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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Guten Tag! Ich möchte wissen, ob die Alimente, die ich erhalte

Beantwortete Frage:

Guten Tag! Ich möchte wissen, ob die Alimente, die ich erhalte unserer Situation entsprechen. Ich lebe seit zwei Jahren von meinem Mann getrennt, geheitratet haben wir im Juni 1990. Wir haben drei Töchter (1993, im Maturajahr),(1995, 4 Jahr Gymnasium) (1998, 2.Jahr Sekundarschule in einer Privatschule) Mein Mann verdient netto 12700.- , ich 4800.-netto bei einer 66% Anstellung. Die Kinder leben bei mir. Mein Mann bezahlt mir 1400.- pro Kind und 600.- für meinen Unterhalt. Ist dies angemessen oder gar zu viel?Muss das Schulgeld für die Privatschule aus den Alimenten bezahlt werden? Wieviel Arbeitspensum kann von mir verlangt werden?( Habe Jahrgang 1967)
Freundliche Grüsse
F. Meier
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Vorausgeschickt werden muss, dass hier eine verblindliche Unterhaltsberechnung nicht möglich ist, weil einerseits verschiedene Berechnungsmodelle bestehen (üblich ist die sog. Bedarfsberechnung), andererseits sind dazu Detailkenntnisse notwendig (Einkommen, Vermögen von Ihnen und Ihrem Mann, Wohnort, konkreter Bedarf, KK-Prämien etc.).

Im Folgenden stützte ich mich als Vergleichswert zum Unterhaltsbedarf der Kinder deshalb auf die Broschüre "Empfehlungen zur Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder" ab, die letztmals von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich im Mai 2007 veröffentlicht wurde und der Teuerung per 1.1.2012 angeglichen wurde. Diese Empfehlungen können natürlich je nach Wohnort und Kanton variieren.

Gemäss diesen Empfehlungen beträgt der durchschnittliche monatliche Unterhaltsbedarf pro Kind bei 3 oder mehr Kindern im Alter zwischen 13. und 18. CHF 1'675.00. Bei drei Kindern in dieser Altersstufe ergibt dies einen monatlichen Kindersunterhaltsbedarf von total CHF 5'025.00.

Dieser Unterhaltsbedarf ist grundsätzlich durch Erziehungs- und/oder Geldleistung durch beide Elternteile zu bestreiten. Ihr Mann bezahlt monatlich CHF 4'200.00 für die Kinder, sodass gemäss Tabelle der Bildungsdirektion Ihnen nur noch ein Geldanteil von monatlich CHF 825.00 für die Kinder aufgewendet werden muss. Den Rest Ihrer Unterhaltspflicht erbringen Sie in Form von Pflege und Erziehung.

Laut Bundesgericht ist es der Mutter zumutbar, halbtags zu arbeiten, wenn das jüngste Kind zwischen sieben- und zehnjährig ist. Eine Vollzeitstelle gilt erst als zumutbar, wenn das jüngste Kind 16 Jahre alt ist. Diese Kriterium erfüllen Sie daher mit Ihrem 65%-Pensum.
Bis im Jahr 2014 sind Sie also nicht verpflichtet Vollzeit zu arbeiten. Arbeiten Sie dann nicht Vollzeit, könnte Ihnen das, was Sie bei einer Vollzeitstelle mehr verdienen könnten, fiktiv auf Ihr tatsächliches Einkommen angerechnet und bei der Unterhaltsbemessung berücksichtigt werden.

Vor diesem Hintergrund erscheinen unter Berücksichtigung der Einkommen Ihres Mannes und von Ihnen die Kinderalimente als angemessen, soweit dies hier beurteilt werden kann. Zusätzlich haben Sie bzw. die Kinder natürlich Anspruch auf die Familienzulagen (Kinderzulage und Ausbildungszulage), welche sich je nach deutschschweizer Kanton auf zwischen CHF 200.00 und CHF 350.00 pro Monat pro Kind belaufen.

Das Schulgeld für die Kinder ist grundsätzlich aus den Alimenten zu bezahlen, da die Ausbildungskosten ebenfalls zum Kindesunterhalt gehören.

Selbst wenn die Alimente zu wenig wären - was ich hier nicht bestätigen kann - ist eine Anpassung nicht ohne weiteres möglich. Erforderlich ist, dass sich die Verhältnisse seit der Festsetzung durch das Scheidungsgericht oder seit Abschluss der Unterhaltsvereinbarung in unvorhersehbarer Weise verändert haben. Dafür spricht in Ihrem Fall grundsätzlich nichts.
Eine Anpassung bzw. eine Erhöhung der Kinderalimente wäre daher wohl nur durch eine neue Vereinbarung mit dem Vater der Kinder möglich, der er freiwillig zustimmen müsste. Für eine gerichtliche Anpassung müssten veränderte Verhältnisse vorliegen.

Ob der nacheheliche Ehegattenunterhalt von monatlich CHF 600.00 angemessen ist, kann ich hier noch weniger beurteilen, da es hier wesentlich auf das Scheidungsurteil und die Pensionskassenguthaben (angemessene Altersvorsorge) ankommt. Auch hier müssten sich die Verhältnisse in unvorhersehbarer Weise erheblich geändert haben, damit eine Klage auf Anpassung / Erhöhung des Unterhalts überhaupt in Fragen kommt.

Insgesamt bin ich der Ansicht - soweit sich das hier beurteilen lässt - dass der für Sie und Ihre Kinder bezahlte Unterhalt insgesamt nicht offensichtlich unangemessen ist. Er entspricht durchaus dem Durchschnitt. Für eine Detailprüfung wären aber noch weitere Faktoren zu berücksichtigen, als das hier möglich ist.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
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