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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Mein Sohn hat seine Ausbildung als Informatiker abgeschlossen

Kundenfrage

Mein Sohn hat seine Ausbildung als Informatiker abgeschlossen und arbeitet nun in diesem Beruf halbzeitig. Zur andern Hälfte macht er an der Fachhochschule die Weiterbildung mit Bachelor und später Master. Zu mir hat der Sohn keinerlei Kontakte,
die perfide Kindsentfremdung seiner Mutter lässt dies kaum zu, da er noch zu Hause wohnhaft ist. Nun verlangt er von mir die gleichen Unterhaltsbeiträge wie einst bei der Ausbildung, dies obwohl ich meinerseits keinerlei Jugendzulage und Ausbildungszulagen mehr erhalte und er ja auch seine, mir in der Höhe unbekannten Lohnzahlungen erhält.
Ich gebe ihm seit einigen Monaten 500.-- monatlich, mehr aus moralisch-ethischen Gründen, denn als gerichtlich bestimmter Betrag; meine Scheidungsanwältin empfand diesen Betrag als gerechtfertigt-grosszügig. Hat mein Sohn juristisch das Recht auf die von ihm geforderten Unterhaltsbeiträge?
Zur Zeit hat er einen Anwalt beauftragt, mich zu betreiben und allenfalls vor Gericht zu bringen.
Mit freundlichen Grüssen
A. Hodel
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Nach Art. 277 Abs. 2 ZGB ist Unterhalt auch über die Mündigkeit des Kindes hinaus geschuldet, wenn es bis dahin noch keine Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen hat.

Diese Bestimmung umfasst den Unterhalt für Zweitausbildungen nicht. Allerdings handelt es sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht um eine Zweitausbildung, wenn es sich bei Zusatzausbildung bzw. Weiterbildung um eine die Grundausbildung vertiefende oder erweiternde Ausbildung handelt. Steht also das FH-Studium Ihres Sohnes mit seiner Tätigkeit als Informatiker in einem sachlichen Zusammenhang, liegt demnach immernoch eine Erstausbildung vor (vgl. Bundesgerichtsentscheid ovm 8. Dezember 2006 5C.249/2006).

Das bedeutet, dass der Unterhalt weiterhin geschuldet sein dürfte, wie dies im Scheidungs- bzw. Unterhaltsurteil festgehalten wurde.

Allenfalls wäre aber zu prüfen, ob nicht eine Anpassung des Unterhalts in Frage kommt, weil sich die Verhältnisse seit Festsetzung des Unterhalts wesentlich verändert haben (Art. 134 Abs. 2 i.V.m. 286 Abs. 2 ZGB).

Insgesamt dürfte - soweit sich das hier beurteilen lässt - Ihr Sohn mit einer Leistungsklage gegen Sie vor Gericht aber Recht bekommen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden