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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Der Ehemann von XY starb 1995 und hinterliess nur einen schriftstellerischen

Beantwortete Frage:

Der Ehemann von XY starb 1995 und hinterliess nur einen schriftstellerischen Nachlass, den er vollumfänglich seiner 3. Ehefrau XY vererbte. Seine Kinder aus 1. und 2. Ehe verzichteten auf ihr Erbe (Angst von Schulden). Vor ein paar Wochen starb der einzige Sohn aus 3. Ehe und hinterliess kein Testament. Nun seien die Halbgeschwister erbberechtigt. Stimmt das, auch wenn diese damals das Erbe ihres Vaters ausgeschlagen hatten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Vorauszuschicken ist, dass es sich beim Ableben des Sohnes aus Dritter Ehe (S) um einen neuen Erbfall handelt, bei dem etwaige frühere Ausschlagungen nicht mehr berücksichtigt werden.

Pflichtteilsgeschützte Erben des S sind sein Nachkommen, sein Ehegatte bzw. eingetragene(r) PartnerIn und/oder seine Eltern.
S ist kinderlos und offenbar unverheiratet, hat kein Testament hinterlassen. Sein Vater (XY) ist vorverstorben. Seine Mutter (3. Frau von XY) lebt offenbar auch nicht mehr. Ausgehend von dieser Annahme, sind keine pflichtteilsgeschützten Erben, gesetzliche Erben 1. Ordnung oder Ehegatten des S vorhanden (vgl. Art. 471 ZGB).

Ausgehend von dieser Annahme ist es richtig, dass seine nächsten gesetzlichen Erben seine Halbgeschwister sind (Erben des elterlichen Stammes).
Nach Art. 458 ZGB gelangt die Erbschaft an die Eltern (jeweils zur Hälfte je an Vater und Mutter), wenn der Erblasser (S) keine Nachkommen hinterlässt. Sind die Eltern vorverstorben, treten an ihre Stelle deren Nachkommen, also die Geschwister und Halbgeschwister bzw. deren Kinder (Art. 458 Abs. 2 ZGB). Nachkommen müssen keine gemeinsamen sein. Fehlt es an Nachkommen auf einer Seite, fällt die gesamte Erbschaft an die Nachkommen der anderen Seite (Art. 458 Abs. 4 ZGB).

Falls doch noch ein Ehegatte des S vorhanden wäre (Ihrer Schilderung nicht zu entnehmen), würde dieser Ehegatte oder eingetragene Partner 3/4 des Nachlasses erhalten, der restliche 1/4 geht an den elterlichen Stamm bzw. die Halbgeschwister (Art. 462 Ziff. 2 ZGB).

Insgesamt ist es also obgenannte Annahmen vorausgesetzt richtig, dass die gesamte Erbschaft an die Halbgeschwister fällt, auch wenn Sie die Erbschaft des leiblichen Vaters damals ausgeschlagen hatten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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