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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe folgendes Problem. Ich arbeite für die

Beantwortete Frage:

Guten Tag, ich habe folgendes Problem. Ich arbeite für die Migros Schulen im Kanton Waadt und bin seit 22.8.2011 wegen Depressionen krank geschrieben. Ich habe einen Monatslohn und arbeite 80%. Seit Nov.2011 arbeite ich wieder 40 %. Nun habe ich heute ein Schreiben bekommen, dass ich bis zum 29.2. entweder mich herabstufen lasse auf Stundenlohn, von dem ich aber nicht leben kann, oder man kündigt mir auf Ende Mai. Ist das möglich? Mit freundlichen Grüssen W. Fürst       


Ich bin 61 Jahre alt und arbeite seit über 10 Jahren für die Migros

Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer nicht wirksam kündigen, wenn dieser ganz oder teilweise (z.B. wegen Krankheit) arbeitsunfähig ist (Kündigungsschutz). Es handelt sich dann um eine unwirksame Kündigung zur Unzeit.

Nun ist aber dieser Kündigungsschutz wegen Arbeitsunfähigkeit zeitlich beschränkt.

Art. 336c OR
1 Nach Ablauf der Probezeit darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen:
a. ...
b. während der Arbeitnehmer ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert ist, und zwar im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab zweitem bis und mit fünftem Dienstjahr während 90 Tagen und ab sechstem Dienstjahr während 180 Tagen;
...


Wie Sie dieser Bestimmung entnehmen können, endet der Kündigungsschutz in Ihrem Fall nach 180 Tagen unverschuldetener Arbeitsverhinderung.

Nachdem Sie seit dem 22.08.2011 krankgeschrieben (arbeitsunfähig) waren, endete der Kündigungsschutz spätestens am 19. Februar 2012. Dass Sie seit November 2011 nur noch teilweise arbeitsunfähig sind, ändert daran nichts.

Demnach ist die Kündigung heute zulässig und wirksam. Es handelt sich nicht um eine Kündigung zur Unzeit.

Dass der Arbeitgeber Ihnen die Möglichkeit anbietet, dort weiter zu arbeiten, ändert an dieser Lage leider auch nichts, sondern ist als Angebot zu sehen, das Sie annehmen oder ausschlagen können.

Zu prüfen wäre im Hinblick auf Ihre Zukunft, von wem Sie im Falle der Annahme oder Ausschlagung des Angebots Unterstützung erhalten. Eine etwaige Krankentaggeldversicherung wird dann wohl nicht mehr zahlen. Zu prüfen wäre, ob Sie Arbeitslosengeld oder eine IV-Rente beantragen sollten. Lassen Sie sich entsprechend beraten, bevor Sie das Angebot annehmen oder ausschlagen. Am besten wenden Sie sich an Ihren Berater beim RAV und an die für Sie zuständige IV-Stelle.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Habe mich Ende des letzten Jahres mit der IV in Verbindung gesetzt und alle Unterlagen zugeschickt. Bin aber immer davon ausgegangen, dass die IV die anderen 40% übernimmt. Jetzt bin ich in einer völlig neuen Situation und kann mir nicht vorstellen dass die IV weitere Kosten übernimmt. Mein Hausarzt und ein Psychiater haben bereits ihren Bericht der IV zugesendet. Muss die IV jetzt zustimmen?
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Was die IV übernimmt, ist grundsätzlich unabhängig von Ihrem Arbeitspensum. Die Taggelder der IV bestimmen sich alleine nach dem versicherten Verdienst und dem Invaliditätsgrad.

Die IV muss bzw. kann daher auch nicht zustimmen. Sie kann weder Ihnen noch Ihrem Arbeitgeber vorschreiben, wieviel Sie arbeiten müssen bzw. dass Sie angestellt bleiben müssen.

Der Rest, also die restlichen 60% (so weit Sie vermittelbar sind), sollte die Arbeitslosenversicherung übernehmen, falls Sie das Angebot nicht annehmen. Sie müssen dann allerdings auch eine 60%-Stelle suchen, wenn Sie Ihre Ansprüche auf Arbeitslosengeld behalten wollen.

Möglich ist, dass Ihre Anstellung auf Stundebasis als Zwischenverdienst gewertet wird. Dies sind allerdings heikle Fragen, mit denen Sie sich an Ihren RAV-Berater wenden sollten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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