpreis entweder mindern (= weniger bezahlen) oder auf die (kostenlose) Nachbesserung bestehen.
Sie als Unternehmer müssen allerdings nur dann eine Minderung in Kauf nehmen oder kostenlos nachbessern, wenn es sich um Mängel handelt, die Sie auch zu verantworten haben.
Haben Sie den Besteller ausdrücklich darauf hingewiesen (Abmahnung), dass bei Nichteinhaltung der Trocknungszeiten Mängel die Folge sein können, und hat er dennoch auf der Fortsetzung Ihrer Arbeit bestanden, so müssen Sie nicht nachbessern (Art. 369 OR):

Art. 369 OR

Die dem Besteller bei Mangelhaftigkeit des Werkes gegebenen Rechte fallen dahin, wenn er durch Weisungen, die er entgegen den ausdrücklichen Abmahnungen des Unternehmers über die Ausführung erteilte, oder auf andere Weise die Mängel selbst verschuldet hat.


In einem Gerichtsprozess müssen Sie natürlich beweisen können, dass Sie den Besteller auf die möglichen Folgen der Nichteinhaltung der Trocknungszeiten aufmerksam gemacht haben.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Danke für diese Antwort, jetzt noch eine Frage. Wenn ich mich selber wegen " Schwarzarbeit" anzeige, was wären die Folgen und mit welchem Strafmass müsste ich rechnen?

Mein Auftraggeber (eine Liegenschaftsverwaltung) hat sämtliche Arbeiter auf diese Weise bezahlt, (Maler, Sanitär usw.) was sind in diesem Fall die Folgen für die Verwaltung?

Kann ich im Nachhinein meinem Auftraggeber eine offizielle Rechnung schicken und das erhaltene Geld als Akontozahlung aufführen?

Danke für die weiteren Antworten.

 

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Es ist hier nicht möglich, abschliessend zu bestimmen, wieviel Sie nachträglich versteuern bzw. als Strafzahlung nachzahlen müssen, da dies von der Dauer und vom Umfang (Betrag) der Schwarzgeldarbeit bzw. des schwarz empfangenen Gelds abhängt.

Da Sie nicht Ihre Arbeitnehmer ausgebeutet haben, sondern selbst schwarz gearbeitet haben, liegt kein eigentlicher Schwarzgeldstraftatbestand nach dem BGSA oder dem AuG (Bundesgesetz zur Bekämpfung der Schwarzgeldarbeit bzw. Ausländergesetz) vor. Allerdings haben Sie wohl den Straftatbestand der (versuchten) Steuerhinterziehung strafbar gemacht und verschiedene Straftatbestände der (versuchten) Hinterziehung von Sozialversicherungsabgaben erfüllt (z.B. nach Art. 87 AHVG und dem für Sie geltenden kantonalen Steuergesetz).

Sie müssen neben der Nachbesteuerung und Nachzahlung der Abgaben mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen und gegebenenfalls einer zusätzlichen Busse rechnen. Ein Tagessatz entspricht dabei ca. 1/30 Ihres Nettomonatseinkommens.

Auch für die Verwaltung wird dies entsprechende Folgen mit sich bringen, wobei die Liegenschaftenverwaltung aufgrund des wohl höheren Deliktsbetrages auch mit einer höheren Strafe als Sie rechnen muss. Eine ungefähre Bezifferung ist allerdings erst möglich, wenn genaue Zahlen vorliegen.

Daher würde ich Ihnen grundsätzlich letztere Variante. Sie könnten natürlich eine Rechnung für Ihre Arbeiten schicken und die erhaltenen Zahlungen als Akontozahlungen verbuchen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Vor kurzem habe ich Ihnen auf www.justanswer.de eine ausführliche Rechtsauskunft erteilt. Bisher haben Sie meine Antwort leider nicht akzeptiert. Darf ich Sie bitten, dies nachzuholen, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Die von Ihnen bereits geleistete Anzahlung bleibt ansonsten auf dem JustAnswer-Konto völlig nutzlos.

Das Funktionieren von JustAnswer ist wesentlich von der Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Nutzer abhängig! Sollte es einen Grund geben, warum meine Dienstleistung von JustAnswer nicht bezahlt werden soll, bitte ich Sie, mir diesen mitzuteilen. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -