So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Advokaturbüro.
Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Schweizer Recht hier ein
Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Tag! Darf der Vertrauensarzt dem Arbeitgeber meine

Kundenfrage

Guten Tag!

Darf der Vertrauensarzt dem Arbeitgeber meine vollständigen Diagnosen mitteilen oder nur die Schlüsse, die daraus zu ziehen sind. Meine Freundin musste zum Vertrauensarzt, weil sie in der Zeit zur Anstellung länger krank war. Nun hat der Vertrauens dem Arbeitgeber nicht nur die Empfehlung mitgeteilt, sondenr die ganzen Diagnosen.

Ist das rechtens?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort!
Katharina Barka
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Grundsätzlich gilt in der Schweiz die ärztliche Schweigepflicht. Das heisst ein Arzt darf ausser den Patienten selber niemanden Auskunft über Patientendaten erteilen. Gewisse Ausnahmen bestehen gegenüber der Krankenkassen, wobei hier Ärzte nur beschränkt Auskunft geben dürfen.

Auch ein Vertrauensarzt untersteht dem Arztgeheimnis. Damit dieser einem Arbeitgeber gegenüber Auskunft über den Gesundsheitszustand erteilen darf, muss dieser vom Patienten vom Arztgeheimnis entbunden werden.

In der Regel wird der Vertrauensarzt vom Patienten nur nur zu Fragen und medizinischen Sachverhalten entbunden, die sich auf den Arbeitsplatz beziehen. In diesem Fall darf der Arzt dem Arbeitgeber nur mitteilen, ob Sie für den zur Diskussion stehenden Job «geeignet», «unter Vorbehalt geeignet» oder «nicht geeignet» sind. Eine medizinische Diagnose darf der Vertrauensarzt dann nicht weitergeben.

Ihre Frage beantwortet sich also demnach, ob Ihre Freundin den Vertrauensarzt von seiner Schweigepflicht entbunden hat. Hat sie dies nie getan, so hat sich der Arzt strafbar gemacht. Nach Art. 321 StGB (Strafgesetzbuch) müsste Ihre Freundin dann Anzeige bei der Polizei erstatten und Strafantrag stellen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

lic. iur. Reto Aschwanden, LL.M.
- Rechtsanwalt und Mediator -
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
In Deutschland gilt grundsätzlich die ärztliche Schweigepflicht ebenfalls. Insofern kann auf die nach Schweizer Recht gegebene Antwort verwiesen werden.

Auch in Deutschland bedarf es also einer Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht. Auch hier gilt, dass die Entbindungauf für das Arbeitsverhältnis relevante Fragen beschränkt werden kann. In diesem Fall hat sich der Vertrauensarzt also ebenfalls zurückhaltend zu äussern.

Die deutschen Arbeitsgerichte haben erstaunlicherweise entschieden, dass der Arbeitnehmer nicht berechtigt ist, die Unterzeichnung einer Entbindungserklärung zu verweigern, weil sie zu weit gefasst ist. Zumindest würde dies eine Kündigung rechtfertigen.

Vor diesem Hintergrund vermute ich, dass Ihre Freundin den Vertrauensarzt von der ärztlichen Schweigepflicht in irgendeiner Weise entbunden hat.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden