So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.
Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Tag Gerne frage ich Sie um eine rechtliche Auskunft.

Beantwortete Frage:

Guten Tag
Gerne frage ich Sie um eine rechtliche Auskunft. Ich arbeite als externe Ausbildnerin und bin
von einer Pädagogischen Hochschule beauftragt ein Fachmodul von 21 Stunden durchzuführen. In der Halbzeit haben sich im Unterricht disziplinarische Probleme ergeben, die nicht auf mein Verschulden zurückzuführen sind. Nach dem ich den verantwortlichen Direktor darüber informiert habe, reagierte dieser mit einer Entlassungsankündigung auf Ende Schuljahr, obwohl das Modul nächstes Jahr weitergehen sollte. Zudem verfasste er eine unsorgfältige, falsche Beurteilung, die für mich beruflich eine sehr nachteilige Auswirkung hat und leitete diese per E-mail an die ganze verantwortliche, interkantonale Schulprogrammleitung weiter. Ich wurde bei dieser Entscheidung nicht angehört und auch nicht über Beurteilungskriterien informiert. Ich erlebe diese Situation als sehr entwertend.
Meine Fragen: Bin ich verpflichtet das laufende Modul bis Ende Schuljahr weiterzuführen?
Wie soll ich mich gegen diese berufliche Entwertung wehren ?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen E.S.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Um Ihre Anfrage beantworten zu können, benötige ich weiterführende Angaben:

1. Auf welcher Rechtsgrundlage beruht Ihr Rechtsverhältnis mit der Schule: Sind Sie im Auftragsverhältnis angestellt? Sind Sie in einem Arbeitsvertrag nach OR angestellt oder beruht Ihre Anstellung auf einem kantonalen Personalgesetz?

2. Inbesondere, fall Sie die erste Frage nicht beantworten können:
a.) Wer bezahlt AHV-Beiträge?
b.) Besteht ein schriftlicher Arbeitsvertrag nach OR?
c.) Besteht eine Einstellungsverfügung?

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Letztes Jahr habe ich zwei Module in diesem Fachbereich als externe Ausbildnerin durchgeführt, es handelt sich um einen Vertrag für ein Mandat für eine punktuelle Intervention von kurzer Dauer ( Réf.: art.155 règlement LPERS art. 319 à 362 CO ), ich weiss nicht, ob es sich um ein kantonales oder nationales Personalgesetzt handelt. Dieses Jahr wurde mir das Formular zugestellt, ich habe es aber noch nicht ausgefüllt und eingeschickt. Der Kurs hat jedoch bereits drei Mal statt gefunden. Eigentlich war ich in das Ausbildungsteam integriert, habe an Sitzungen teil genommen aber leider nur mit dem Status "externe Ausbildnerin", was natürlich nachteilig ist, keine Fortbildung, keine Pensionskasse etc. Die Entlöhnung und die AHV-beiträge liefen über den Kanton . Ich habe zusätzlich eine feste Anstellung in diesem Kanton als Fachlehrerin an der Oberstufe. Diese zwei Aufgaben sind aber unabhängig voneinander. Ich arbeite allerdings erst seit vier Jahren im Kanton und bin ursprünglich aus der Deutschschweiz und bin leider auch nicht korrekt eingestellt, das heisst mein kantonales Lehrpatent ist nicht voll angerechnet. Doch das ist eine andere Geschichte. Ich hoffe, dass Ihnen diese Angaben für eine Ersteinschätzung weiterhelfen. Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen.

 

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Soweit sich sich das hier beurteilen lässt, sind Sie nach dem OR (arbeitsrechtliche Vorschriften des OR finden sich in den Art. 319 bis Art. 362 OR; CO = OR, fr. Code des obligations) beim Kanton angestellt.

Das Personalreglement, das Sie zitieren, muss ein kantonales Reglement sein. Es konkretisiert wohl das "Loi sur le personnel de l'Etat de Vaud, LPers-VD":
http://www.rsv.vd.ch/dire-cocoon/rsv_site/index.xsp
Also das Gesetz über des für das Staatspersonal des Kantons Waadt. Die kantonale Verordnung (Règlement LPers-VD) finden Sie unter:
http://www.rsv.vd.ch/dire-cocoon/rsv_site/index.xsp

Die Kündigung durch den Direktor per Ende Schuljahr wäre - soweit ersichtlich - nicht rechtwidrig. Die Kündigungsfrist nach OR, Ihrem Vertrag bzw. nach dem LPers müsste aber eingehalten werden.
Eine ausserordentliche (fristlose) Kündigung aus wichtigen Gründen durch den Direktor wäre nicht zulässig, ist aber auch nicht erfolgt. Für die Kündigung können Sie schriftlich eine Begründung verlangen. Ist diese missbräuchlich, können Sie die Kündigung anfechten und gegebenenfalls eine Entschädigung geltend machen. Allerdings wird die Kündigungsbegründung so ausfallen, dass Sie nicht rechtsmissbräuchlich sein dürfte.

Fraglich ist nun, ob nicht Sie umgekehrt ein Recht auf fristlose Kündigung vor Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist haben.

Eine fristlose Kündigung können Sie jederzeit aussprechen. Gerechtfertigt ist Sie allerdings nur, wenn wichtige Gründe vorliegen. An diese wichtigen Gründe werden hohe Anforderungen gestellt.

Das Vorgehen Ihres Direktors geht meines Erachtens zu weit und stellt meiner Meinung nach eine unrechtmässige Persönlichkeitsverletzung (Art. 28 OR), eine Verletzung der arbeitgeberischen Fürsorgepflicht (Art. 328 OR) und gegebenenfalls sogar ein Ehrverletzungsdelikt (Verleumdung, üble Nachrede) nach dem Strafgesetzbuch dar.
Vor diesem Hintergrund ist Ihnen - soweit ich das hier beurteilen kann - die Weiterarbeit in dieser Schule nicht mehr zumutbar und Sie könnten wohl fristlos kündigen und müssen nicht mehr bis zum Ende des Schuljahres da arbeiten. Eine andere Ansicht ist aber vertretbar.

Falls ein Gericht zum Schluss gelangen sollte, dass eine fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt war, weil keine wichtigen Gründe vorlagen, müssten Sie schlimmstensfalls dem Arbeitgeber den ihm bzw. der Schule entschandenen Schaden ersetzen und ihm zusätzlich eine Pauschale von 1/4 Monatslohn bezahlen (Art. 337d OR). Ausserdem verlieren Sie natürlich Kündigungsdatum Ihren Gehaltsanspruch. Der Schaden der Schule müsste natürlich die Schule beziffern und belegen. Ein solcher Schaden könnte etwa in den höheren Kosten einer kurzfristig einzustellenden Stellvertretung (Vikarin) für Sie liegen.

Ob Sie dieses nicht geringe Risiko eingehen wollen, muss ich hier Ihnen überlassen, zumal ich aufgrund mangelnder Kenntnisse über die konkreten Geschehnisse nicht abschliessend beurteilen kann, ob eine fristlose Kündigung gerechtfertigt wäre.

Als Alternatives Vorgehen würde ich Ihnen empfehlen, den Direktor schriftlich aufzufordern, die Verbreitung der unwahren und aus Ihrer Sicht unfairen Bewertungen und Mitteilung zu unterlassen, zu widerrufen und/oder zu korrigieren. Schadensersatzansprüche sollten Sie sich ausdrücklich vorbehalten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.