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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Hallo, ich habe per Ende Mai gekündigt und habe noch 18.5 Tage

Beantwortete Frage:

Hallo, ich habe per Ende Mai gekündigt und habe noch 18.5 Tage Resturlaub. Mein Arbeitgeber meint, er könne mich nicht solange entbehren, aber ich möchte meine Ferien gerne beziehen. Wie sieht die Lage aus? Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Offenbar ist Ihre Vorgesetzter der Ansicht, dass sich Ihr "Resturlaub" aus nicht bezogenen Ferien und Überstunden zusammensetzt. Deshalb ist bei Ihrer Frage danach zu differenzieren, woraus sich Ihr Resturlaub ergibt. Handelt es sich um ein Überstundenguthaben so wird die Frage im Wesentlichen durch Art. 321c Abs. 2 und 3 OR beantwortet. Demnach gilt grundsätzlich:

Art. 321c OR
1 ...

2 Im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber die Überstundenarbeit innert eines angemessenen Zeitraumes durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgleichen.

3 Wird die Überstundenarbeit nicht durch Freizeit ausgeglichen und ist nichts anderes schriftlich verabredet oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt, so hat der Arbeitgeber für die Überstundenarbeit Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel bemisst.


Handelt es sich allerdings bei dem Resturlaub tatsächlich um bisher nicht bezogene Ferientage, so sollten diese wenn möglich in natura (also durch Freizeit) bezogen und nicht durch eine Geldleistung abgegolten werden. Der Arbeitnehmer kann deshalb verlangen, dass er seine restlichen Ferientage auch nach der Kündigung noch beziehen kann. Der Arbeitgeber darf dies nur verweigern, wenn eine betriebliche Notlage vorliegt.

Wenn Ihr Vorgesetzter glaubhaft sagt, dass er Sie nicht während 18.5 Tagen entbehren könne, wäre zu prüfen, ob tatsächlich eine betriebliche Notlage vorliegt. Da der Sinn und Zweck der Ferien in der Erholung liegt, sind Ihnen die Ferien also in den meisten Fällen zu genehmigen. Überstunden können nur mit Ihrem Einverständnis und nur auf Anordnugn bzw. mit Zustimmung Ihres Arbeitsgebers kompensiert werden.

Nach der Gerichtspraxis kommt es auch auf das Verhältnis zwischen der Dauer der Kündigungsfrist und der Anzahl der ausstehenden Ferientage an. Bei einer kurzen Kündigungsfrist und einem hohen Ferienanspruch besteht ein Anspruch auf Auszahlung der Ferien. Allerdings dürfen Ferien auch in der Kündigungsfrist nicht von einem Tag auf den andern angeordnet bzw. verlangt werden.

Können die Ferientage (ausnahmsweise) nicht mehr bezogen werden, so sind Sie also durch Lohn (100 %) zu vergüten.
Soweit es sich um nicht kompensierte Überstunden handelt, sind diese durch Lohn und einem Zuschlag von 25% zu vergüten, sofern im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart wurde.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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