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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3829
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
54307587
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Mir wurde im August fristlos gek ndigt. gleichzeitig musste

Beantwortete Frage:

Mir wurde im August fristlos gekündigt. gleichzeitig musste ich unterschreiben "im gegenseitigen Einvernehmen". Grund: Ich hätte ca. CHF 135.00 aus dem Tresor gestohlen. Was ich mit Bestimmheit nicht habe und was mir auch nicht achgewiesen werden kann. Seither erhalte ich keinen Lohn mehr - auch keine Arbeitslosenentschädigung. Was kann ich dagegen unternehmen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Eine fristlose Kündigung wäre bei einem Diebstahlt zulässig. Da es sich aber um einen reinen Verdacht handelt, ist eine fristlose Kündigung ungerechtfertigt (Verbot der reinen Verdachtskündigung).

Das Dokument, dass Sie unterschrieben haben, stellt aber grundsätzlich einen Aufhebungsvertrag dar. Das heisst, es wurde Ihnen eigentlich nicht fristlos gekündigt, sondern Sie haben das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Solche Aufhebungsverträge sind nur unter strengen Voraussetzungen zulässig. Wenn damit die Rechte des Arbeitnehmers, also z.B. der Lohnanspruch während der ordentlichen Kündigungsfrist, vereitelt werden, können solche Aufhebungsverträge unwirksam sein, obwohl Sie ihn unterzeichnet haben. Dass dieser Aufhebungsvertrag unwirksam war, ist zu vermuten, zumal Sie offenbar weder Bedenkzeit noch eine andere Wahl hatten.

Dass Sie kein Arbeitslosengeld bekommen, liegt wohl daran, dass Ihnen vorgeworfen wird, dass Sie aus eigenem Verschulden arbeitslos geworden sind, sei es, weil Sie den Arbeitgeber dazu veranlasst haben, zu kündigen, sei es, weil Sie einem Aufhebungsvertrag zugestimmt haben. In der Regel werden Sie aber in Ihren Ansprüchen auf Arbeitslosengeld nur für ca. 30 Tage eingestellt (sog. Sperrfrist). Klären Sie dies mit Ihrem RAV-Berater ab und teilen Sie ihm nochmals mit, dass Sie (1). Zu Unterecht firstlos gekündigt wurden, (2) zwar einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hätten, aber Ihnen in diesem Moment gar keine andere Wahl gelassen wurde.

Ob Sie heute noch wirksam gegen den Aufhebungsvertrag vorgehen können, ist fraglich, da Sie doch sehr lange gewartet haben, bis Sie etwas unternommen haben.
Da nun seit der fristlosen Kündigung bzw. dem Abschluss des Aufhebungsvertrages mindestens schon 2 Monate vergangen sind, haben Sie aber möglicherweise Ihre Rechte und Chancen in Bezug auf einen arbeitsgerichtlichen Prozess verwirkt. Zu prüfen wäre, wann Sie den Brief an Ihren Arbeitgeber geschickt haben und was Sie genau geschrieben haben. Vielleicht liess sich noch etwas machen.

Vor diesem Hintergrund empfehle ich Ihnen, sich sofort mit allen Unterlagen persönlich an einen Rechtsanwalt zu wenden. Ausserdem sollten Sie mit dem RAV oder ggf. auch einem Rechtsanwalt abklären, ob Sie nicht gegen die Einstellung in der Anspruchsberechtigung (sog. Sperrfrist) vorgehen sollten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Mir wurde am 16.08.2011 gekündigt und am 26.08.2011 habe ich den eingeschriebenen Brief dem ehemaligen Arbeitgeber zugestellt.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Da Sie nach 10 Tagen bereits reagiert haben, könnte durchaus noch etwas zu machen sein. Wie gesagt, müsste der Inhalt des Briefes angeschaut werden, um die Erfolgsaussichten eines (arbeits-)gerichtlichen Vorgehens beurteilen zu können.

Ich empfehle Ihnen unbedingt, sich persönlich mit den Dokumenten an einen Rechtsanwalt oder Ihre Rechtsschutzversicherung zu wenden, damit man die Erfolgsaussichten einer Klage auf Bezahlung des Lohns während der ordentlichen Kündigungsfrist oder wegen einer Entschädigung wegen ungerechfertigter fristloser Kündigung klagen kann.

Sie können auch selber bei der Schlichtungsstelle am Sitz Ihrer ehemaligen Arbeitgeberin Klage einreichen. Dies sollte nun allerdings alles zügig in die Wege geleitet werden. Das arbeitsgerichtliche Verfahren ist bis zu einem Streitwert von CHF 30'000.- kostenlos. Anwaltskosten müssten Sie allerdings selber tragen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.