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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Ist das Wissenliche Verschweigen einer Straftat eines Aussenstehenden,

Kundenfrage

Ist das Wissenliche Verschweigen einer Straftat eines Aussenstehenden, wie. z.B. Körperverletzung anzeigbar bei der Polizei?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Privatpersonen sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ihnen bekannt gewordene Straftaten bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft anzuzeigen. Es gibt einige wenige Personen, die aufgrund ihres Berufes gesetzlich unter gewissen Voraussetzungen verpflichet sind, Straftaten zu melden, wenn sie davon Kenntnis erhalten: z.B. Staatsanwälte, Ärzte, Polizisten, Sozialarbeiter etc.

Als Privatperson kann man sich gegebenenfalls wegen unterlassener Nothilfe strafbar machen (Art. 128 StGB), wenn man eine Straftat bzw. eine Person in Lebensgefahr beobachtet, und nicht eingreift, obwohl ein Eingreifen möglich und zumutbar wäre. Dies ist aber in ganz seltenen Fällen gegeben. Der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang von "Zivilcourage".

Eine Strafanzeige ist allerdings jederzeit möglich. Ob die Polizei oder Staatsanwaltschaft auf die Strafanzeige hin auch tätig wird, hängt davon ab, ob es sich um eine sog. Offizialdelikt oder um ein Antragsdelikt handelt.

Offizialdelikte (z.B. schwere Körperverletzung nach Art. 122 StGB) muss die Staatsanwaltschaft bzw. die Polizei von Amtes wegen aufklären, wenn sie davon Kenntnis erhält.

Antragsdelikte hingegen (z.B. einfache Körperverletzung nach Art. 123 StGB) wird nur auf Antrag hin verfolgt. Ein Strafantrag kann aber nur innert 3 Monaten seit Kenntnis der Tat und grundsätzlich nur vom Betroffenen selber gestellt werden (Art. 30 f. StGB).

Wenn Sie von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu einer Straftat befragt werden und Sie wahrheitswidrig behaupten, nichts zu wissen bzw. lügen, machen Sie sich aber unter Umständen nach Art. 307 StGB ("Falschaussage"), gegebenenfalls auch der Begünstigung (Art. 305 StGB) strafbar.

Vor diesem Hintergrund sind Sie - soweit das hier beurteilt werden kann - rein rechtlich nicht verpflichtet, eine Ihnen bekannt gewordene Straftat anzuzeigen. Wenn Sie die Angelegenheit aber derart belastet, sollten Sie sich überlegen, ob Sie den schlaflosen Nächten mit einer Strafanzeige bei der Polizei nicht Abhilfe verschaffen können.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -

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