So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.
Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Ich habe eine Frage

Kundenfrage

Ich (von Moderation entfernt) habe eine Frage über die Pensionskasse Wiso kann meine Pensionskasse mein Altersguthaben plötzlich zu ca. 50% Obligatorischen und ca. 50% überobligatorischen aufteilen, obwohl ich nicht mehr einbezahlt habe dass ich musste. Obligatorisch = 6.95 % überobligatorisch = 5,8 %
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Ich kann Ihre Frage nicht abschliessend beantworten, da die Aufteilung auf verschiedene Gründe zurückgeführt werden kann:

Theoretisch ist die Aufteilung einfach: Obligatorisch sind nur die Einzahlungen auf dem zwingend versicherten Lohn (25 320 bis 75 960 Franken) sowie die Zinsen. Alles andere (also freiwillige Einkäufe in die PK, aber auch versicherte Löhne unter und über diesen Beträgen samt Zinsen) gilt als überobligatorisch.

Darum haben z.B. Teilzeit arbeitende Frauen, die weniger als 25 320 Franken verdienen, aber freiwillig versichert sind, einen besonders hohen Anteil an überobligatorischem Kapital. Die Aufteilung benachteiligt daher auch Kleinverdiener - genau jene, welche die Rente am meisten nötig haben.

Es gibt zudem Fälle, wo Pensionskassen die an sich klare Aufteilung aushebeln - etwa bei Scheidungen, wenn das PK-Geld des Mannes hälftig zur Frau geht. Zum Beispiel bei der Winterthur AXA fliesst das Geld immer in den überobligatorischen Topf, sogar wenn es beim Mann noch obligatorisch war. So spart die Versicherung Zinsen - auf Kosten der Versicherten.

Das gilt auch, wenn jemand obligatorisches Geld für Wohneigentum aus der PK nimmt und später wieder zurückzahlt: Dieses Kapital gilt plötzlich als überobligatorisch und wird schlechter verzinst.

Es gibt in gewissen Bereichen also eine gesetzliche Grauzone, welche die Pensionskassen zum Teil ausnutzen. Richtig wäre in solchen Fällen, dass die Pensionskasse das zu überweisende Geld proportional aufteilt in einen obligatorischen und einen überobligatorischen Teil - im gleichen prozentualen Verhältnis zwischen dem vorhandenen obligatorischen Altersguthaben und den Gesamtersparnissen.

Im Fall einer Scheidung würde das heissen: Wenn das PK-Geld des Mannes zu zwei Dritteln im obligatorischen Topf liegt, so sollte der Anteil, der jetzt zur geschiedenen Frau fliesst, ebenfalls zu 66 Prozent aus dem obligatorischen Teil entnommen werden. Und so müsste die Aufteilung auch auf dem neuen PK-Konto der Frau aussehen.

Ob dies immer so geschieht, ist für Laien nur schwer nachvollziehbar - aber für die spätere Rente ist das wichtig. Darum sollte man periodisch sowie nach einer Scheidung, einem Geldbezug für den Kauf von Wohneigentum oder anderen grösseren Geldverschiebungen überprüfen, ob sich der Anteil des obligatorischen PK-Kapitals verändert.

Bei guten Kassen sind die Positionen aus dem Pensionskassenausweis ersichtlich: Der obligatorische Anteil ist als «BVG-Kapital» bezeichnet. Für weitere Details und bei Zweifel, sollten Sie sich zuerst bei der Pensionskasse und - falls dies nichts nützt - bei der Aufsichtsbehörde nachfragen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -